Examensarbeit, 2017
47 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Marcus Garvey
3 Musik
3.1 Ein Medium der Renaissance
3.1.1 Geschichtliche Entwicklung Jamaikas nach Garveys Rückkehr
3.1.2 Rastafari und Reggae
3.2 Marcus Garvey in der Musik
3.3 Fazit
4 Das Kinderbuch „Marcus Teaches Us“
4.1 Vorbetrachtung relevanter Literaturformen
4.1.1 Kinderliteratur
4.1.2 African-American (children’s) literature
4.1.3 Biographien
4.2 Analyse
4.2.1 Formale Auseinandersetzung
4.2.2 Inhaltliche Auseinandersetzung
4.3 Fazit
5 Der Roman „Blood and Brotherhood: A Novel of Love in a Time of Hate“
5.1 Vorbetrachtung relevanter Literarturformen
5.2 Analyse
5.2.1 Formale Auseinandersetzung
5.2.2 inhaltliche Auseinandersetzung
5.3 Fazit
6 Schluss
Diese Arbeit untersucht die Renaissance von Marcus Garvey in der zeitgenössischen Populärkultur, indem sie analysiert, wie seine Person und seine Lehren in verschiedenen Medien transformiert und rezipiert werden. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Instrumentalisierung kultureller Identität und historischer Narrative in Musik, Kinderliteratur und Romanen.
3.1 Ein Medium der Renaissance
Das gesprochene Wort, sei es in Form von Märchen, Sagen oder Volksliedern, dient seit jeher, besonders in weniger gebildeten Gesellschaftsschichten, zur Weitergabe geschichtlicher Ereignisse oder auch aktueller Informationen. Inwiefern spielt jedoch die Musik speziell für die Afrikaner der Diaspora eine besondere Rolle? Welche Bedeutung kann ihr im Falle Jamaikas zugeschrieben werden und wie hängt sie mit der Rastafari-Bewegung zusammen? Welche Aufgaben kann die Kulturform ,Musik‘ übernehmen, und weshalb eignen sich besonders Formen, die allgemein als Reggae bezeichnet werden, zur Rückbesinnung auf historische Ideen in Jamaika? Und weshalb und in wie weit ist die Person Marcus Garveys dies betreffend gleich von pluraler Bedeutung?
Es ist zwar nicht mehr auszumachen, wann genau der Äthiopianismus zu Beginn des 18. Jahrunderts zunehmend die vorherrschenden afro-christlichen Religionen beeinflußte. Diese Beeinflussung führte jedoch zu einer Vermischung von politischen und religiösen Vorstellungen, die nicht nur Auflehnung gegen europäisch-christliche Denkweisen, Reaktion auf Rassismus und Unterdrückung, sondern auch den Glauben der Sklaven an die Macht und Größe des ehemaligen Heimatlandes und ihre Rückkehr dorthin beinhalten. (Vieth und Zimmermann 112, sic)
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Ausgrenzung afrikanischer Diaspora-Identitäten und führt in die Arbeit ein, die untersucht, wie Marcus Garvey in verschiedenen Kunstformen als Figur einer historischen Renaissance wiederbelebt wird.
2 Marcus Garvey: Dieses Kapitel bietet einen biographischen Überblick über Marcus Garvey, beleuchtet seine Herkunft, die Gründung der UNIA, seine politischen Ziele sowie seinen Einfluss und die spätere Inhaftierung.
3 Musik: Das Kapitel analysiert Musik, insbesondere Reggae, als Ausdrucksmittel des kulturellen Widerstands und als Medium, durch das Garvey als Prophet der Rastafari-Bewegung erinnert wird.
3.1 Ein Medium der Renaissance: Hier wird die allgemeine Bedeutung von Musik für die Bewahrung geschichtlicher Identität und der Kontext ihrer Entwicklung in Jamaika thematisiert.
3.1.1 Geschichtliche Entwicklung Jamaikas nach Garveys Rückkehr: Das Unterkapitel untersucht, wie Garveys Pan-Afrikanismus und der Aufstieg von Haile Selassie als Messias die Rastafari-Bewegung und den sozio-politischen Widerstand in Jamaika prägten.
3.1.2 Rastafari und Reggae: Es wird erörtert, wie Reggae als Produkt aus der Notwendigkeit kultureller Kommunikation und Widerstand entstand und als Philosophie zur Stärkung der racial consciousness fungiert.
3.2 Marcus Garvey in der Musik: Die Analyse zeigt auf, wie Garvey in Liedtexten porträtiert wird, insbesondere als verkanntes Genie, verratener Anführer und göttlicher Prophet.
3.3 Fazit: Das Fazit fasst die Rolle der Musik als Gedächtnisspeicher zusammen, der Garvey als Symbol für Bildung und Stolz in der afrikanischen Diaspora etabliert.
4 Das Kinderbuch „Marcus Teaches Us“: Das Kapitel untersucht das Kinderbuch hinsichtlich seiner formalen Gestaltung und der Absicht der Autorin, komplexe politische Historie für ein junges Publikum aufzubereiten.
4.1 Vorbetrachtung relevanter Literaturformen: Die theoretischen Grundlagen der Kinderliteratur, der African-American children’s literature und der Rolle von Biographien werden hier erläutert.
4.1.1 Kinderliteratur: Das Unterkapitel diskutiert die pädagogische Funktion und die strukturelle Anpassung von Kinderliteratur an ihre Zielgruppe.
4.1.2 African-American (children’s) literature: Es wird dargestellt, wie dieses Genre dazu dient, Identität zu stiften und rassistische Stigmata durch die Vermittlung einer positiven eigenen Geschichte zu überwinden.
4.1.3 Biographien: Das Unterkapitel beleuchtet den Wandel biographischer Darstellungen für Kinder von idealisierten Helden hin zu einer differenzierteren, menschlicheren Darstellung.
4.2 Analyse: Dieser Abschnitt teilt die Untersuchung in eine formale und eine inhaltliche Analyse des Buches auf.
4.2.1 Formale Auseinandersetzung: Die Analyse konzentriert sich auf die sprachliche Simplifizierung, die Einbindung von Aktivitäten für Kinder und die Bedeutung von Illustrationen.
4.2.2 Inhaltliche Auseinandersetzung: Es wird untersucht, wie durch Symbole und Narrative ein positives Image von Garvey konstruiert wird, das kritische Aspekte ausblendet.
4.3 Fazit: Das Fazit bewertet das Kinderbuch als pädagogisch wertvoll zur Identitätsstärkung, warnt aber vor der problematischen Simplifizierung historischer Fakten.
5 Der Roman „Blood and Brotherhood: A Novel of Love in a Time of Hate“: Dieses Kapitel widmet sich dem Roman von Eugene Stovall und dessen Verwebung von historischer Realität mit Elementen des magischen Realismus.
5.1 Vorbetrachtung relevanter Literarturformen: Die Einordnung des Romans in die Gattungen des historischen Romans und des magischen Realismus wird vorgenommen.
5.2 Analyse: Die Analyse untersucht, wie formale und inhaltliche Mittel genutzt werden, um Garvey im Roman zu charakterisieren.
5.2.1 Formale Auseinandersetzung: Es wird analysiert, wie die narrative Struktur, wie etwa Kursivtexteinschübe, die Glaubwürdigkeit des Textes manipuliert.
5.2.2 inhaltliche Auseinandersetzung: Der Abschnitt beleuchtet die zentralen Konflikte des Romans (Liebe/Hass, Verrat/Treue) und wie diese Garveys Rolle als ambivalente historische Figur spiegeln.
5.3 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass der Roman durch seine faktengestützte und leicht kritische Präsentation eine differenziertere Perspektive auf Garvey einnimmt als Musik oder Kinderbuch.
6 Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Polarität von Vereinigung und Spaltung sowie Garvey als eine Figur der Extreme hervor.
7 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Marcus Garvey, Renaissance, Populärkultur, Reggae, Rastafari, Kinderliteratur, historischer Roman, African-American literature, Identitätsbildung, Black Nationalism, Postkolonialismus, UNIA, kulturelle Repräsentation, Biographien, magischer Realismus.
Die Arbeit untersucht, wie die historische Figur Marcus Garvey in der zeitgenössischen Populärkultur, insbesondere in Musik, Kinderliteratur und Romanen, als Symbol wiederbelebt und dargestellt wird.
Die Themenfelder umfassen die Konstruktion von historischem Gedächtnis, die Bedeutung kultureller Identität für die afrikanische Diaspora, politische Ideologien im Kontext des Black Nationalism sowie die Möglichkeiten und Gefahren der Vereinfachung komplexer Historie für unterschiedliche Zielgruppen.
Das Ziel ist zu ergründen, welche Kunstformen für die historische Renaissance Garveys verwandt werden, wie und warum er in diesen Medien dargestellt wird und ob diese Darstellungen eine Polarisierung bezüglich seiner Person begünstigen.
Die Arbeit bedient sich einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die sowohl formale Aspekte (wie narrative Strukturen, Erzählmodus) als auch inhaltliche Analysen von Texten, Liedern und Illustrationen kombiniert und dabei theoretische Konzepte wie den magischen Realismus oder Rezeptionstheorien einbezieht.
Der Hauptteil ist in drei Abschnitte unterteilt: Erstens die Analyse von Reggae-Musik, zweitens die Untersuchung des Kinderbuches „Marcus Teaches Us“ und drittens die Interpretation des Romans „Blood and Brotherhood“.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Marcus Garvey, Renaissance, Popkultur, Rastafari, Reggae, Kinderliteratur, historischer Roman, Identitätsbildung und kulturelle Repräsentation.
Während die Musik Garvey als komplexen Propheten und teils verratenen Anführer darstellt, bietet das untersuchte Kinderbuch eine stark idealisierte und simplifizierte Heldenfigur, um Kindern ein identitätsstiftendes Vorbild zu bieten, ohne die kontroversen Aspekte seines Lebens zu thematisieren.
Der magische Realismus wird genutzt, um die binären Oppositionen der Zeit (z.B. Liebe vs. Hass, Realität vs. Fiktion) darzustellen und eine narrative Struktur zu schaffen, die den Leser dazu anregt, die Glaubwürdigkeit und Historizität der dargebotenen Informationen selbst kritisch zu hinterfragen.
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