Masterarbeit, 2017
75 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1. Modernisierungstheorie nach Lipset
2.1.1. Argumentationsstruktur
2.1.2. Kritik
2.2. Akteurstheorie von O’Donnell, Schmitter und Whitehead
2.2.1. Liberalisierung, Demokratisierung und Konsolidierung
2.2.2. Krise eines autoritären Systems
2.2.3. Kritik an der empirisch-deskriptiven Akteurstheorie
2.3. Das Dilemma der Gleichzeitigkeit
2.3.1. Probleme der National- und Staatenbildung
2.3.2. Probleme der Demokratisierung
2.3.3. Probleme beim Umbau der Wirtschaft
2.3.4. Kritik
3. Analyse Weißrusslands
3.1. Modernisierungstheorie am Beispiel Weißrusslands
3.2. Akteurstheorie am Beispiel Weißrusslands
3.2.1. Liberalisierungsphase
3.2.2. Demokratisierungsphase
3.2.3. Konsolidierungsphase
4. Analyse Ungarns
4.1. Modernisierungstheorie am Beispiel Ungarns
4.2. Akteurstheorie am Beispiel Ungarns
4.2.1. Liberalisierungsphase
4.2.2. Demokratisierungsphase
4.2.3. Konsolidierungsphase
5. Dilemma der Gleichzeitigkeit – Analyse Weißrussland und Ungarn
6. Vergleich der Ergebnisse
7. Fazit
Die Arbeit untersucht die Erklärungskraft der Modernisierungstheorie (Lipset) und der Akteurstheorie (O'Donnell, Schmitter, Whitehead) sowie des Theorems des „Dilemmas der Gleichzeitigkeit“ (Elster, Offe) anhand der politischen Transformationsprozesse in Weißrussland und Ungarn zwischen 1985 und 1995. Ziel ist es zu analysieren, ob und inwieweit diese klassischen Paradigmen geeignet sind, die unterschiedlichen demokratischen bzw. autokratischen Entwicklungen in den post-kommunistischen Staaten zu erklären.
2.1.1. Argumentationsstruktur
Lipsets grundlegender Kausalzusammenhang ist auf der Makroebene gesellschaftlicher Entwicklung angesiedelt. Er geht davon aus, dass (sozio-)ökonomische Entwicklung Demokratie begünstigt. Dieser recht simplen Annahme liegen jedoch eine Vielzahl von Wirkungszusammenhängen zugrunde, die dazu führen, dass sich die „form of the ‚class struggle‘“ (Lipset 1959:83) verändert. Hierbei betrachtet er sowohl Transformationen hin zu einer Demokratie als auch die Beibehaltung einer bereits existierenden Demokratie als Folge von Modernisierung. Der Zusammenhang zwischen (sozio-)ökonomischer Entwicklung und Demokratie spaltet sich allerdings in mehrere Bestandteile auf, die von Lipset selbst als „economic development“ (Lipset 1959: 75) bezeichnet werden. Dieses beinhaltet neben wachsendem Wohlstand, eine zunehmende Industrialisierung, Urbanisierung und ein steigendes Bildungsniveau. Diese Komponenten sind es, die im Zusammenspiel dafür sorgen, dass der Klassenkampf entschärft wird und es zu einer politischen Mäßigung kommt (Lipset 1959: 83). Im Folgenden sollen diese Bestandteile näher betrachtet werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik demokratischer Übergänge nach dem Zusammenbruch des Sowjet-Imperiums ein und stellt die zentralen Theorien sowie das Dilemma der Gleichzeitigkeit als analytischen Rahmen vor.
2. Theoretischer Rahmen: Das Kapitel erläutert die Modernisierungstheorie nach Lipset, die Akteurstheorie von O’Donnell, Schmitter und Whitehead sowie das Theorem des Dilemmas der Gleichzeitigkeit von Elster und Offe als theoretische Grundlagen.
3. Analyse Weißrusslands: Die Theoriekonzepte werden auf das Fallbeispiel Weißrussland angewandt, um die Gründe für die dort ausgebliebene Demokratisierung zu untersuchen.
4. Analyse Ungarns: Dieser Teil beleuchtet die erfolgreiche demokratische Transformation Ungarns durch die Anwendung der Modernisierungs- und Akteurstheorie.
5. Dilemma der Gleichzeitigkeit – Analyse Weißrussland und Ungarn: Hier werden beide Länder vergleichend anhand der Problemfelder Staatsbildung, Demokratisierung und Wirtschaftsumbau analysiert, um die Reichweite des Dilemmas der Gleichzeitigkeit zu prüfen.
6. Vergleich der Ergebnisse: Die Ergebnisse der theoretischen Analysen werden zusammengeführt, um Stärken und Schwächen der verschiedenen Ansätze in Bezug auf beide Fallstudien zu identifizieren.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Aussagekraft der untersuchten Theorien zusammen und betont die Notwendigkeit einer Zusammenschau von Makro- und Mikroebene.
Transformation, Modernisierungstheorie, Akteurstheorie, Dilemma der Gleichzeitigkeit, Weißrussland, Ungarn, Demokratisierung, Systemwechsel, politische Transformation, wirtschaftliche Transformation, Lipset, O'Donnell, Schmitter, Postkommunismus, Politische Eliten.
Die Arbeit vergleicht drei politikwissenschaftliche Erklärungsansätze für Transformationsprozesse – die Modernisierungstheorie, die Akteurstheorie und das Theorem des Dilemmas der Gleichzeitigkeit – anhand von Fallstudien in Weißrussland und Ungarn.
Die zentralen Felder sind die Analyse von Systemwechseln, das Verhältnis von sozioökonomischer Entwicklung zur Demokratiefähigkeit und der Einfluss von Akteursstrategien auf den Ausgang politischer Transitionen.
Die Arbeit untersucht, ob klassische Modernisierungs- und Akteurstheorien bei der Beschreibung der spezifischen Transformationsprozesse in post-kommunistischen Staaten versagen oder ob sie ihre Erklärungskraft unter den schwierigen Bedingungen dieser Systeme behalten.
Es handelt sich um einen komparativen Ansatz, bei dem theoretische Konzepte deduktiv auf zwei spezifische Fallbeispiele (Weißrussland und Ungarn) angewandt und deren empirische Erklärungskraft kritisch bewertet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die getrennte Analyse von Weißrussland und Ungarn unter Anwendung der Theorien sowie einen vergleichenden Abschnitt zum „Dilemma der Gleichzeitigkeit“.
Die Arbeit lässt sich primär mit Begriffen wie Systemtransformation, Demokratisierung, Akteurstheorie, Modernisierung und den spezifischen Länderschwerpunkten Weißrussland und Ungarn beschreiben.
Weißrussland dient als Beispiel für eine gescheiterte Demokratisierung und eine autokratische Entwicklung, an dem sich die Grenzen gängiger Modernisierungstheorien und die Bedeutung externer Faktoren besonders gut aufzeigen lassen.
Während sich in Ungarn trotz mancher theoretischer Diskrepanzen eine stabile Demokratie etablierte, verblieb Weißrussland in einer autokratischen Struktur, was die Arbeit auf die unterschiedliche Rolle der politischen Akteure und das Ausbleiben tiefgreifender Reformen zurückführt.
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