Bachelorarbeit, 2015
120 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Zum Terminus Performativen Religionsunterrichts
2.1 Performativität
2.2 Performance
2.3 Die Polstellung von Performativität und Performance
3. Begründungsmomente für einen performativen Religionsunterricht
3.1 Entwicklungslinien
3.2 Wandel der religiösen Situation von Schülerinnen und Schüler
3.3 Der Drang nach Teilhabe
3.4 Die Notwendigkeit der Darstellung
4. Erfahrungen
4.1 Zum Terminus der Erfahrung
4.2 Der Nutzwert von Erfahrung
4.3 Das „Nutzbarermachen“ von Erfahrungen
5. Anforderungen an die Lehrkraft im performativen Religionsunterricht
5.1 Beheimatung in der eigenen Religion
5.2 Ambiguitätstoleranz
5.3 Spiritualität und liturgische Kompetenz
5.4 Die Beziehungsfähigkeit
6. Kritische Sichtweisen
7. Performative Religionsdidaktik am Handlungsfeld Kirchenraum
7.1 Kirchenraum – Ort gelebten Glaubens
7.1.1 Annäherung an das Heilige
7.1.2 Darstellung und Begegnung des Heiligen
7.1.3 Das Heilige reflektieren
7.2 Prinzipien der Kirchenraumpädagogik
8. Vom Kirchenraum zum Erfahrungsraum – eine praktische Umsetzung
8.1 Rahmenbedingungen
8.2 Organisatorische Maßnahmen
8.3 Konzeption der Kirchenraumerkundung im Sinne des performativen Religionsunterrichts
8.3.1 Die Phase der Annäherung
8.3.2 Die Phase der Darstellung
8.3.3 Die Phase der Reflexion
9. Durchführung der Untersuchung
10. Darstellung der Ergebnisse
10.1 Begründungsmomente
10.2 Lehrerkompetenzen
10.3 Erfahrungs- und Urteilsbildung
10.4 Kritik
11. Würdigung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Tauglichkeit des Konzepts des performativen Religionsunterrichts für den Einsatz am Handlungsfeld Kirchenraum. Ziel ist es, zu prüfen, ob dieser didaktische Ansatz Schülern helfen kann, in Zeiten religiöser Enttraditionalisierung originäre religiöse Erfahrungen zu machen und eine eigene Urteilsbildung zu entwickeln, ohne dabei in eine ungewollte Missionierung zu verfallen.
3.3 Der Drang nach Teilhabe
Wie einleitend unter Kapitel 3.2 beschrieben, gibt es eine wachsende Zahl von Schülerinnen und Schüler, welche zwar am Religionsunterricht teilnehmen, allerdings ohne wirklich daran teilnehmen zu können. Das „Nichtkönnen“ und die damit in Verbindung stehenden Gründe dürfen allerdings nicht zu einer fehlgeleiteten Annahme führen, dass die Kinder und Jugendlichen nicht am Religionsunterricht teilnehmen wollen. Eher Gegenteiliges darf angenommen werden. Schülerinnen und Schüler wollen durchaus und haben das Bedürfnis, geht man von stimmigen Rahmenbedingungen innerhalb des unterrichtlichen Geschehens aus, religiöse Vollzüge kennenzulernen. Allerdings muss das „Wollen“ der Schülerschaft, wie bereits angedeutet, angestoßen bzw. ermöglicht werden. Dahingehend gilt es zu vermeiden, innerhalb des Religionsunterrichts eine Mentalität entstehen zu lassen, bei dieser es lediglich gewünscht ist, Gedanken zu bewegen nicht aber den Körper. „Wer Schülerinnen und Schüler als Subjekte ernst nimmt, wird nicht ihre vorhandenen Bedürfnisse unterdrücken, sondern diese produktiv und positiv in die Lernprozesse einbinden – in Körpererfahrungen, in Fantasiereisen, in Interaktionsübungen oder in erfahrendem Spiel.“ Diesen Bedürfnissen lässt sich nachkommen, wenn sie sich ganzheitlich, mit Leib und Seele, mit Kopf, Herz und Hand am religionsunterrichtlichen Geschehen beteiligen können. Das oben genannte Ermöglichen eines derartigen Unterrichts stößt gleichzeitig auch das Wollen an, denn Handlungsspielräume, tatsächliche Möglichkeiten eigene, für die Schülerschaft dann auch leichter zu fassende Erfahrungen und Vollzugsformen wirken motivierend. Nun können die Kinder und Jugendlichen die im Unterricht allzu oft eingeforderte Beobachterperspektive verlassen und in Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Unterrichtsgegenstand selbst tätig werden, dadurch auch tiefer verstehen. Das tiefere Verstehen und der damit einhergehende Mehrwert, welcher der Schülerschaft zukommt, wird vielfach belegt. Als Beispiel für einen derartigen Beleg sei die American Audiovisuell Society genannt. Diese fand heraus, dass die menschliche Behaltensleistung bezüglich eines konkreten Lerngegenstands
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Ansatz des performativen Religionsunterrichts als Antwort auf den Traditionsabbruch bei Kindern und Jugendlichen.
2. Zum Terminus Performativen Religionsunterrichts: Dieser Abschnitt klärt die Begriffe Performativität und Performance und deren Zusammenspiel im Kontext des Religionsunterrichts.
3. Begründungsmomente für einen performativen Religionsunterricht: Hier werden die theologischen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten für performatives Handeln, wie der Wandel der Schülerschaft, erläutert.
4. Erfahrungen: Der Kapitelabschnitt definiert den Erfahrungsbegriff und analysiert, wie Schüler fremde Erfahrungen nutzbar machen können.
5. Anforderungen an die Lehrkraft im performativen Religionsunterricht: Hier werden notwendige Lehrerkompetenzen wie Beheimatung, Ambiguitätstoleranz und Beziehungsfähigkeit für diesen Unterrichtsstil beschrieben.
6. Kritische Sichtweisen: Dieses Kapitel setzt sich mit Bedenken wie der Profanisierung oder Missionierung auseinander.
7. Performative Religionsdidaktik am Handlungsfeld Kirchenraum: Das Kapitel beschreibt den Kirchenraum als idealen Lernort und stellt ein pädagogisches Dreischritt-Modell vor.
8. Vom Kirchenraum zum Erfahrungsraum – eine praktische Umsetzung: Dieser Teil konkretisiert die Vorbereitung und Durchführung einer Kirchenraumerkundung für den Unterricht.
9. Durchführung der Untersuchung: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen bei der empirischen Prüfung des Konzepts mittels Fragebögen an Mittelschulen.
10. Darstellung der Ergebnisse: Die gewonnenen Daten zur Tauglichkeit des Konzepts werden hier ausgewertet, interpretiert und kritisch hinterfragt.
11. Würdigung: Das Fazit fasst zusammen, dass performative Vorgehensweisen einen tragfähigen Weg zur religiösen Bildung darstellen.
Religionsunterricht, Performativer Religionsunterricht, Kirchenraum, Erfahrungsbildung, Traditionsabbruch, Performance, Performativität, Lehrerkompetenz, Ambiguitätstoleranz, Kirchenraumpädagogik, Religiöse Sozialisation, Teilhabe, Inszenierung, Liturgische Kompetenz, Schulpädagogik.
Die Arbeit untersucht, ob das Konzept des "performativen Religionsunterrichts" ein geeignetes Mittel ist, um Schülern in Zeiten abnehmender religiöser Bindungen einen Zugang zu christlichem Glauben und religiösen Erfahrungen zu ermöglichen.
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von Performance, der Rolle von religiöser Erfahrung, der notwendigen Haltung der Lehrkraft sowie der praktischen Anwendung des Konzepts im Kirchenraum.
Das Ziel ist eine Prüfung der Tauglichkeit des performativen Konzepts anhand eines konkreten Unterrichtsversuchs, um zu sehen, ob Schüler dadurch motiviert werden und tieferes Verständnis entwickeln.
Neben der theoretischen Erarbeitung der religionspädagogischen Grundlagen führt der Autor einen praktischen Unterrichtsversuch in verschiedenen Kirchen durch und wertet diesen mittels standardisierter Fragebögen aus.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffe, Anforderungen, Didaktik) und einen praktischen Teil, in dem ein Konzept für Kirchenraumbegehungen entworfen und empirisch an Mittelschülern überprüft wird.
Wichtige Begriffe sind performativer Religionsunterricht, Kirchenraumpädagogik, Traditionsabbruch, Lehrer-Schüler-Beziehung, religiöse Erfahrung und die Urteilsbildung der Lernenden.
Der Autor nutzt die Unterscheidung, um einerseits die sprachliche Handlungskraft (Performativität) und andererseits die szenische, inszenierte Darstellung (Performance) im Unterrichtsgeschehen begrifflich sauber zu trennen.
Die Lehrkraft tritt als "authentisches Lernmodell" auf, das über eine eigene konfessionelle Identität und liturgische Kompetenz verfügt, dabei aber strikt die Ambiguitätstoleranz wahren muss, um die Schüler nicht zu drängen.
Ja, der Autor widmet ein ganzes Kapitel möglichen Gefahren, wie einer Profanisierung des Glaubens durch "bloßes Spielen" oder dem Risiko einer ungewollten Missionierung der Schüler.
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