Bachelorarbeit, 2014
47 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Jean-Jacques Rousseau
2.1 Rousseaus zeitgenössisches Gesellschaftsbild
2.2 Naturzustand
2.2.1 Die Eigenschaften des Menschen
2.2.2 Austritt aus dem Naturzustand - über die sittlich/politische Ungleichheit und die Freiheit
2.3. Der Gesellschaftsvertrag- ein staatstheoretisches Ideal
2.3.1. Der Allgemeinwille
2.3.2 Transformation des Freiheitsverständnisses
2.3.3 Gesetze - der Bürger als Autor und Adressat der Gesetze
2.3.4 Die Konstruktion der Tugend
2.4 Die "Éducation" zum tugendhaften Bürger
2.4.1 Politische Anthropologie - Vorbilder für erzieherische Tätigkeiten
2.4.2.Erziehung
2.4.2.1 Unterricht
2.4.2.2 Sport - Körperliche Erziehung und Spiele
2.4.2.3 Von Festen, Symbolen und dem "Gründungsmythos"
2.5 Die Republik
2.5.1 Repräsentation
2.5.2 Die Einteilung in verschiedene Regierungen
2.5.3 Die Demokratie: ideale Regierungsform der Republik
2.6 Die Größe für sich
2.7 Die Homogenität der Gesellschaft
3. Die "Federalist Papers"
3.1 Das Menschenbild und Gesellschaftsverständnis
3.2 Die Faktionen und ihre Wirkung
3.3 Das Demokratieverständnis der Federalist Papers
3.4 Das Republikverständnis und die Notwendigkeit der Repräsentation
3.5. Die Gewaltenteilung
3.6 Die Größe an sich und die Heterogenität der Gesellschaft
4. Vergleich zwischen Rousseau und den Federalist Papers
5. Rousseau, die Federalist Papers und die EU
6. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Republikanismus und Europäischer Union, indem sie die Staatstheorien von Jean-Jacques Rousseau und der Federalist Papers vergleichend analysiert, um daraus Rückschlüsse für die demokratische Legitimation und das Identitätsstiftungsvermögen der EU abzuleiten.
2.3. Der Gesellschaftsvertrag- ein staatstheoretisches Ideal
"Da nun die Menschen keine neuen Kräfte hervorbringen, sondern nur die vorhandenen vereinigen und lenken können, so haben sie kein anderes Mittel, sich zu erhalten, als durch Zusammenschluß eine Summe von Kräften zu bilden, die den Widerstand überwinden könnte, und diese durch die eine einzige Triebfeder in Bewegung zu bringen und gemeinsam wirken zu lassen." (Rousseau, CS I 6 : 279)
Diese Aussage Rousseaus im sechsten Kapitel des Werkes "Vom Gesellschaftsvertrag" bildet einen Schwerpunkt der anvisierten Überlegungen: Sie beinhaltet die Formel dessen, dass sich eine Gesellschaft lediglich durch den Zusammenschluss der Einzelnen weiter zu einem Besseren transformieren kann. Jedoch besteht dieser Zusammenschluss nicht auf der Basis der Individuen, sondern erwächst aus der gemeinschaftlichen Unterstellung seiner "Person und seine[r] ganze[n] Kraft der obersten Leitung des Gemeinwillens, [und wir nehmen als Körper jedes Glied als untrennbaren Teil des Ganzen auf]" (Rousseau, CS I 6 : 280 ff.).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung der EU als Wirtschaftsgemeinschaft und stellt das Problem des fehlenden Bürger-Selbstverständnisses sowie die daraus resultierende Legitimitätskrise und den Europa-Skeptizismus dar.
2. Jean-Jacques Rousseau: Dieses Kapitel arbeitet Rousseaus Staatsphilosophie heraus, die auf einem idealisierten Naturzustand, dem Gesellschaftsvertrag, dem Allgemeinwillen und der notwendigen Erziehung der Bürger zur tugendhaften Gemeinschaft basiert.
3. Die "Federalist Papers": Hier werden die Federalist Papers als Gegenmodell zu Rousseau analysiert, wobei der Fokus auf einem pessimistischeren Menschenbild, der Notwendigkeit von Gewaltenteilung und Repräsentation zur Kontrolle von Faktionen in großen Staaten liegt.
4. Vergleich zwischen Rousseau und den Federalist Papers: Dieses Kapitel stellt beide Theorien gegenüber und verdeutlicht, wie Rousseau eine kleine, homogene Republik anstrebt, während die Federalist Papers auf Föderalismus und Institutionen in einem großräumigen Staat setzen.
5. Rousseau, die Federalist Papers und die EU: Der Autor prüft, inwiefern die theoretischen Ansätze der beiden Philosophen als Denkanstöße für die aktuelle EU dienen können, insbesondere hinsichtlich der Erziehung zu europäischer Identität und der Akzeptanz kultureller Diversität.
6. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass die untersuchten Theorien keine direkten Lösungen bieten, aber wichtige Anhaltspunkte für eine stärkere emotionale Verankerung der Bürger in der europäischen Gemeinschaft liefern können.
Republikanismus, Europäische Union, Jean-Jacques Rousseau, Federalist Papers, Gesellschaftsvertrag, Allgemeinwille, Repräsentation, Demokratie, Faktionen, Gewaltenteilung, Politische Erziehung, Bürgerbewusstsein, Volkssouveränität, Integration, Staatsverständnis
Die Arbeit analysiert, wie die staatstheoretischen Ansätze von Rousseau und den Federalist Papers genutzt werden können, um das demokratische Verständnis und die Legitimation der Europäischen Union zu reflektieren.
Zentrale Themen sind das Verhältnis zwischen Bürger und Staat, die Bedeutung von Tugend und Erziehung, der Umgang mit gesellschaftlicher Heterogenität sowie die Funktion von Repräsentation und Gewaltenteilung.
Die Arbeit fragt danach, inwiefern historische Positionen des Republikanismus Denkanstöße für den gegenwärtigen europäischen Einheitsprozess und die Bildung eines europäischen Bürgerbewusstseins leisten können.
Es handelt sich um eine ideengeschichtliche, vergleichende Analyse, die theoretische Primärtexte analysiert und diese im Kontext aktueller europapolitischer Herausforderungen diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Rousseaus Theorie, die Analyse der Federalist Papers, eine vergleichende Gegenüberstellung sowie eine spezifische Anwendung dieser Theorien auf die Europäische Union.
Die zentralen Begriffe sind unter anderem Republikanismus, Volkssouveränität, Faktionen, Allgemeinwille, Repräsentation, politische Identität und europäische Integration.
Rousseau favorisiert die direkte Demokratie in kleinen, homogenen Gemeinwesen, während die Federalist Papers Repräsentation und ein System von checks and balances als essenziell für die Stabilität und Freiheit in großflächigen, heterogenen Republiken ansehen.
Der Autor argumentiert, dass eine gezielte Erziehung zu patriotischer Tugend und die Zelebrierung europäischer Symbole dazu beitragen könnten, ein stärkeres europäisches Bürgerbewusstsein zu schaffen und das Desinteresse der Bevölkerung am europäischen Einigungsprozess zu überwinden.
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