Bachelorarbeit, 2017
45 Seiten, Note: 1,7
1 Thema und Vorgehen
2 Forschungsstand
3 Zentrale Einflussfaktoren und Werkumgebung
4 Analyse der Kernsonette
4.1 Das Sonett CXXXIV Pace non trovo von Francesco Petrarca
4.2 Das Sonett CXLI „In faith I do not love thee with mine eyes“ von William Shakespeare
4.3 Vergleich von Kernkonflikten bei Petrarca und Shakespeare
4.4 Zusammenfassung und Zwischenfazit
5 Bestätigung der These über eine grundsätzlich unterschiedliche Motivation der Lyriker
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den literarischen Topos der unglücklichen Liebe bei Francesco Petrarca und William Shakespeare, um die lyrisch inszenierten Konflikte zu identifizieren und im Kontext der jeweiligen literarischen Lebenswelt zu vergleichen.
4.1.1 Inhalt und Aufbau
Im 134. Sonett des Zyklus` klagt das lyrische Ich zu seiner Herrin über seine ausweglose und von paradoxen Widersprüchen geprägte Situation, in die es seine Liebe zu ihr stürzt. Es ist eines der am meisten von Konflikten und unüberwindlicher Ausweglosigkeit geprägten Gedichte im Werk. Der Inhalt folgt nur zum Teil der äußeren Form und besteht aus vier inhaltlich sinnvoll gegliederten Abschnitten: in den Versen 1-4 schildert das lyrische Ich die äußeren Umstände, zwischen denen es hin- und hergerissen ist. Weder findet es Frieden noch hat es die Voraussetzungen, um Krieg zu führen. Mal fürchtet es sich, mal hofft es, mal brennt es, mal fühlt es sich wie aus Eis. Es fliegt und liegt in der Erde vergraben – es scheint also himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt –, es umarmt nichts und doch die ganze Welt. Der Leser sieht den Körper des Liebenden vor seinem inneren Auge in verschiedenen Szenerien, die auf ihn einwirken und gegensätzlicher nicht sein können.
In den Versen 5-8 dann schildert das lyrische Ich den Verlust seiner Freiheit durch die Liebe und gibt im gleichen Atemzug zu, dass kein anderer, auch nicht Amor, es gefangen hält; auch hier wieder die Gegensätze: das Gefängnis öffnet sich nicht und ist auch nicht verschlossen, niemand hält des Sprecher zurück und löst auch nicht die Schlinge, die ihn hält; Amor tötet und entkettet ihn nicht und will den Liebenden weder leben lassen noch ihn aus seiner Klemme ziehen („et non m’ancide Amore et non mi sferra“, RVF 134.7).
1 Thema und Vorgehen: Vorstellung des literarischen Topos der unglücklichen Liebe und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise sowie der Auswahl der beiden Lyriker.
2 Forschungsstand: Überblick über die bestehende wissenschaftliche Literatur zum Petrarkismus sowie zu den Werken von Petrarca und Shakespeare.
3 Zentrale Einflussfaktoren und Werkumgebung: Analyse der historischen und literarischen Rahmenbedingungen, wie der mittelalterlichen Minne und der Bedeutung des Sonetts für beide Dichter.
4 Analyse der Kernsonette: Detaillierte Untersuchung und Interpretation der ausgewählten Sonette von Petrarca und Shakespeare hinsichtlich Inhalt, Form und sprachlicher Gestaltung.
5 Bestätigung der These über eine grundsätzlich unterschiedliche Motivation der Lyriker: Diskussion der philosophischen und poetologischen Hintergründe, die zur jeweils spezifischen Ausgestaltung der Liebeskonflikte führen.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Einordnung der Bedeutung beider Werke für die europäische Liebeslyrik.
Unglückliche Liebe, Petrarca, Shakespeare, Sonett, Petrarkismus, Konflikt, Liebeslyrik, Sprachanalyse, Literaturvergleich, Liebeskonzeption, Dolce Stil Novo, Renaissance, Körperlichkeit, Emotion, Identitätssuche
Die Arbeit analysiert den literarischen Topos der unglücklichen Liebe bei Petrarca und Shakespeare, um deren spezifische Art der Konfliktdarstellung zu vergleichen.
Zentrale Felder sind die Analyse der Liebeskonzepte, die Rolle von Form und Sprache im Sonett sowie die philosophischen und historischen Einflüsse auf die Dichter.
Das Ziel ist die Identifikation lyrisch inszenierter Konflikte und der Vergleich der Zielsetzung sowie Motivation beider Dichter bei der Erschaffung ihrer Werke.
Die Arbeit nutzt eine komparative literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl inhaltliche Aspekte als auch formale Strukturen und sprachliche Stilmittel einbezieht.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse spezifischer Sonette beider Dichter sowie einem systematischen Vergleich ihrer Herangehensweise an Themen wie Liebe, Sünde, Freiheit und das eigene lyrische Ich.
Neben dem zentralen Begriff der unglücklichen Liebe spielen Petrarkismus, Subjektivität, der Konflikt zwischen Emotion und Verstand sowie die formale Beschaffenheit des Sonetts eine entscheidende Rolle.
Während Petrarca Laura als Inbegriff einer unerreichbaren, fast überirdischen Idealfigur stilisiert, zeichnet Shakespeare seine "Dark Lady" als eine wesentlich ambivalentere, teils abstoßende und realistische Figur.
In Shakespeares Sonetten dient die Thematisierung von Sünde oft dazu, das zwiespältige und teils irrationale Begehren des lyrischen Ichs zu unterstreichen, während sie bei Petrarca stärker in einen religiösen Kontext eingebettet ist.
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