Bachelorarbeit, 2017
105 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Definition Flüchtlingsbegriff
2.1 Definition „Menschen mit Migrationshintergrund“
2.2 Definition Flüchtlinge
2.3 Definition unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
2.4 Fazit
3 Flüchtlingsmotiv
3.1 Allgemeine Flüchtlingsursachen
3.2 Ursachen minderjähriger Flüchtlinge
3.3 Die aktuelle Situationslage
3.4 Zusammenfassung
4 Clearingverfahren der minderjährigen Flüchtlinge in Deutschland
4.1 Die Einreise
4.2 Die Unterbringung
4.3 Das Clearingverfahren
4.4 Fazit
5 Aufenthaltsrechtliche Stellung minderjähriger Flüchtlinge
5.1 Erlaubnis
5.2 Duldung
5.3 Subsidiärer Schutz
5.4 Fazit
6 Schutzfunktionen für minderjährige Flüchtlinge
6.1 Das Kinder-und Jugendhilfegesetz
6.1.1 Die Jugendhilfeeinrichtung St. Vincenz Jugendhilfezentrum e.V.
6.1.2 Leistungen der Kinder und Jugendhilfe
6.1.3 Aufgaben und Alltag der Kinder und Jugendhilfe
6.1.4 Möglichkeiten der Jugendhilfeeinrichtungen
6.2 Die Genfer Flüchtlingskonvention
6.3 Die UN-Kinderechtskonvention
6.4 Das Haager Minderjährigen-Schutzabkommen
6.5 Dublin-III-Verordnung
6.6 Fazit
7 Psychische Belastungen
7.1 Trauma
7.2 Trauma: Exempel der stationären Behandlung einer Frau aus Ostafrika
7.3 Fazit
8 Die Gruppe der weiblichen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge
8.1 Die Situation der weiblichen UMF
8.1.1 Allgemeine Situation der Frauen und Mädchen in den Herkunftsländern
8.2 Hilfsangebote und Konzepte für weibliche unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
8.2.1 Fazit
8.3 Forderungen und Wünsche zur Verbesserung der Situation weiblicher unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland
8.4 Gesamtreflexion
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Lebenswelten weiblicher unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (umF) zu beleuchten, die Wirksamkeit bestehender Hilfsangebote zu prüfen und Verbesserungsmöglichkeiten für Integration und soziale Arbeit aufzuzeigen.
7.2 Trauma: Exempel der stationären Behandlung einer Frau aus Ostafrika
Ziel dieses Exempels ist es, die mannigfaltigen Gesichtspunkte und die hoch komplexe Verflechtung von Flucht und Trauma zu beleuchten. Ferner wird die Arbeit der Schwerpunkstation für psychisch erkrankte Migrantinnen und Migranten an der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich dargestellt.
Frau P. (Anfang 20) wurde aufgrund von Ängsten, Magen-Darm-Beschwerden und Schwindel in einer kleinen somatischen Klinik vorstellig. Organische Ursachen konnten nicht festgestellt werden, sodass sie wieder entlassen wurde. Im direkten Anschluss an die Entlassung brach sie zusammen, sodass sie in eine psychiatrische Klinik überwiesen wurde. Dort wurde sie nur unzureichend behandelt, da die fehlenden Sprachkenntnisse nicht kompatibel mit dem Therapieangebot waren. Wenig später wurde sie in der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vorgestellt.
Anamnestisch wurde erhoben, dass Frau P. aus ihrem ostafrikanischen Heimatland wegen des herrschenden Krieges in die Schweiz flüchtete. Ihre 2 Kinder habe sie bei ihren Eltern lassen müssen. Der Kindesvater lebe nicht mehr. In der Schweiz heiratete sie einen Mann aus ihrem Herkunftsland und bekam ein weiteres Kind mit ihm. Unmittelbar nach der Geburt litt sie unter starken Menstruationsblutungen, gynäkologischen- sowie Magen-Darm-Beschwerden. Sie zeigte psychische Auffälligkeiten, in Form von dissoziativen Episoden sowie Synkopen (spontane, kurze Bewusstlosigkeit). Bis dahin zeigte sie diese genannten Auffälligkeiten nicht. Folgende Diagnosen wurden bei Frau P. gestellt:
• Posttraumatische Belastungsstörung (ICD 10 F 43.1)
• Menometrorrhargi (abnorme starke Gebärmutterblutung) (ICD 10 N 92.1)
• Weibliche genitale Verstümmelung (Infundibulation) (ICD 10 N 90.81)
• Chronische Diarrhoe (ICD 10 K 52.9)
Frau P. wurde Ende der 80er Jahre in einer kleinen Dorfgemeinschaft als Einzelkind geboren. Das Fehlen von Brüdern schilderte sie als massiven Verlust von Sicherheit, da diese in der Pflicht gewesen wären, sie vor Übergriffen zu schützen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche und politische Debatte um Flüchtlinge in Europa und Deutschland sowie die mediale Unterrepräsentation der Situation weiblicher unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge.
2 Definition Flüchtlingsbegriff: Dieses Kapitel erläutert wichtige Begriffsbestimmungen wie "Menschen mit Migrationshintergrund", "Flüchtlinge" und "unbegleitete minderjährige Flüchtlinge" im rechtlichen Kontext.
3 Flüchtlingsmotiv: Es werden allgemeine Fluchtursachen wie Krieg, politische Verfolgung und religiöser Fundamentalismus differenziert sowie altersspezifische Ursachen für minderjährige Flüchtlinge dargestellt.
4 Clearingverfahren der minderjährigen Flüchtlinge in Deutschland: Das Kapitel beschreibt die Abläufe nach der Ankunft in Deutschland, inklusive Erstkontakt, Altersfeststellung, Unterbringung und die Rolle des Jugendamtes.
5 Aufenthaltsrechtliche Stellung minderjähriger Flüchtlinge: Hier werden aufenthaltsrechtliche Titel, die Duldung sowie die Rolle des subsidiären Schutzes als Abschiebeverbot erläutert.
6 Schutzfunktionen für minderjährige Flüchtlinge: Das Kapitel definiert gesetzliche Schutzgrundlagen wie das KJHG (SGB VIII) sowie internationale Abkommen wie die Genfer Flüchtlingskonvention und die UN-Kinderrechtskonvention.
7 Psychische Belastungen: Es erfolgt eine Definition von Traumata und die Darstellung verschiedener Stufen von Belastungsstörungen, illustriert durch ein Fallbeispiel einer traumatisierten Frau.
8 Die Gruppe der weiblichen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge: Der Hauptteil analysiert spezifisch die Situation weiblicher umF, deren besondere Gefährdungen, bestehende Hilfskonzepte und formuliert Forderungen zur Verbesserung ihrer Lebenssituation.
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, umF, Soziale Arbeit, Jugendhilfe, Fluchtursachen, Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung, Integration, Mädchen, Frauen, Aufenthaltsrecht, Kindeswohl, Genitalverstümmelung, Clearingverfahren, Empowerment.
Die Arbeit untersucht die Lebenswelten von unbegleiteten minderjährigen weiblichen Flüchtlingen und analysiert, inwiefern die aktuellen Hilfsangebote der sozialen Arbeit deren spezifische Bedürfnislage erfassen.
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Flüchtlingsbegriffs, Fluchtursachen, rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland, die Rolle des Jugendhilfesystems, psychische Belastungen sowie geschlechtsspezifische Fluchtgründe.
Ziel der Arbeit ist es zu klären, ob vorhandene Hilfsangebote praxisnah funktionieren und welche Verbesserungsmöglichkeiten für die Integration und die Lebensbedingungen weiblicher minderjähriger Flüchtlinge erarbeitet werden können.
Die Autorin kombiniert die Zusammenfassung und Beleuchtung theoretischer Konzepte mit einem Vergleich von Hilfsangeboten sowie einer ausführlichen Falldarstellung einer Traumabehandlung.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem deutschen Clearingverfahren, rechtlichen Statusfragen, verschiedenen Schutzfunktionen (z.B. SGB VIII, UN-Kinderrechtskonvention) und der spezifischen Situation weiblicher Flüchtlinge, einschließlich traumatherapeutischer Ansätze.
Wichtige Begriffe sind insbesondere: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF), Soziale Arbeit, Kindeswohl, Traumatisierung, Integration und weibliche Fluchtmotive.
Artikel 22 bildet eine zentrale Grundlage, da er die Verpflichtung der Vertragsstaaten hervorhebt, unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen humanitäre Hilfe zu gewähren, unabhängig von ihrem Begleitstatus, wobei der Schutz und die Familienzusammenführung Priorität haben.
Sie bietet eine fundierte Analyse der aktuellen Situation, zeigt praxisrelevante Spannungsfelder im Helfersystem auf und leitet konkrete Forderungen für eine sensiblere, geschlechter- und traumasensible pädagogische Arbeit ab.
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