Bachelorarbeit, 2015
45 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Theoretischer Ansatz und Forschungsperspektive
2.1. Annäherung an Nation, Nationalismus und Nationalstaat
2.2. Forschungsperspektiven und Forschungsdiskurs
2.2.1. Subjektivistische Definition
2.2.2. Objektivistische Definition
2.2.3. Konstruktivistische Definition
2.2.4. Zwischenposition
2.3. Die Nation ein volatiles Konstrukt
3. Untersuchungsdesign
3.1. Modifizierung des Designs
4. Katalanischer Nationalismus
4.1. Territoriale Erfassung Kataloniens
4.2. Parteiengefüge in Katalonien
4.3. Der Streit um das Autonomiestatut
4.4. Ökonomisches Verhältnis in Katalonien
4.5. Katalanische Sprache und dessen Bedeutung
4.6. Katalonien Nationalismus und die öffentliche Meinung
4.7. Massenmobilisierungen und ANC in Katalonien
4.8. Katalonien und die internationale Integration
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die katalanische Nationalbewegung vor dem Hintergrund ökonomischer, kultureller und historischer Faktoren, mit dem Ziel, die Motivation hinter den Unabhängigkeitsbestrebungen zu analysieren und die Hypothese einer primär ökonomisch motivierten Benachteiligung zu überprüfen.
4.1. Territoriale Erfassung Kataloniens
Bevor es möglich ist den Nationalismus Kataloniens zu erfassen, bedarf es der Notwendigkeit der territorialen Definition. Durch die politischen und kulturgeschichtlichen Entwicklungen der Vergangenheit ist es schwierig ein Gebiet zu erfassen. So wird des Öfteren von „països catalans“ den auf Deutsch „katalanischen Ländern“ gesprochen sowie von Katalonien im Allgemeinen. Diese umfassen neben dem 1978 etablierten Autonomen Regionen Katalonien, die Baleareninseln, Valencia sowie die südfranzösische Stadt Perpignan und einen Zipfel Sardiniens (vgl. Herzog 1989: 21).
Doch diese historische und kulturelle Begründung des Raums haben noch Auswirkungen auf die gegenwärtigen Diskussionen um einen katalanischen unabhängigen Staat. So sind „irredentistische" Forderungen im katalanischen Nationalismus präsent, diese fordern eine Wiedervereinigung der katalanischen Ländern (vgl. Eser 2009: 31). Dabei stellt sich vor allem die linksliberal-republikanische Partei Esquerra Republicana de Catalunya (ERC), die das Ziel des Aufbaus eines Països Catalans auf ihrer Homepage beschreibt (vgl. ERC 2014).
Für die vorliegende Arbeit wird mit Katalonien der Raum der Autonomen Gemeinschaft Kataloniens gemeint, der mit der heutigen „Generalitat de Catalunya“ deckungsgleich ist. Unter „Generalitat“ versteht man heute die Gesamtheit der politischen Institutionen der Autonomen Gemeinschaft Kataloniens, die 1979 im Rahmen der Transición neu etabliert wurden, diese umfassen das Regionalparlament, Präsidialamt und Exekutivrat als Regierung (vgl. Collado-Seidel 2007: 203). Das Autonomiestatut ignoriert den Anspruch auf „països catalans“ und betont die Zuständigkeit der Generalitat auf das Gebiet der Autonomen Gemeinschaft in Artikel 2 und 14 (EAC 2007: 2/9).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Kontext der Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien und setzt diese in Beziehung zu anderen europäischen Bewegungen, wobei die zentrale Forschungsfrage nach den Ursachen der katalanischen Nationalbewegung formuliert wird.
2. Theoretischer Ansatz und Forschungsperspektive: Dieses Kapitel liefert eine terminologische Einordnung der Begriffe Nation und Nationalismus und diskutiert verschiedene wissenschaftliche Forschungsperspektiven zur Konstruktion von Nationen.
3. Untersuchungsdesign: Es wird ein modifiziertes Analysemodell auf Basis von Keatings vier Dimensionen (kulturell, sozial, ökonomisch, politisch) entwickelt, um die katalanische Nationalbewegung strukturiert zu erfassen.
4. Katalanischer Nationalismus: Dieses Hauptkapitel analysiert die spezifischen Ausprägungen des katalanischen Nationalismus durch die Untersuchung von Geografie, Parteien, Recht, Wirtschaft, Sprache, öffentlicher Meinung und Massenbewegungen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen, bewertet die aufgestellte Hypothese zur ökonomischen Benachteiligung und diskutiert zukünftige Szenarien für Katalonien.
Katalonien, Nationalismus, Unabhängigkeit, Autonomiestatut, Generalitat, Sprache, Identität, Zivilgesellschaft, ANC, Zentrum-Peripherie-Verhältnis, Konstruktivismus, Europäische Union, Politische Parteien, Wirtschaft, La Diada
Die Arbeit analysiert die Ursachen und die Ausprägung der aktuellen katalanischen Nationalbewegung und setzt sie in den wissenschaftlichen Kontext der Nationalismusforschung.
Die Schwerpunkte liegen auf der kulturellen Identität (Sprache), der ökonomischen Situation im Verhältnis zu Spanien, dem Parteiengefüge und dem Einfluss zivilgesellschaftlicher Akteure wie der ANC.
Das Ziel ist es, die Hypothese zu überprüfen, ob die katalanische Nationalbewegung primär durch eine wirtschaftliche Benachteiligung durch den spanischen Zentralstaat motiviert ist.
Es wird ein analytischer Rahmen genutzt, der Nationalbewegungen in vier Dimensionen (kulturell, sozial, ökonomisch, politisch) unterteilt, um eine systematische Untersuchung zu ermöglichen.
Im Hauptteil werden die theoretischen Dimensionen auf den konkreten Fall Katalonien angewandt, inklusive Analysen zu Parteien, Sprache, Massenmobilisierungen und der rechtlichen Auseinandersetzung um das Autonomiestatut.
Zentrale Begriffe sind Katalonien, Nationalismus, Autonomie, Unabhängigkeit, Identität und das Zentrum-Peripherie-Verhältnis.
Dieses Datum dient als symbolischer Ankerpunkt ("La Diada"), um trotz historischer militärischer Niederlagen den Widerstand gegen den spanischen Zentralismus und den Erhalt der eigenen kulturellen Identität zu betonen.
Die Sprache fungiert als das zentrale verbindende Element der Nation und ist gleichzeitig ein machtpolitisches Instrument im Kampf um nationale Souveränität und Anerkennung.
Die Assemblea de Catalunya (ANC) wird als tragende, zivilgesellschaftliche Organisation beschrieben, die durch hohe Mobilisierungskraft und symbolstarke Aktionen die Unabhängigkeitsbestrebungen maßgeblich vorantreibt.
Die ökonomische Benachteiligung kann nicht als alleinige Antriebsfeder bestätigt oder widerlegt werden, da sie stark mit historischen und identitätspolitischen Narrativen verschmilzt und somit ein komplexer Teil des Gesamtmotives ist.
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