Bachelorarbeit, 2015
49 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretischer Ansatz und Forschungsperspektive
2.1. Annäherung an Nation, Nationalismus, Nationalbewegung und Nationalstaat
2.2. Forschungsperspektiven und Forschungsdiskurs
2.2.1. Subjektivistische Definition
2.2.2. Objektivistische Definition
2.2.3. Konstruktivistische Definition
2.2.4. Zwischenposition
2.2.5. Die Nation ein volatiles Konstrukt
2.3. Geschichte, Symbole und Nation
2.3.1. Mythen der Nationen
2.3.2. Retrovision – Nationen, Kunst und Medien
3. Annäherungsversuch an die schottischen Nation
3.1. England, Schottland und der Act of Union
3.2. „Erwachen“ der schottischen Nation
3.3. Herausforderungen für das Westminster-Modell
3.4. Akteure in den Referendumskampagne 2014
3.4.1. „Yes Scotland“
3.4.2. „Better together“-Bewegung
4. Analyse der Referendumskampagne
4.1. Symbole
4.2. Mentalitäten
4.2.1. „Schotten sind sozialer“
4.2.2. „Schotten sind europäischer“
4.2.3. „Schotten sind friedlicher“
4.3. Materielle Kultur
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die Instrumentalisierung von Geschichte, Symbolen und Mentalitäten durch die politischen Bewegungen während der schottischen Unabhängigkeitsreferendumskampagne 2014, um zu verstehen, wie narrative Identitätskonstruktionen zur Argumentation genutzt wurden.
4.2.1. „Schotten sind sozialer“
Die Schotten stellen sich in ihrer Selbstdarstellung als sozialer dar als die Engländer. Dies beruht vermutlich auf den strengen Kürzungen im Rahmen der Politik von Margaret Thatcher Anfang der 80er Jahren. Diese wirkten als Katalysator zu einer sozialen Entfremdung. Der Abbau des Sozialstaats und die Privatisierungen wurden in Schottland eher unerfreulich aufgenommen. Traditionsgemäß ist Schottland stark von Arbeitern bspw. in Werften geprägt und war bis zum Durchbruch der SNP vorwiegend zur Arbeiterpartei Labour orientiert.
Dieses Bild des sozialeren Schottlands, im Gegensatz zu England, wurde im Rahmen der Referendumskampagne zusätzlich gestärkt und benutzt. Dieses griff unterschiedliche Lebensphasen und Lebensstile der Bevölkerung auf.
Die „Yes“-Bewegung stellte sich als besonders aufgeschlossen gegenüber einer Gleichberechtigung von homosexuellen Beziehungen dar. Deshalb wurde bei Demonstrationen vielfach der „Yes“-Schriftzug in den klassischen Regenbogenfarben der Lesben- und Schwulenbewegung benutzt.111 Es dient hierbei als Symbol der Toleranz und Akzeptanz sowie der Vielfältigkeit.
Neben der Inklusivität gegenüber Homosexuellen ist dies auch gegenüber Migranten in dem Werben für einen unabhängigen Staat integriert. Deshalb sind Plakate auf Polnisch, Arabisch und anderen großen Migrantengruppen speziell für diese veröffentlicht. Auf diesen wurde generell im Falle einer Unabhängigkeit eine gerechtere Arbeitsbezahlung versprochen.112
1. Einleitung: Einführung in das schottische Referendum 2014, die politische Ausgangslage und die Forschungsfragen der Arbeit.
2. Theoretischer Ansatz und Forschungsperspektive: Erläuterung der Begriffe Nation, Nationalismus und Nationalstaat sowie Vorstellung konstruktivistischer Ansätze zur Identitätsbildung.
3. Annäherungsversuch an die schottischen Nation: Historischer Überblick über die Beziehungen zwischen England und Schottland sowie die Entwicklung der schottischen Nationalbewegung bis zur Kampagne 2014.
4. Analyse der Referendumskampagne: Untersuchung der symbolischen und mentalitätsgeschichtlichen Instrumentalisierung in den Kampagnen "Yes Scotland" und "Better together".
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einordnung der Bedeutung von Identitätsnarrativen im modernen politischen Diskurs.
Schottland, Referendum, Nationalismus, Identität, Yes Scotland, Better together, Geschichte, Symbole, Mentalitäten, Materielle Kultur, Konstruktivismus, Westminster-Modell, Devolution, Unabhängigkeit, Politische Kommunikation
Die Arbeit analysiert, wie die schottische Nationalbewegung im Vorfeld und während des Unabhängigkeitsreferendums 2014 Geschichte, Symbole und bestimmte Mentalitätsbilder nutzte, um ihre Argumentation zu stützen.
Zentral sind der theoretische Diskurs über Nation und Nationalismus, die historische Entwicklung der schottischen Eigenstaatlichkeit sowie eine konkrete Untersuchung der Werbekampagnen beider Lager.
Das Ziel ist es, die Arbeitshypothese zu belegen, dass in der Referendumskampagne bewusst narrative Geschichte und soziale Identitätsbilder zur politischen Argumentation instrumentalisiert wurden.
Es wird eine medienanalytische Untersuchung durchgeführt, die sich auf die Auswertung von Plakaten, Flyern, Online-Materialien und visuellen Symbolen der Kampagnen konzentriert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, einen historischen Abriss der schottisch-englischen Beziehungen und eine detaillierte Analyse der Kampagnenakteurin "Yes Scotland" und "Better together".
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie nationale Identität, Referendumskampagne, Konstruktivismus, Symbolik und die spezifisch schottischen Narrative der Sozialität und Europäizität beschreiben.
Das Westminster-Modell wird von der Nationalbewegung als ein System beschrieben, das die schottischen Interessen nicht angemessen vertritt, was als ein Hauptgrund für das Streben nach Unabhängigkeit angeführt wird.
Die "Yes"-Bewegung nutzte Symbole wie das Andreaskreuz und die Farben Blau/Weiß sehr präsent zur Identitätsstiftung, während die "Better-together"-Bewegung eher auf technokratische und gesamtbritische Argumentationsmuster setzte.
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