Bachelorarbeit, 2014
44 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Definition und Entstehung des Trinkgeldes
2. Determinanten des Trinkgeldes
2.1 Berufsbranche
2.2 Kultur eines Landes
2.3 Persönlichkeitsmerkmale der Kunden
2.4 Situative Faktoren
3. Motive für die Trinkgeldvergabe
3.1 Soziale Motive
3.1.1 Soziale Norm
3.1.2 Konformität
3.1.3 Suche nach sozialer Anerkennung und Furcht vor sozialer Ablehnung
3.1.4 Zurschaustellung von Überlegenheit und Macht
3.1.5 Fairness und Gerechtigkeit
3.2 Ökonomische Motive
3.2.1 Egoismus
3.2.2 Altruismus und Empathie
3.2.3 Belohnung für guten Service
4. Einflusstaktiken
4.1 Auftreten
4.1.1 Auffällige Bekleidung
4.1.2 Vorstellung mit Namen
4.1.3 Sich auf Augenhöhe begeben
4.1.4 Wiederholung der Bestellungen
4.1.5 Berührung der Gäste
4.1.6 Sich bedanken
4.2 Positive Stimmung
4.2.1 Lächeln
4.2.2 Unterhaltung der Gäste
4.3 Aufbau von Reziprozität und Ähnlichkeit
4.3.1 Beschenkung
4.3.2 Komplimente
4.3.3 Patriotische Botschaft
Zusammenfassung und Ausblick
Die Bachelorarbeit untersucht das Phänomen Trinkgeld aus psychologischer und ökonomischer Perspektive, um zu ergründen, warum Menschen freiwillige Zahlungen leisten, und welche konkreten Taktiken Servicekräfte anwenden können, um diese zu erhöhen.
4.1.5 Berührung der Gäste
Um die Gäste zu mehr Trinkgeld zu bewegen scheint das Berühren auch effizient zu sein. Das ergab ein Experiment (Crusco & Wetzel, 1984) an 114 Gästen (79 Männer und 35 Frauen) in zwei Restaurants in Oxford. Drei Kellnerinnen wurden angeworben und gebeten, den Gästen in dem Zeitraum zwischen der Begleichung der Rechnung und der Rückgabe des Wechselgeldes in drei verschiedenen Bedingungen gegenüberzutreten. Die erste Kellnerin berührte eine Gruppe von Gästen leicht an der Schulter, die zweite Kellnerin berührte eine andere Gruppe an der Hand, und die dritte Kellnerin fasste die letzte Gruppe von Gästen gar nicht an. Die Effekte des Berührens waren signifikant. In der „Nichtberührungsbedingung“ gaben die Gäste im Schnitt 12 Prozent Trinkgeld; wurden die Gäste aber an der Schulter berührt, gaben sie 14 Prozent Trinkgeld; bei der Berührung an der Hand wurden 17 Prozent Trinkgeld gegeben. Crusco und Wetzel (1984) erklärten diese Ergebnisse damit, dass Berühren in menschlichen Beziehungen eine große Rolle spielt. So kann es ein Zeichen von reibungsloser Kommunikation bedeuten, es kann auch Affiliation oder Zugehörigkeitsgefühl, Liebe oder sogar sexuelles Interesse ausdrücken.
Einleitung: Die Einleitung führt in das unterschätzte Phänomen Trinkgeld ein und verdeutlicht die Diskrepanz zwischen der ökonomischen Rationalitätsannahme und der tatsächlichen freiwilligen Zahlungsbereitschaft.
1. Definition und Entstehung des Trinkgeldes: Dieses Kapitel definiert den Begriff rechtlich und zeichnet die historische Entwicklung des Trinkgeldwesens von den Ursprüngen im England des 16. Jahrhunderts bis hin zu den heutigen gesellschaftlichen Normen nach.
2. Determinanten des Trinkgeldes: Es werden die Faktoren beleuchtet, die sich der direkten Kontrolle des Personals entziehen, darunter die jeweilige Berufsbranche, kulturelle Unterschiede sowie situative und persönliche Merkmale der Gäste.
3. Motive für die Trinkgeldvergabe: Dieser Hauptteil analysiert die tieferliegenden Beweggründe der Gäste, unterteilt in soziale Motive wie Normen und Konformität sowie ökonomische Motive wie Altruismus und Belohnung für Servicequalität.
4. Einflusstaktiken: Das Kapitel präsentiert wissenschaftlich untersuchte Strategien der Servicekräfte, von Körpersprache und Namensnennung bis hin zu psychologischen Kniffen wie Komplimenten oder patriotischen Botschaften, um die Trinkgelder zu steigern.
Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und diskutiert kritisch die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf unterschiedliche kulturelle Kontexte sowie die Grenzen der untersuchten Taktiken.
Trinkgeld, Servicequalität, Reziprozität, Soziale Normen, Konsumentenverhalten, Trinkgeldvergabe, Kundenbeziehung, Psychologie, Ökonomie, Impression-Management, Konformität, Belohnung, Trinkgeldmotivation, Servicekraft, Gäste
Die Arbeit analysiert das komplexe Phänomen der freiwilligen Trinkgeldzahlung aus einer sozialwissenschaftlichen und psychologischen Perspektive.
Zentrale Themen sind die historische Entstehung von Trinkgeldnormen, die Motive für die Zahlung sowie praktische Taktiken zur aktiven Beeinflussung der Trinkgeldhöhe.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen rationalem ökonomischem Handeln und dem faktischen Trinkgeldverhalten zu erklären und die psychologischen Mechanismen dahinter aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse und wertet zahlreiche empirische Studien und Experimente zu Verhaltensökonomie und Sozialpsychologie aus.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der sozialen und ökonomischen Motive der Gäste sowie eine Darstellung konkreter Einflusstaktiken der Servicekräfte.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Trinkgeld, soziale Norm, Reziprozität, Konsumentenverhalten, Servicequalität und psychologische Beeinflussung.
Kulturelle Faktoren und gesellschaftliche Werte beeinflussen stark, ob Trinkgeld als angemessene Anerkennung oder gar als Beleidigung wahrgenommen wird.
Nein, die Analyse zeigt, dass soziale Motive wie soziale Anerkennung, Fairness und Konformität oft stärker wiegen als rein egoistische oder ökonomische Überlegungen.
Durch Taktiken wie ein freundliches Lächeln, Namensnennung, Augenkontakt durch Hocken, Berührungen oder das Verteilen von Komplimenten kann die Trinkgeldbereitschaft nachweislich gesteigert werden.
Weil es tiefgreifende Einblicke in menschliches Sozialverhalten, Statusdemonstrationen und die Psychologie von Austauschbeziehungen ermöglicht.
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