Masterarbeit, 2015
139 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Verortung
2.1 Personenunfälle
2.2 Trauma und Traumafolgestörungen
2.2.1 Traumadefinition
2.2.2 Traumaarten
2.2.3 Erleben des Traumas
2.2.3.1 Akute Belastungsreaktion
2.2.3.2 Die traumatische Zange
2.2.4 Traumafolgestörungen
2.2.4.1 Posttraumatische Belastungsstörung
2.2.4.2 Anpassungsstörung
2.2.4.3 Dissoziative Störung
2.2.4.4 Andauernde Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung
2.2.5 Komorbide Störungen
2.2.5.1 Depressive Störungen
2.2.5.2 Angststörungen
2.2.5.3 Somatisierungsstörungen
2.2.5.4 Substanzmittelmissbrauch
2.2.5.5 Essstörungen
2.2.5.6 Zwangsstörungen
2.2.5.7 Borderline-Persönlichkeitsstörung
2.2.5.8 Suizidalität
2.2.6 Einflussfaktoren für Traumafolgestörungen
2.3 Resilienz
2.3.1 Begriffsbestimmung
2.3.2 Entwicklung der Resilienzforschung
2.3.3 Resilienzfaktoren
2.3.3.1 Schutzfaktoren
2.3.3.2 Risikofaktoren
3 Stand der Forschung
3.1 Die Angst fährt immer mit
3.2 Unfreiwillige Helfer von Selbstmördern
3.3 Posttraumatische Belastungsstörungen bei Lokomotivführern
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Fragestellung
4.2 Erhebungsmethode
4.2.1 Operationalisierung
4.2.1.1 ETI – Das Essener Trauma-Inventar
4.2.1.2 Resilienzskala
4.2.1.3 Erhebungsinstrument
4.2.2 Pretest
4.3 Durchführung der Untersuchung
4.3.1 Stichprobe
4.3.2 Durchführung der Datenerhebung
4.4 Auswertungsmethode
5 Darstellung der Daten
5.1 Zusammenfassung Interview 1 (I-01)
5.2 Zusammenfassung Interview 2 (I-02)
5.3 Zusammenfassung Interview 3 (I-03)
5.4 Zusammenfassung Interview 4 (I-04)
6 Auswertung der Ergebnisse
6.1 Berufsalltag
6.2 Unfallerleben
6.2.1 Erleben vor dem Unfall
6.2.2 Erleben während des Unfalls
6.2.3 Erleben nach dem Unfall
6.3 Pflichten der Lokführer bei Unfällen
6.4 Traumafolgestörungen
6.5 Längerfristige Auswirkungen
6.6 Unterstützungsangebote
6.7 Resilienzfaktoren
6.7.1 Personale Schutzfaktoren
6.7.2 Soziale Schutzfaktoren
6.7.3 Potentielle Risikofaktoren
7 Diskussion
7.1 Diskursive Betrachtung der Ergebnisse
7.1.1 Subjektives Erleben der Personenunfälle
7.1.2 Traumafolgestörungen aufgrund erlebter Personenunfälle
7.1.3 Wirkung von Resilienzfaktoren bei der Traumaverarbeitung
7.1.4 Weitere Wirkfaktoren im Kontext des Traumaerlebens
7.2 Beitrag zum Forschungsstand
7.3 Methodenkritische Reflexion
8 Pädagogische Handlungsmöglichkeiten: Ein Ausblick
Die Arbeit untersucht das Berufsrisiko der Traumatisierung bei Lokführern durch Personenunfälle im Bahnverkehr. Ziel der Forschungsarbeit ist es, das subjektive Erleben dieser traumatischen Ereignisse zu verstehen, das Risiko für Traumafolgestörungen zu analysieren und insbesondere zu identifizieren, welche psychologischen und sozialen Resilienzfaktoren zur erfolgreichen Bewältigung dieser Extremsituationen beitragen.
6.2.1 Erleben vor dem Unfall
Von einem Unfall kann man entweder völlig überrascht werden oder die Situation bewusst auf sich zukommen sehen. Die befragten Tf konnten von unterschiedlichen Erfahrungen berichten. Bei Unfällen, die durch plötzliches sich vor den Zug werfen verursacht werden, hat der Lokführer häufig keine Zeit, sich auf die Situation einzustellen und zu reagieren. Die Unfallopfer treten plötzlich in Erscheinung. Bei einem Befragten
„[…] springt aus dem rechten Unterholz eine Person und rennt […] so direkt vor das Fahrzeug.“
(I-03).
Bei einem anderen springt urplötzlich
„[…] so 100 Meter vor Punkt […] einer aus den Büschen raus […].“
(I-02).
Zwei Lokführer (I-01 & I-04) berichten von Zusammenstößen mit Pkws, die nicht vorhersehbar waren.
„Wie gesagt, mit 120 km/h hab ich diesen Bahnübergang mit der Spitze erreicht und (.) währenddessen [.] hörte ich auf einmal nur einen GIGANTISCH lauten Knall. […] Und (.) das ging so schnell, ich hab in dem Moment nicht erkannt, was da passiert ist.“
(I-01)
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die psychische Belastung von Lokführern durch Personenunfälle im Bahnverkehr und stellt das Forschungsinteresse an Resilienzfaktoren vor.
2 Theoretische Verortung: In diesem Kapitel werden grundlegende Konstrukte wie Traumatisierung, Traumafolgestörungen und das Konzept der Resilienz sowie deren Schutz- und Risikofaktoren definiert.
3 Stand der Forschung: Hier werden drei relevante Studien vorgestellt, die das subjektive Erleben und die psychischen Folgen von Schienensuiziden bei Lokführern untersuchen.
4 Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert das qualitative Forschungsdesign der Arbeit, einschließlich der Interviewmethode, der Stichprobenauswahl und der qualitativen Inhaltsanalyse.
5 Darstellung der Daten: Hier werden die Ergebnisse der vier durchgeführten Interviews mit Lokführern zusammenfassend und fallbasiert dargestellt.
6 Auswertung der Ergebnisse: Die erhobenen Interviewdaten werden systematisch analysiert, kategorisiert und im Hinblick auf Arbeitsalltag, Unfallerleben und Resilienzfaktoren bewertet.
7 Diskussion: Die Forschungsergebnisse werden hier theoretisch eingeordnet, kritisch reflektiert und die Fragestellung der Arbeit beantwortet.
8 Pädagogische Handlungsmöglichkeiten: Ein Ausblick: Dieses abschließende Kapitel bietet Handlungsempfehlungen für die Prävention und psychologische Unterstützung von Lokführern.
Lokführer, Schienensuizid, Trauma, Traumatisierung, Traumafolgestörung, Resilienz, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, qualitative Inhaltsanalyse, Coping, psychische Belastung, Stressbewältigung, Personenunfall, Posttraumatische Belastungsstörung, Arbeitswelt.
Die Arbeit befasst sich mit der psychischen Belastung von Lokführern, die durch berufsbedingte Traumata wie Personenunfälle und Bahnsuizide entstehen.
Zentrale Themen sind die psychologische Traumaverarbeitung, das Konzept der Resilienz und die Analyse von Bewältigungsmechanismen im beruflichen Kontext.
Das Ziel ist es, Schutz- und Risikofaktoren zu identifizieren, die darüber entscheiden, warum manche Lokführer traumatische Ereignisse besser bewältigen können als andere.
Es wird ein qualitatives Forschungsdesign genutzt, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit vier Lokführern und einer qualitativen Inhaltsanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse des Forschungsstandes, das methodische Vorgehen sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der Interviewdaten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Traumafolgestörungen, Resilienz, Lokführer, Schienensuizid und Bewältigungsstrategien charakterisiert.
Da Personenunfälle im Bahnalltag ein unvermeidbares Risiko darstellen, ist die individuelle psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) entscheidend, um berufsbedingte psychische Erkrankungen zu vermeiden.
Der Arbeitgeber trägt Verantwortung durch Präventionsmaßnahmen und Betreuungsprogramme, wobei die Studie jedoch regionale Versorgungslücken und Verbesserungspotenziale aufzeigt.
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