Bachelorarbeit, 2016
66 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung
2. Zentrale Begrifflichkeiten zum Sprachkontakt
2.1 Borrowing Scale nach THOMASON und KAUFMAN
2.2 Lehnwörter und Fremdwörter
2.2.1 Definition nach POLENZ und SCHANK
2.2.2 Motivationen für Entlehnungen
2.3 Xenismus
3. Quantitative Korpusanalyse
3.1 Einordnung in semantische Kategorien
3.1.1 Politik
3.1.2 Institutionen, Firmen und Vereine
3.1.3 Wirtschaft und Infrastruktur
3.1.4 Gastronomie
3.1.5 Kultur
3.1.6 Geschichte
3.1.7 Geographie und Meteorologie
3.1.8 Varia
3.1.9. Gesamtverteilung der Germanismen
3.2 Verteilung innerhalb lexikalischen Kategorien
3.3 Hapax Legomena
4. Qualitative Korpusauswertung
4.1 Integration von Nomen
4.1.1. Genus
4.1.2 Artikel
4.1.3 Pluralbildung
4.2 Probleme bei der Integration von Nomen
4.2.1 Groß- und Kleinschreibung
4.2.2 Umlaute
4.2.3 Diph-/Monophthonge, Trigraphen und <ß>
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Germanismen auf die italienische Pressesprache in Südtirol, um zu ergründen, wie und aus welchen Gründen deutsche Begriffe in das italienische Sprachsystem der Region integriert werden oder als Ausdruck der kulturellen Distanz fungieren.
3.1.1 Politik
Der Corriere dell'Alto Adige weist mit 100 Germanismen die höchste Anzahl an deutschen Lehnwörtern auf (Personen-, Ortsnamen, sowie Titel von Büchern, Filmen etc. sind hierbei ausgenommen). Die Anzahl der Germanismen beim Alto Adige und Il giorno dell'Alto Adige liegen weiter hinter dem Corriere dell'Alto Adige und sind mit 29 bzw. 27 nahezu identisch.
Anhand der Zahlen lässt sich deutlich erkennen, dass zwar beim Il giorno dell'Alto Adige und Alto Adige, fast die Hälfte der erscheinenden Germanismen aus dem politischen Vokabular entnommen wurde, der Corriere dell'Alto Adige dennoch genauso viel deutschsprachiges Vokabular aus dem Politischen verwendet, wie die anderen Zeitungen zusammen. Für alle Zeitungen gilt jedoch, dass die Bezeichnungen deutschsprachiger Parteien in Südtirol einen wesentlichen Teil des politischen Vokabulars ausmachen, im Alto Adige sogar fast komplett.
1. Einführung: Darstellung der historischen und aktuellen Sprachsituation in Südtirol sowie der Forschungsgegenstand der Arbeit.
2. Zentrale Begrifflichkeiten zum Sprachkontakt: Theoretische Fundierung durch Erläuterung der Borrowing Scale, Definition von Lehn- und Fremdwörtern sowie eine Abgrenzung des Xenismus-Begriffs.
3. Quantitative Korpusanalyse: Statistische Untersuchung und Einordnung der im Korpus gefundenen Germanismen in verschiedene semantische Kategorien sowie deren Verteilung.
4. Qualitative Korpusauswertung: Vertiefende Analyse der grammatikalischen und orthographischen Integration der entlehnten Nomen in das italienische Sprachsystem.
5. Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse bezüglich der Motivationen und der Art der Sprachübernahmen.
Germanismen, Südtirol, Sprachkontakt, italienische Pressesprache, Lehnwörter, Fremdwörter, Xenismus, Integration, Genus, Artikel, Pluralbildung, Orthographie, Sprachvarietäten, Mehrsprachigkeit, Korpusanalyse.
Die Arbeit analysiert den Einfluss deutscher Begriffe (Germanismen) auf die italienischsprachige Presse in der Region Südtirol.
Der Fokus liegt auf den Bereichen Politik, Institutionen, Wirtschaft, Gastronomie, Kultur, Geschichte und Geographie, in denen Germanismen in den Zeitungsartikeln identifiziert wurden.
Ziel ist es, die Verwendung und Integration deutscher Lexeme in die italienische Pressesprache zu untersuchen und zu ergründen, welche soziolinguistischen Motive hinter diesen Entlehnungen stehen.
Die Autorin verwendet eine kombinierte quantitative und qualitative Korpusanalyse, basierend auf drei italienischsprachigen Pressemedien aus dem Zeitraum April bis Juni 2016.
Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Auswertung der Vorkommen nach Themengebieten sowie eine detaillierte sprachwissenschaftliche Untersuchung zur grammatikalischen und orthographischen Anpassung der Wörter.
Wichtige Fachbegriffe sind "Germanismen", "Sprachkontakt", "Lehnwort", "Fremdwort", "Xenismus" sowie die methodischen Aspekte wie "Genus", "Pluralbildung" und "Orthographie".
Die Autorin stellt fest, dass deutsche Bezeichnungen für Südtiroler Parteien einen wesentlichen Teil des politischen Vokabulars bilden, um Zugehörigkeit zur deutschen Sprachgruppe auszudrücken oder Distanz zu italienischen Positionen zu signalisieren.
Orthographische Abweichungen, wie z.B. bei Umlauten oder dem scharfen S, werden als technische bzw. typologische Schwierigkeiten identifiziert, die teilweise auch gezielt eingesetzt werden, um Authentizität zu vermitteln oder eine soziolinguistische Distanz zu markieren.
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