Bachelorarbeit, 2014
90 Seiten, Note: Sehr gut
1 Einleitung
2 Die Umweltkrise
2.1 Die Gefährdung der Natur als Grund heutiger Schöpfungstheologie
2.2 Die Umweltkrise als Überlebenskrise
2.3 Die Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und Umweltverhalten
2.4 Die Berufung auf die biblische Rede von der Schöpfung als Reaktion auf die Umweltkrise
2.5 Die Reaktion auf die Umweltkrise in ausgewählten ökumenischen Stellungnahmen
3 Verantwortliches Handeln: Theologische und ethische Grundlagen
3.1 Ist der Herrschaftsauftrag (dominum terrae) eine Legitimation für die Zerstörung der Natur?
3.2 Die Frage der Mitschuld des Christentums
3.3 Vier Ansätze umweltethischer Begründungsmodelle
3.3.1 Der anthropozentrische Ansatz
3.3.2 Der pathozentrische Ansatz
3.3.3 Der biozentrische Ansatz
3.3.4 Der physiozentrische (auch ökozentrische oder holistische) Ansatz
3.3.5 Die Vorteile und Nachteile der vorgenannten Ansätze
3.3.6 Die Mischformen
3.4 Ethische Orientierungen umweltgerechten Handelns
3.5 Die Verantwortung als Konzept der ökologischen Ethik
3.5.1 Der Begriff Verantwortung
3.5.2 Die grundlegenden Kriterien ethischer Verantwortung und Entscheidungsfindung
3.5.3 Die Verantwortungsethik als Abgrenzung zwischen konkurrierenden Gütern
4 Die nachhaltige Entwicklung als ethisch-politischer Leitbegriff
4.1 Die nachhaltige Entwicklung als Notwendigkeit für einen globalen Schutz der Umwelt
4.2 Die Retinität als ethisches Leitprinzip nachhaltiger Entwicklung
4.3 Die Kriterien einer christlichen Ethik der Nachhaltigkeit
4.4 Schlussfolgerungen
5 Konfessionelle Zugänge in der evangelischen und orthodoxen Theologie zur Schöpfungsthematik
5.1 Die Schöpfung in der evangelischen Theologie
5.1.1 Die Schöpfung bei Martin Luther
5.1.2 Die Schöpfung als Schauplatz der Herrlichkeit Gottes – Johannes Calvin
5.1.3 Die neulutherische Lehre von den Schöpfungsordnungen
5.2 Die Schöpfung in der orthodoxen Theologie
6 Die ökumenische Schöpfungstheologie
6.1 Der Sinn ökumenischer Schöpfungstheologie
6.2 Die sieben Dimensionen eines ökumenischen Verständnisses von Schöpfung
6.2.1 Die Schöpfung als Beziehungsgeschehen
6.2.2 Die Schönheit der Natur – Schöpfung und Bejahung des Natürlichen
6.2.3 Das Mitleiden mit der Natur - Schöpfung und Kreuz
6.2.4 Die Zukunft der Natur – Schöpfung aus dem Nichts
6.2.5 Die Würde der Natur – Schöpfung und Selbstbegrenzung
6.2.6 Ehrfurcht vor dem Leben – Schöpfung und menschliche Tugend
6.2.7 Engagement für die Natur in der Zivilgesellschaft – Schöpfung und politische Kultur
7 Zusammenfassung
8 Der Beitrag des Religionsunterrichts an der Volksschule zur Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Umweltverantwortung
8.1 Die Bewahrung der Schöpfung als ökumenische Dimension des Religionsunterrichts
8.1.1 Die ökumenische Dimension in Dokumenten
8.1.2 Die ökumenische Dimension in den Lehrplänen für Volksschulen
8.2 Die Grundlagen für einen Unterrichtsentwurf zum Thema „Die Schöpfung bewahren“
8.2.1 Vorüberlegungen in Bezug auf Volksschulkinder im Kontext der Umweltkrise
8.2.2 Religionspädagogische und religionspsychologische Vorbemerkungen
8.2.3 Die Aspekte einer schöpfungsorientierten Didaktik
8.2.4 Der Unterrichtsentwurf
8.2.5 Das Resumee
9 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie der Religionsunterricht an der Volksschule zur Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Umweltverantwortung beitragen kann. Dabei wird der religiöse Schöpfungsglaube mit ökologischen Herausforderungen verknüpft, um Kinder zu einem verantwortungsbewussten Umwelthandeln zu motivieren und zu befähigen.
Die Frage der Mitschuld des Christentums
Das Christentum sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, schuld an der ökologischen Krise zu sein.
So habe beispielsweise für FRASER-DARLING die Botschaft von der Gottebenbildlichkeit des Menschen einen „Prozess der Entfremdung von den anderen Lebewesen“ eingeleitet, die man in überheblicher Weise „von der Gemeinschaft mit Gott und sich selbst ausgeschlossen“ habe, wozu zudem die „bequeme Überzeugung“ gekommen sei, „dass Gott den Rest der Lebewesen zum Gebrauch und Ergötzen des Menschen“ erschaffen habe. Dadurch sei das außermenschliche Leben vorerst auf den „Status nützlichen Materials“ zurückgestuft worden. Bei der Interpretation der Natur hätten uns „die orthodoxen Religionen jüdisch-christlicher Provenienz … arg im Stich gelassen“. Der Polytheismus hingegen sei „Ausdruck des Gefühls“, zu einem „Ganzen“ zu gehören.
Auch der amerikanische Historiker Lynn WHITE jr. war der Auffassung, dass der Herrschaftsauftrag den Menschen dazu legitimiere, die Natur auszubeuten. In seinem 1967 verfassten Aufsatz „Die historischen Wurzeln unserer ökologischen Krise“ stellt er fest: „Unsere derzeitige Naturwissenschaft und unsere derzeitige Technik sind so sehr von einer orthodoxen christlichen Arroganz gegenüber der Natur durchsetzt, dass von ihnen allein keine Lösung unserer ökologischen Krise erwartet werden kann.“
Für Carl AMERY seien die Aussagen von der Gottebenbildlichkeit des Menschen und der Herrschaftsauftrag ebenfalls schuld an der Zerstörung der Natur. AMERY führt in seinem Buch „Das Ende der Vorsehung. Die gnadenlosen Folgen des Christentums“ aus, „dass der gegenwärtige Weltzustand durch einen weltweiten Konsens herbeigeführt worden ist. Dieser Konsens entstand durch die restlose Übernahme und Verinnerlichung einiger Leitvorstellungen der judäisch-christlichen Tradition.“ Der zentrale Aussagegehalt der jüdisch-christlichen Botschaft „war die Auserwähltheit des Menschen vor aller Schöpfung, war der totale Herrschaftsauftrag, war die Zusicherung einer Heilsgeschichte, welche dereinst alles kreatürliche Leid überwinden wird, und die Zusicherung eines Gleichgewichts der planetarischen Biosphäre zugunsten des Menschen.“ Erst das Christentum ermöglichte es, dass diese Botschaft ihre Wirkung entfalten konnte: „Solange diese Botschaft in das Gesetz eines kleines Volkes am Ostrand des Mittelmeeres eingebunden blieb, konnte sie ihre Wirksamkeit nicht entfalten; es bedurfte der Internationalisierung der hebräischen Strukturen – es bedurfte des Menschensohnes von Nazareth.“
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Themas „Schöpfung“ angesichts der ökologischen Krise ein und skizziert das Anliegen der Arbeit, den Religionsunterricht als Ort der Bewusstseinsbildung zu etablieren.
2 Die Umweltkrise: Dieses Kapitel beschreibt das Ausmaß der globalen ökologischen Krise, die Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen und die Problematik der Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln.
3 Verantwortliches Handeln: Theologische und ethische Grundlagen: Hier werden biblische Interpretationen des Herrschaftsauftrags sowie verschiedene umweltethische Begründungsmodelle (anthropozentrisch, pathozentrisch, biozentrisch, physiozentrisch) diskutiert.
4 Die nachhaltige Entwicklung als ethisch-politischer Leitbegriff: Das Kapitel befasst sich mit Nachhaltigkeit als Leitbild und dem Prinzip der Retinität als ethischem Orientierungsrahmen für eine christliche Ethik der Nachhaltigkeit.
5 Konfessionelle Zugänge in der evangelischen und orthodoxen Theologie zur Schöpfungsthematik: Hier werden unterschiedliche theologische Ansätze (Luther, Calvin, neulutherische Schöpfungsordnungen, Barth, orthodoxe Tradition) bezüglich ihrer Schöpfungstheologie analysiert.
6 Die ökumenische Schöpfungstheologie: Dieses Kapitel entfaltet die ökumenische Perspektive auf die Schöpfung und beschreibt sieben Dimensionen, die ein ökumenisches Verständnis prägen.
7 Zusammenfassung: Eine komprimierte Darstellung der zentralen Argumente und Ergebnisse der vorangegangenen Kapitel.
8 Der Beitrag des Religionsunterrichts an der Volksschule zur Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Umweltverantwortung: Dies ist der praktische Teil, der die theoretischen Grundlagen in einen konkreten Unterrichtsentwurf übersetzt und religionspädagogische sowie -psychologische Aspekte beleuchtet.
Religionsunterricht, Schöpfung, Umweltkrise, Umweltverantwortung, Schöpfungstheologie, Umweltethik, Nachhaltige Entwicklung, Schöpfungsbewahrung, Ökumenische Theologie, Religionspädagogik, Anthropozentrik, Biozentrik, Verantwortungsethik, Didaktik, Kindliche Weltsicht
Die Bachelorarbeit untersucht, wie der Religionsunterricht an Volksschulen dazu genutzt werden kann, bei Kindern ein Bewusstsein für die Verantwortung gegenüber der Schöpfung und eine umweltgerechte Haltung zu fördern.
Die Arbeit verknüpft biblisch-theologische Grundlagen und umweltethische Begründungsmodelle mit ökumenischen Konzepten sowie religionsdidaktischen Leitlinien für die Praxis.
Das Ziel ist es, den Weg vom Schöpfungsglauben hin zu einem verantwortungsbewussten Umwelthandeln im Religionsunterricht aufzuzeigen und einen konkreten Unterrichtsentwurf für die vierte Schulstufe zu erstellen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung theologischer, ethischer und religionspädagogischer Fachliteratur sowie auf die Analyse von Lehrplänen und die Erstellung und Reflexion eines Unterrichtsentwurfs.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Umweltkrise, die Erörterung theologischer und ethischer Grundlagen, die Darstellung konfessioneller Zugänge zur Schöpfungsthematik sowie eine ausführliche schöpfungsorientierte Didaktik und deren praktische Anwendung im Unterricht.
Schöpfungsglauben, Umweltverantwortung, ökologische Krise, Religionspädagogik, Nachhaltigkeit, Schöpfungstheologie und umweltgerechtes Handeln.
Die Arbeit stellt fest, dass Kinder Umweltprobleme sehr sensibel und intensiv wahrnehmen und oft Ängste entwickeln, weshalb sie pädagogische Unterstützung benötigen, um konstruktive Handlungsstrategien zu erlernen.
Der Begriff „Schöpfung“ hat einen handlungsleitenden Charakter, da er die Welt als Raum des geschenkten Lebens begreift und somit eine tiefere ethische Verpflichtung zum Schutz der Natur begründet als ein rein säkularer Naturbegriff.
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