Bachelorarbeit, 2015
37 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Lohndiskriminierung
2.2 Arbeitgeber und Gewerkschaften
2.3 Frauenbewegungen
3. Historische Entwicklung der Lohndiskriminierung der Frau
3.1 Industrielle Entwicklung in Deutschland von 1850 bis 1914
3.2 Weltkriege und Nachkriegszeit 1914 bis 1949
3.3 BRD und DDR 1949 bis 1990
3.4 Wiedervereinigung 1990 bis heute
4. Fazit
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Lohndiskriminierung von Frauen in Deutschland seit 1850. Ziel ist es, die Rolle und das Verhalten von Arbeitgebern, Gewerkschaften sowie Frauenbewegungen kritisch zu analysieren und aufzuzeigen, inwieweit diese Akteure zur Aufrechterhaltung oder Beseitigung der ungleichen Entlohnung beigetragen haben.
3.1 Industrielle Entwicklung in Deutschland von 1850 bis 1914
Im Jahr 1850 entwickelte sich in Deutschland aus der Frühindustrialisierung die Industrielle Revolution, die zu einem gravierenden Anstieg der Produktion und somit auch der Arbeitsplätze führte. Erste Arbeiterbewegungen, deren Interessen aus gewerkschaftlichen, berufsständischen und politischen Anliegen bestanden, wurden gegründet. Neben den sozialistischen Bewegungen erhoben sich nun auch die Arbeiterbewegungen des fortschrittlichen liberalen Bürgertums. Während das liberale Bürgertum vorrangig auf die Interessendurchsetzung der Arbeiter aus war, hatten Karl Marx und Friedrich Engels, welche die marxistisch orientierten Arbeiterbewegungen durch das „Manifest der Kommunistischen Partei“ stark prägten, als Ziel der Arbeiterpolitik die Zerschlagung des kapitalistischen Bürgertums, der Bourgeoisie, die sämtliche Arbeiter der Industrie, das Proletariat, ausbeuteten (vgl. Boeckh, Huster und Benz 2011, S.50-51).
Gemäß Angaben der preußischen Statistik hatte die Industrialisierung vorerst negative Auswirkungen auf die Arbeitnehmerinnen, die im Bereich der Handarbeiten zu Tageslöhnen arbeiteten. Frauen wurden aus den sich bildenden industriellen Arbeitsformen ausgeschlossen und ihr schon geringer Anteil an Lehrlingen und Gewerbemitarbeiterinnen bildete sich noch weiter zurück, während auch der Anteil an Berg- und Fabrikarbeiterinnen zwischen 1849 und 1861 sank, um anschließend bis in die 80er Jahre zu stagnieren. Frauen sollten nicht im modernen industriellen Sektor arbeiten, sondern eine typische Frauenarbeit ausüben und sich wie zu Zeiten vor der Industrialisierung um ihre Familie und den Haushalt kümmern. So arbeiteten zum Beispiel 75% aller Frauen innerhalb der Familie, während es bei den Männern nur 6% waren (vgl. Knapp 1984, S. 3-4).
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz des Themas Lohndiskriminierung von 1850 bis heute dar und definiert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Lohndiskriminierung und Gender Pay Gap sowie die Rollen von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Frauenbewegungen.
3. Historische Entwicklung der Lohndiskriminierung der Frau: Dieser Hauptteil analysiert chronologisch in vier Zeitabschnitten die Ausbeutung von Frauen, die Reaktionen der Gewerkschaften und den Kampf der Frauenbewegungen bis in die heutige Zeit.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass trotz bedeutender Fortschritte strukturelle Ungleichheiten und Lohndiskriminierung aufgrund gesellschaftlicher Rollenbilder fortbestehen.
Lohndiskriminierung, Frau, Deutschland, Arbeitsmarkt, Gewerkschaften, Frauenbewegung, Gender Pay Gap, Industrialisierung, Erwerbstätigkeit, Gleichberechtigung, Kapitalismus, BRD, DDR, Tarifverträge, Lohnungleichheit.
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern in Deutschland von 1850 bis in die Gegenwart.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Arbeitgeber im Kapitalismus, die Haltung der Gewerkschaften zur Frauenarbeit sowie die verschiedenen Phasen und Erfolge der Frauenbewegungen.
Das Ziel ist eine kritische Betrachtung der Akteure Arbeitgeber, Gewerkschaften und Frauenbewegungen, um zu verstehen, wer Fortschritte bei der Beseitigung der Lohndiskriminierung brachte und wer diese behinderte.
Es handelt sich um eine historische und analytische Betrachtung, die auf einer umfassenden Auswertung von Fachliteratur, Statistiken und historischen Quellen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in vier Zeitabschnitte: die industrielle Entwicklung bis 1914, die Weltkriege und Nachkriegszeit bis 1949, die geteilte Zeit in BRD und DDR bis 1990 sowie die Zeit von der Wiedervereinigung bis heute.
Lohndiskriminierung, Gender Pay Gap, Frauenbewegung, Gewerkschaften, Erwerbstätigkeit, Gleichberechtigung und Kapitalismus sind die zentralen Begriffe.
In der DDR war die Erwerbstätigkeit von Frauen politisch forciert und ein Massenphänomen, während in der BRD lange Zeit das Rollenbild der Hausfrau dominierte, was die Lohnlücke verstärkte.
Frauen mussten die Arbeit eingezogener Soldaten übernehmen, wurden jedoch weiterhin als "Reservearmee" betrachtet und erhielten diskriminierende Löhne, die deutlich unter denen der Männer lagen.
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