Bachelorarbeit, 2017
56 Seiten, Note: 2,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 PISA
2.1 Anliegen von PISA
2.2 Ergebnisse zur Lesekompetenz
3 Begriffstheoretische Überlegungen
3.1 Lesekompetenz
3.2 Lesemotivation
3.3 Zusammenhang von Lesekompetenz und Lesemotivation
4 Stabile Genderdifferenzen
4.1 Lesequantität
4.2 Lesestoffe und Lektürepräferenzen
4.3 Lesefreude
4.5 Lesekompetenz
5 Erklärungsansätze für Genderdifferenzen im Lesen
5.1 Biologische und hirnphysiologische Ansätze
5.2 Soziologische und psychologische Erklärungsansätze
6 Didaktische Konsequenzen
6.1 Gesellschaftliche Aufgabenfelder
6.2 Schulische Aufgabenfelder
7 Förderung der Lesemotivation im Medienverbund
7.1 Begriffliche Determination von neuen Medien und Medienverbund
7.2 Medienkompetenz als Voraussetzung und Ziel
7.3 Exemplarischer Medienverbund: „Die Wilden Fußballkerle“
7.3.1. Ausgangstext
7.3.2 Didaktisches Potenzial von Filmen
7.3.3 Didaktisches Potenzial von Computerspielen
8 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Ursachen für geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Lesemotivation und -kompetenz von Jungen und leitet daraus didaktische Möglichkeiten zur gezielten Förderung im schulischen Kontext ab. Im Fokus steht dabei die Nutzung narrativer Medienformate wie Filme und Computerspiele im Rahmen eines integrierten Medienverbunds, um Jungen den Zugang zur Buchlektüre attraktiver zu gestalten.
1 Einleitung
Der Autor Steven Johnson konstatiert in seinem Bestseller Everything Bad is Good for You folgendes provokantes Gedankenexperiment:
Videogames sind lange vor Büchern erfunden und verbreitet worden. In diesem Paralleluniversum spielen Jugendliche schon seit Jahrhunderten Computerspiele – und plötzlich erscheinen gedruckte Texte auf dem Markt und sind in kürzester Zeit der letzte Schrei. Was würden die Lehrer, die Eltern und die Kulturwächter wohl zu dieser neuen Lesewut sagen? Vermutlich würde es sich etwa so anhören: Das Lesen von Büchern unterfordert auf Dauer alle Sinne. Die lange Tradition des Computerspielens bindet das Kind in eine lebendige, dreidimensionale Welt ein, die mit bewegten Bildern und musikalischen Klanglandschaften gefüllt ist […]. Im Gegensatz dazu bestehen Bücher nur aus simplen Aneinanderreihungen von Wörtern auf Papierblättern. Beim Lesen wird also ausschließlich der kleine Teil des Gehirns aktiviert, der geschriebene Sprache verarbeitet, während Videogames das Zusammenspiel aller motorischen und sensorischen Kortizes fördern.
Außerdem kann das Lesen von Büchern in die soziale Isolation führen. Computerspiele ermöglichen unseren Jugendlichen seit vielen Jahren komplexe soziale Beziehungen mit ihren Altersgenossen und erlauben ihnen, gemeinsame Welten zu erbauen und zu ergründen. Bücher hingegen zwingen das Kind dazu, sich an einem ruhigen Ort niederzulassen und sich der Interaktion mit anderen Jugendlichen zu entziehen (Johnson 2005, 32 f., zit. nach Frederking 2010, 515).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der geringen Lesemotivation bei Jungen ein und stellt das Ziel der Arbeit dar, durch den Einsatz moderner Medien im Unterricht dem entgegenzuwirken.
2 PISA: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse der PISA-Studie von 2000 zusammen, die signifikante Defizite bei männlichen Schülern im Bereich der Lesekompetenz aufdeckten.
3 Begriffstheoretische Überlegungen: Hier werden die zentralen Fachbegriffe Lesekompetenz und Lesemotivation sowie deren wechselseitiger Zusammenhang theoretisch fundiert bestimmt.
4 Stabile Genderdifferenzen: Es werden empirisch belegte Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen in Bezug auf Lesequantität, Lektürepräferenzen, Lesefreude und Lesekompetenz aufgezeigt.
5 Erklärungsansätze für Genderdifferenzen im Lesen: Das Kapitel beleuchtet biologische und soziologische Erklärungsmodelle, wobei der Fokus auf dem sozialen Kontext der Lesesozialisation liegt.
6 Didaktische Konsequenzen: Aus den Erkenntnissen werden gesellschaftliche und schulische Aufgabenfelder abgeleitet, um die Leseförderung für Jungen effektiver zu gestalten.
7 Förderung der Lesemotivation im Medienverbund: Dieser Praxisteil untersucht das Potenzial von Filmen und Computerspielen am Beispiel der Buchreihe „Die Wilden Fußballkerle“.
8 Fazit: Das Fazit reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und bestätigt die Notwendigkeit eines medienintegrativen Literaturunterrichts zur Lesemotivationsförderung.
Lesemotivation, Lesekompetenz, Jungen, Medienverbund, PISA, Lesesozialisation, Literaturunterricht, Genderdifferenzen, Digitale Medien, Didaktik, Leseförderung, Computerspiele, Film, Identifikation, Lektürepräferenzen
Die Arbeit befasst sich mit der geschlechtsspezifischen Problematik der Lesemotivation bei Jungen und entwickelt Konzepte, wie diese durch den gezielten Einsatz moderner Medien gefördert werden kann.
Die Untersuchung umfasst die Auswertung der PISA-Daten, die Analyse von Geschlechtsunterschieden im Leseverhalten, die Bedeutung der sozialen Umgebung bei der Lesesozialisation sowie didaktische Strategien im Medienverbund.
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie durch eine stärkere Verknüpfung der schulischen Lektüre mit den lebensweltlichen Interessen von Jungen – speziell durch Filme und Computerspiele – die Motivation zum Lesen nachhaltig gesteigert werden kann.
Die Bachelorarbeit ist als theoretische Literaturarbeit konzipiert, die empirische Studien wie PISA sowie erziehungswissenschaftliche Theorien zur Motivation und Medienkompetenz synthetisiert.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Kompetenzmodelle) und empirische Befunde zu Genderdifferenzen dargestellt, gefolgt von der theoretischen Erläuterung und praktischen Anwendung des Medienverbundes am Beispiel der „Wilden Fußballkerle“.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Lesemotivation, Medienverbund, Jungenförderung und literarisches Lernen charakterisiert.
Diese Buchreihe wurde gewählt, da sie inhaltlich spezifisch die Interessen von Jungen im Grundschulalter anspricht und durch existierende Verfilmungen und Computerspiele einen idealen Ausgangspunkt für einen medienintegrativen Unterricht bietet.
Die Autorin argumentiert, dass die starke weibliche Dominanz in pädagogischen Berufen und im familiären Lesekontext dazu führen kann, dass Lesen für Jungen als „weiblich“ konnotiert und somit abgelehnt wird.
Narrative Computerspiele werden als immersive Lernumgebungen verstanden, die ähnliche kognitive Anforderungen wie das Lesen stellen. Das Üben von Analysefähigkeiten an diesen Medien kann auf literarische Texte übertragen werden.
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