Bachelorarbeit, 2017
56 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Geldtheoretische Grundlagen
2.1 Funktionen des Geldes
2.2 Bargeld und Giralgeld
2.3 Geldschöpfungsprozess
2.4 Die Theorie der Zentralbanken
2.5 Der Transmissionsmechanismus einer geldpolitischen Maßnahme
2.6 Bargeldlose Zahlungsmittel und Bargeldnutzung im internationalen Vergleich
3. Chancen eines bargeldlosen Zahlungsverkehrs
3.1 Kostensenkungspotenzial
3.2 Bekämpfung der Schattenwirtschaft und des illegalen Zahlungsverkehrs
3.3 Reduzierung des Risikos eines Bankensturms
3.4 Realisierung negativer Zinsen als geldpolitisches Instrument
4. Risiken eines bargeldlosen Zahlungsverkehrs
4.1 Pain of Paying
4.2 Arme und alte Menschen als Leidtragende
4.3 Alternative Zahlungsmittel als unzureichendes Substitut für Bargeld
4.4 Bargeldabschaffung als Eingriff in die freiheitliche Grundordnung
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen einer möglichen vollständigen Abschaffung von Bargeld in modernen Volkswirtschaften. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob die oft angeführten Vorteile – wie die Bekämpfung von Kriminalität oder die Wirksamkeit geldpolitischer Instrumente – die potenziellen Risiken für Konsumenten, Datenschutz und persönliche Freiheitsrechte aufwiegen.
4.1 Pain of Paying
Wenn Konsumenten Güter oder Dienstleistungen erwerben und dafür bezahlen, erfahren sie häufig einen unmittelbaren Nutzenverlust durch den Akt des Bezahlens bzw. der Verringerung der Geldmittel. Der Bezahlvorgang schmälert den Nutzen, den Menschen durch den Konsum eines bestimmten Gutes erhalten. Beispielsweise verringert sich die Freude über die Taxifahrt beim gleichzeitigen Ansteigen des Taxameters. Die Verhaltensökonomik hat für dieses Phänomen das Konzept Pain of Paying etabliert.
Die zentrale Annahme dieses Konzepts ist, dass sich Wirtschaftssubjekte verlustavers verhalten und schlichtweg nicht gerne Geld ausgeben. Bei der Verwendung von Kreditkarten ist der Pain of Paying weniger groß als bei Barzahlungen, da viele Menschen die Verringerung des eigenen Geldes auf einem Display weniger schmerzhaft empfinden als der Blick in ein leeres Portemonnaie. Plastikgeld ist nicht greifbar und die Abnahme des Geldes während des Zahlungsaktes weniger sichtbar. Deshalb tendieren Personen dazu, bei der Nutzung elektronischer Zahlungen mehr Geld auszugeben als bei der reinen Barzahlung. Eine Studie hat herausgefunden, dass der Pain of Paying durch physisches Abzählen des auszugebenden Betrags sogar noch weiter erhöht werden kann. Wenn der Geldabzählvorgang unterbrochen wird, verringert sich wiederum das Ausmaß des Pain of Paying.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema und Begründung der Relevanz der Bargelddiskussion im Kontext aktueller europäischer und globaler Entwicklungen.
2. Geldtheoretische Grundlagen: Erläuterung der ökonomischen Funktionen des Geldes, des Geldschöpfungsprozesses und der Rolle der Zentralbanken im modernen Finanzsystem.
3. Chancen eines bargeldlosen Zahlungsverkehrs: Untersuchung der Argumente für eine Bargeldabschaffung, insbesondere hinsichtlich Kosteneffizienz, Kriminalitätsbekämpfung und geldpolitischer Spielräume.
4. Risiken eines bargeldlosen Zahlungsverkehrs: Analyse der negativen Folgen, wie den Verlust der Ausgabenkontrolle, soziale Härten für bestimmte Personengruppen und Gefahren für die freiheitliche Grundordnung.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Plädoyer für einen marktbasierten Ansatz anstelle staatlicher Bargeldverbote.
Bargeld, Giralgeld, Bargeldabschaffung, Geldpolitik, Zentralbank, Schattenwirtschaft, Kriminalität, Pain of Paying, Zahlungsverkehr, Datenschutz, Finanzmarktstabilität, Negativzinsen, Konsumverhalten, Freiheitsrechte, Geldschöpfung.
Die Arbeit analysiert die theoretischen und praktischen Konsequenzen einer vollständigen Abschaffung des Bargelds in modernen Volkswirtschaften unter Berücksichtigung ökonomischer und gesellschaftlicher Faktoren.
Die Untersuchung umfasst die Geldtheorie, die Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen, die Bekämpfung von Kriminalität sowie die Analyse der Auswirkungen auf das Konsumentenverhalten und die Bürgerrechte.
Das Ziel ist es, die Chancen und Risiken eines rein bargeldlosen Zahlungsverkehrs gegeneinander abzuwägen und zu bewerten, ob die Argumente für eine Abschaffung stichhaltig sind.
Der Autor nutzt eine fundierte Literatur- und Theorieanalyse, ergänzt durch die Auswertung statistischer Daten zum Zahlungsverhalten sowie geldpolitische Modelle wie das IS-LM-Diagramm.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Basis, die detaillierte Untersuchung der Pro-Argumente (Kosteneffizienz, Transparenz) und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den Contra-Argumenten (Datenschutz, soziale Folgen, Freiheitsrechte).
Zentrale Begriffe sind Bargeld, Giralgeld, Geldpolitik, Pain of Paying, Schattenwirtschaft und Freiheitliche Grundordnung.
Es beschreibt den psychologischen Nutzenverlust, den Menschen empfinden, wenn sie Geld für Güter oder Dienstleistungen ausgeben. Elektronische Zahlungsmittel reduzieren diesen Schmerz, was oft zu einem höheren Konsum führt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die angestrebten Ziele einer Bargeldabschaffung nicht zweifelsfrei erreicht werden können und die negativen Auswirkungen auf Privatsphäre und Freiheit der Bürger sowie soziale Härten schwerer wiegen als die theoretischen Vorteile.
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