Masterarbeit, 2016
54 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die deutsche Buchbranche
2.1. Historischer Hintergrund der deutschen Buchbranche
2.2. Die Medienlandschaft der deutschen Buchbranche im 21. Jahrhundert
3. Das Medium ‚Buch’
3.1. Begriffsklärung
3.1.1. Das (gedruckte) Buch
3.1.2. Das E-Book
3.1.3. Weitere Medienformen
3.2. Materialität und Medialität: Buchformen im Spannungsfeld zwischen Träger und Telemedium
3.3. Zusammenfassung und Fazit
4. Buchmedien im deutschen Recht
4.1. Das Buchpreisbindungsgesetz
4.1.1. Der Buchbegriff im Buchpreisbindungsgesetz
4.1.2. Problematiken bei der Anwendung des Buchpreisbindungsgesetzes
4.2. Das Umsatzsteuergesetz
4.2.1. Der Buchbegriff im Umsatzsteuergesetz
4.2.2. Problematiken bei der Anwendung des Umsatzsteuergesetzes
4.3. Exkurs: Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag
4.3.1. Der Medienbegriff im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag: Das E-Book als Telemedium
4.3.2. Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag in der Anwendung
4.4. Fazit
5. Schlussbemerkung
Die vorliegende Masterarbeit analysiert die rechtliche Definition des Buchbegriffs im Kontext der deutschen Gesetzgebung unter Berücksichtigung der durch die Digitalisierung veränderten Medienlandschaft. Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit veraltete Buchbegriffe im Buchpreisbindungsgesetz, Umsatzsteuergesetz und Jugendmedienschutz-Staatsvertrag zu Problemen für die Buchbranche führen und ob eine zeitgemäße Neudefinition zur Lösung dieser Herausforderungen beitragen kann.
3.1.2. Das E-Book
Wenngleich das E-Book im Vergleich zum Hörbuch deutlich später in den deutschen Buchmarkt eingestiegen ist, hat es sich schon heute mit einem Marktanteil von 4,5 % im Jahr 2015 zum nach dem Printbuch umsatzstärksten Medium etabliert. Präzise Definitionen für das E-Book sind dennoch auch innerhalb des wissenschaftlichen Bereiches spärlich. Vielfach erfolgt die Definition über das Printbuch (für das ebenfalls, wie in Kapitel 3.1.1 festgestellt, mehrere Definitionen von unterschiedlicher Detailliertheit und Präzision vorliegen) und grenzt das E-Book von diesem über die Unterschiede im Materialitätsaspekt ab, wie es etwa bei Cliff McKnight und James Dearnley geschieht: „[An] e-book can be defined as the content of a published book made available to the reader in electronic form.“ Auch die Definition von Chris Armstrong schlägt eine ähnliche Richtung ein: „An e-book is: any content that is recognisably ‚book-like’, regardless of size, origin or composition, but excluding journal publications, made available electronically for reference or reading on any device (handheld or desk-bound) that includes a screen“ . Während die Definition von McKnight/Dearnley in Anbetracht des heute stark verbreiteten Formates e-book only schlicht nicht (mehr) zutreffend ist, weist die Definition Armstrongs, wenngleich weniger stark durch das Printbuch bestimmt, eine gewisse Konturlosigkeit auf: Was ist unter „recognisably ‚book-like’“ zu verstehen? Welche Kriterien machen einen Inhalt buchähnlich? Und wie ist das Produkt Buch definiert, dem er ähnlich sein soll?
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel des Buchmarktes durch die Digitalisierung und definiert die Forschungsfrage, ob eine Neudefinition des Buchbegriffs für die rechtliche Praxis notwendig ist.
2. Die deutsche Buchbranche: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über den historischen Hintergrund und die aktuelle Medienlandschaft, um die Basis für die spätere Analyse des Buchbegriffs zu schaffen.
3. Das Medium ‚Buch’: Hier erfolgt eine detaillierte Begriffsklärung und Auseinandersetzung mit verschiedenen Buchmedienformen sowie deren Materialität und Medialität.
4. Buchmedien im deutschen Recht: Das Hauptkapitel untersucht die Auswirkungen der veralteten rechtlichen Definitionen auf das Buchpreisbindungsgesetz, das Umsatzsteuergesetz und den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag.
5. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die geltenden Gesetze der Medienrealität des 21. Jahrhunderts nicht mehr angemessen Rechnung tragen.
Buchbegriff, Buchpreisbindungsgesetz, Umsatzsteuergesetz, Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, E-Book, Digitalisierung, Buchbranche, Medienlandschaft, Materialität, Medialität, Printbuch, Hörbuch, Onlinebuch, Rechtliche Regulierung, Buchhandel.
Die Arbeit untersucht, wie sich das Medium Buch im digitalen Zeitalter verändert hat und ob die bestehenden rechtlichen Definitionen in Deutschland noch zeitgemäß sind.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen technischer Digitalisierung, der Veränderung des Medienangebots und den daraus resultierenden juristischen Problemen für Verlage und Buchhändler.
Das Ziel ist die Erarbeitung eines geschärften Buchbegriffs, der moderne Publikationsformen wie E-Books rechtlich adäquat abbilden kann, um branchenweite Probleme bei der Anwendung von Gesetzen zu lösen.
Es wird eine qualitative Analyse durchgeführt, bei der ausgewählte existierende Definitionen des Buchbegriffs hinsichtlich ihrer Eignung für die heutige Buchmedienlandschaft untersucht und mit Gesetzestexten verglichen werden.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Anwendung des Buchpreisbindungsgesetzes, des Umsatzsteuergesetzes und des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages auf moderne Buchmedien sowie der Darstellung der damit verbundenen Probleme für die Branche.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Buchbegriff, Buchpreisbindung, Umsatzsteuer, Digitalisierung und Medienlandschaft.
Weil viele Gesetze noch auf der physischen Untrennbarkeit von Träger und Inhalt basieren, während E-Books diese Verbindung auflösen, was zu Unklarheiten in der rechtlichen Einordnung führt.
Da Printbücher und E-Books unterschiedlich besteuert werden, erschwert das Umsatzsteuergesetz die korrekte Preisaufteilung bei kombinierten Angeboten und erhöht den administrativen Aufwand für Verlage massiv.
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