Diplomarbeit, 2007
138 Seiten, Note: 1,1
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1 Einführung
1.1 Autorenbezogene Interpretation
1.2 Textimmanente Interpretation
1.3 Wer spricht?
2 Formen des Subjekts
2.1 Innerhalb der Philosophie
2.2 Innerhalb des Dramas
2.3 Innerhalb der heutigen Gesellschaft
3 Deutschsprachige Gegenwartsdramatik
3.1 Händl Klaus: Subjekt des Verschwindens
3.1.1 Unsichere Grundlage
3.1.2 Die Hauptfigur: Identität des Verschwindens
3.1.3 Zwängen unterworfenes Subjekt
3.1.4 Die Nebenfiguren
3.1.5 Zusammenfassung und Subjekt des Autors
3.2 Falk Richter: Subjekt der Oberfläche
3.2.1 Subjekt zwischen Raum und Zeit
3.2.2 Subjekt zwischen den Ebenen
3.2.3 Technisiertes Subjekt
3.2.4 Zusammenfassung und Subjekt des Autors
3.3 Kathrin Röggla: Selbstregulierendes Subjekt
3.3.1 Die Figuren
3.3.2 Figuren zwischen Realität und Fiktion
3.3.3 Subjekt der Bio-Macht und der Gouvernementalität
3.3.4 Zusammenfassung und Subjekt der Autorin
3.4 Elfriede Jelinek: Weibliches Nicht-Subjekt
3.4.1 Prinzessinnen im Zustand des Nicht-Seins
3.4.2 Dornröschen und das Subjekt des Performativen
3.4.3 Intertextualität als Form des Subjektzerfalls
3.4.4 Die Sprache als Figur des Textes
3.4.5 Zusammenfassung und Subjekt der Autorin
4 Zurück zum Subjekt!?
4.1 Erneute Frage nach dem Subjekt
4.2 Figürliche Gegenwartsdramatik
4.2.1 Roland Schimmelpfennig
4.2.2 Moritz Rinke
5 Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage nach dem Subjekt und seiner Repräsentation in der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie zeitgenössische Stücke Konzepte des Subjekts in Einheit und Vielheit verhandeln, inwiefern traditionelle Figurenmodelle an ihre Grenzen stoßen und welche neuen Formen der Figuren- oder Subjektdarstellung sich vor dem Hintergrund soziologischer und philosophischer Diskurse in den Texten manifestieren.
1.1 Autorenbezogene Interpretation
Aktuelle Diskussionen um, über und mit der Person des Autors zeigen, in welchem Interesse er steht und welche Bedeutung ihm zugeschrieben wird. Sie weisen weiter darauf hin, dass der Schriftsteller in der heutigen Rezeptionshaltung nicht von seinem Werk getrennt wird, bzw. ein Buch unter der Berücksichtigung des Menschen, der es hervorgebracht hat, gelesen wird. So geschehen in der Diskussion um Martin Walser. Dieser brachte 1998 durch seine, in der Frankfurter Paulskirche gehaltene Friedenspreisrede eine Debatte über den Umgang der Deutschen mit ihrer nationalistischen Vergangenheit ins Rollen. Die Diskussion um Walser nahm erneut verstärkt Fahrt auf, als 2002 sein Roman Tod eines Kritikers erschien, wobei dieser Kritiker Jude ist und unmissverständlich die karikierten Züge Marcel Reich-Ranickis trägt. Fortan musste sich Martin Walser mit dem Vorwurf des Antisemitismus auseinandersetzen. Da das Geschriebene nicht ohne den Autor gedacht wird und wir die Veröffentlichungen eines Schriftstellers gemeinhin zu seinem Werk zusammenfassen, ließ im Folgenden eine Studie zum Gesamtwerk Walsers nicht allzu lange auf sich warten.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit der Definition des Subjekts und führt in die zwei oppositionellen Lesearten eines Werks ein: die autorbezogene Interpretation und die textimmanente Interpretation.
2 Formen des Subjekts: Dieses Kapitel bietet einen geschichtlichen Abriss über das Verständnis des Subjekts in der Philosophie, im Drama und in der heutigen Gesellschaft, von Descartes bis hin zu postmodernen Ansätzen.
3 Deutschsprachige Gegenwartsdramatik: Der Hauptteil analysiert die Subjektdarstellung und Figurenkonzeptionen anhand konkreter Stücke von Händl Klaus, Falk Richter, Kathrin Röggla und Elfriede Jelinek.
4 Zurück zum Subjekt!?: Dieses Kapitel reflektiert die Ausgangsfrage neu und untersucht, wie aktuelle Dramatiker wie Roland Schimmelpfennig und Moritz Rinke mit der Frage nach dem Subjekt und figürlicher Gestaltung umgehen.
5 Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und konstatiert, dass das Pendel zwischen Figuration und Auflösung des Subjekts in der zeitgenössischen Dramatik anhaltend schwingt.
Subjekt, Gegenwartsdramatik, Figurenkonzeption, Postdramatik, Identität, Diskurs, Autorschaft, Verschwinden, Performativität, Globalisierung, Technisierung, Intertextualität, Macht, Selbstgestaltung, Sprachfigur.
Die Arbeit untersucht, wie das Konzept des Subjekts in der zeitgenössischen deutschsprachigen Dramatik dargestellt wird und wie sich Figuren in einer modernen, von Globalisierung und Technisierung geprägten Welt konstituieren oder auflösen.
Die zentralen Themen sind der Wandel des Subjektbegriffs, die Krise der Identität, die Rolle des Autors, der Einfluss von Machtstrukturen auf den Einzelnen und die Verschiebung von traditioneller Figurendarstellung hin zu sprachbasierten Textformen.
Das Ziel ist die Analyse der verschiedenen Strategien, mit denen zeitgenössische Dramatiker Figuren formen oder verneinen, um gegenwärtige Konzepte von Einheit und Vielheit des Subjekts zu vermitteln.
Die Analyse stützt sich auf einen interdisziplinären Ansatz unter Einbeziehung von Soziologie, Psychologie und vor allem poststrukturalistischer Philosophie, insbesondere der Diskurstheorie von Michel Foucault.
Der Hauptteil widmet sich einer detaillierten Interpretation spezifischer Werke von Händl Klaus, Falk Richter, Kathrin Röggla und Elfriede Jelinek, um deren je eigene Weise der Subjekt- und Figurengestaltung aufzuzeigen.
Schlüsselbegriffe sind Subjekt, Identität, Postdramatik, Diskurs, Sprachfigur, Performativität, Macht, Verschwinden und Technisierung.
Jelinek wird als Beispiel für eine "weibliche Nicht-Subjekt"-Konzeption analysiert, bei der die Intertextualität und die Sprache selbst an die Stelle des autonomen, handelnden Subjekts treten.
Das Konzept verdeutlicht, dass Identität in der heutigen Gesellschaft keine statische Einheit mehr ist, sondern ein permanent zu konstruierendes Produkt aus verschiedenen Fragmenten, was sich in der Figurenzeichnung der untersuchten Stücke widerspiegelt.
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