Bachelorarbeit, 2016
50 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFF UND ERKLÄRUNG DES MÜNCHHAUSEN-BY-PROXY-SYNDROMS
3 MANIPULATIONSTECHNIKEN
4 DIE BETEILIGTEN FAMILIENMITGLIEDER
4.1 Verursachende Personen
4.1.1 Psychische Störungen
4.1.2 Traumatische Kindheitserfahrungen
4.2 Opfer
4.2.1 Folgen
4.3 Geschwisterkinder
4.4 Väter
5 WARNSIGNALE
5.1 Charakteristische Merkmale der verursachenden Person
5.2 Charakteristische Merkmale des Opfers
5.3 Charakteristische Merkmale der Familie
6 INTERAKTION ZWISCHEN ARZT UND VERURSACHENDER PERSON
7 DIAGNOSTIK
7.1 Abgrenzung des MbpS
7.2 Vorgehensweise bei Verdacht auf MbpS
7.2.1 Stationäres Setting
7.2.1.1 Diagnostische Trennung von Mutter und Kind
7.2.1.2 Verdeckte Videoüberwachung
7.2.2 Konfrontation der verursachenden Person
8 FOLGEN UND HILFEN NACH DIAGNOSESTELLUNG
8.1 Herausnahme des Opfers aus der Familie
8.2 Hilfen für die Opfer
8.3 Hilfen für die verursachenden Personen
8.4 Rückführung des Opfers in die Familie
9 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht das Münchhausen-by-proxy-Syndrom als eine spezifische Form der Kindesmisshandlung. Ziel der Arbeit ist es, die Familiendynamiken zu beleuchten, klinische Warnsignale zu identifizieren und die komplexen diagnostischen sowie therapeutischen Herausforderungen bei der Aufdeckung und Behandlung dieses Störungsbildes zu analysieren.
3 Manipulationstechniken
Die Tricks und Techniken zur Vortäuschung und Erzeugung der Erkrankungen sind vielfältig. Oft werden die (nicht vorhandenen) Symptome von den Täterinnen medizinisch kompetent vorgetragen oder dramatisch geschildert. Ein nicht seltenes Täuschungskonzept ist dabei die Verfälschung der Krankenunterlagen oder Körperausscheidungen des Kindes, indem dem Urin, Kot oder Erbrochenen der Kinder Fremdsubstanzen oder eigenes (Menstruations)Blut beigemischt wird. Typische Beispiele für ein direktes Erzeugen von Symptomen sind die Verabreichung von Medikamenten, Manipulation von Atemstillständen oder das Malträtieren der kindlichen Haut mit Fingernägeln oder spitzen Gegenständen. Die Liste der manipulierten Symptome ist jedoch weitreichend und erweitert sich ständig. Oftmals treten Kombinationen von verschiedenen Symptomen oder Symptomwechsel auf. Wenn Kinder mit real existierenden Erkrankungen Opfer eines MbpS werden, wird die Aufdeckung zusätzlich erschwert (vgl. Krupinski, 2013, S. 285).
Nach Noeker et al. (2011, S. 267) kann sich die Vortäuschung bzw. aktive Fabrikation der Symptome über 4 Stufen mit zunehmendem Schweregrad vollziehen:
1. übertriebene Schilderung von Schmerzen und Beschwerden des Kindes,
2. falsche Angaben zu vermeintlichen Krankheitsanzeichen außerhalb ärztlicher Beobachtung (z. B. angeblicher epileptischer Anfall im häuslichen Milieu, in der Regel ohne weitere Zeugen),
3. aktive Verfälschung von Untersuchungsmaterial (Beifügen von eigenem oder fremdem Blut, Stuhl, Urin in Untersuchungsproben) sowie
4. aktive Manipulation und Verletzung des Kindes (z. B. Injektion bakteriell kontaminierter Substanzen, Verletzung, Vergiftung).
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Kindesmisshandlung durch Mütter und Darstellung der Schwierigkeiten bei der Diagnosestellung.
2 BEGRIFF UND ERKLÄRUNG DES MÜNCHHAUSEN-BY-PROXY-SYNDROMS: Historischer Rückblick auf die Definition und theoretische Einordnung des Syndroms in die artifiziellen Störungen.
3 MANIPULATIONSTECHNIKEN: Übersicht der vielfältigen Vorgehensweisen von Täterinnen, um bei ihren Kindern Krankheitssymptome vorzutäuschen oder aktiv herbeizuführen.
4 DIE BETEILIGTEN FAMILIENMITGLIEDER: Detaillierte Analyse der Psychodynamik von Verursacherinnen, der Auswirkungen auf Opfer und Geschwister sowie der Rolle der Väter.
5 WARNSIGNALE: Zusammenstellung von beobachtbaren Merkmalen bei der Mutter, dem Kind und im familiären Kontext, die einen MbpS-Verdacht begründen können.
6 INTERAKTION ZWISCHEN ARZT UND VERURSACHENDER PERSON: Erläuterung der pathologischen Beziehungsdynamik zwischen Mediziner und Mutter, die zur unfreiwilligen Komplizenschaft führen kann.
7 DIAGNOSTIK: Erörterung der differentialdiagnostischen Abgrenzung und spezifischer Vorgehensweisen wie stationäres Setting oder Videoüberwachung.
8 FOLGEN UND HILFEN NACH DIAGNOSESTELLUNG: Darstellung notwendiger Schutzmaßnahmen für das Kind sowie Ansätze der therapeutischen Intervention für Opfer und Täter.
9 SCHLUSSBETRACHTUNG: Resümee über die Schwere des Krankheitsbildes und Forderung nach erhöhter Sensibilisierung sowie verbesserter interdisziplinärer Zusammenarbeit.
Münchhausen-by-proxy-Syndrom, MbpS, Kindesmisshandlung, Kinderschutz, Pädiatrie, Psychopathologie, Familiendynamik, Manipulation, artifizielle Störung, Diagnostik, Opfer, Verursachende Person, Traumatisierung, Jugendamt, Therapie.
Die Arbeit behandelt das komplexe und schwerwiegende Krankheitsbild des Münchhausen-by-proxy-Syndroms (MbpS), bei dem Mütter Krankheiten bei ihren Kindern vortäuschen oder aktiv herbeiführen.
Zu den Schwerpunkten zählen die psychologische Struktur der Täterinnen, die vielfältigen Manipulationstechniken, die spezifischen Warnsignale im klinischen Alltag sowie die schwierigen Diagnose- und Interventionsprozesse.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für dieses oft unterschätzte Störungsbild zu schaffen, um Fachkräften im Gesundheits- und Sozialwesen eine fundierte Grundlage zur Früherkennung und zum Kinderschutz an die Hand zu geben.
Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Literaturanalyse internationaler Studien, klinischer Berichte und diagnostischer Leitlinien zur Darstellung des aktuellen Wissensstandes über das MbpS.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der beteiligten Akteure, die Darstellung der klinischen Warnsignale, die pathologische Interaktion zwischen Arzt und Mutter sowie die methodischen Möglichkeiten der Diagnoseabsicherung.
Zentrale Begriffe sind MbpS, Kindesmisshandlung, Familiendynamik, Psychopathologie, Diagnostik, Kinderschutz, Manipulation und therapeutische Intervention.
Die diagnostische Trennung gilt als wirksame Methode, um zu prüfen, ob sich der Zustand des Kindes ohne den direkten Einfluss der Mutter spontan bessert, was als starkes Indiz für MbpS gewertet wird.
Die Konfrontation birgt das Risiko der emotionalen Dekompensation bei der Mutter und kann dazu führen, dass diese mit dem Kind aus der Klinik flieht, um eine Aufdeckung der Taten zu verhindern.
Geschwisterkinder sind häufig ebenfalls gefährdet, da Manipulationen an ihnen oft fortgeführt werden, wenn ein Kind aus der Familie genommen wird; daher sind auch deren Akten sorgfältig zu prüfen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

