Magisterarbeit, 2006
168 Seiten, Note: 1,3
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Einleitung
1. DER ERSTE WELTKRIEG
1.1 Die Voraussetzungen
1.1.1 Imperialismus und Weltmachtsstreben
1.1.2 Militarismus in der Gesellschaft
1.1.3 Julikrise und Kriegsausbruch
1.1.4 „Augusterlebnis“ und „Geist von 1914“
1.2 Kriegsverlauf
1.2.1 Das Kriegsjahr 1914
1.2.2 Das Kriegsjahr 1915
1.2.3 Das Kriegsjahr 1916
1.2.4 Das Kriegsjahr 1917
1.2.5 Das Kriegsjahr 1918
1.3 Die deutsche Heimatfront
1.4 Kriegspropaganda
1.5 Die Folgen des Ersten Weltkriegs
1.5.1 Politische Folgen
1.5.2 Kriegführung und Mentalitätswandel
2. DIE DEUTSCHE LITERATUR IM ERSTEN WELTKRIEG
2.1 Allgemein
2.2 Kinder- und Jugendliteratur
2.3 Mädchenliteratur
3. UNTERSUCHUNG EINZELNER TITEL DER DEUTSCHEN MÄDCHEN-KRIEGSLITERATUR
3.1 Vorbereitung auf den Krieg in der Vorkriegszeit
3.2 Der Krieg – Unglück oder „gewaltige Zeit“?
3.3 Die Kriegsschuld
3.4 Motivation zum Krieg – Vaterlandsliebe und Fremdenhass
3.4.1 Vaterlandsliebe
3.4.2 Fremdenhass und „Fremdenanbeterei“
3.4.3 Das Bild der Russen
3.4.4 Das Bild der Engländer
3.4.5 Die Franzosen
3.4.6 Völker aus den Kolonialgebieten
3.4.7 Belgier
3.4.8 Die Rolle Amerikas
3.4.9 Die Italiener
3.4.10 Feindesliebe
3.5 Der „Geist von 1914“
3.5.1 Die Auguststimmung
3.5.2 Patriotismus im Alltag
3.5.3 Solidarität
3.5.4 Heldenmut und Opferfreudigkeit
3.5.5 Pflichtbewusstsein
3.5.6 Mut, Siegesgewissheit und Durchhaltewille
3.5.7 Die Heimatfront
3.6 Die Kriegshandlungen
3.6.1 Die Russen in Ostpreußen
3.6.2 Schlachten und Siege
3.6.3 Internierungen und Gefangenschaft
3.6.4 Die wirtschaftliche Situation
3.6.5 Gräuelpropaganda
3.6.6 Feindliche Fliegerangriffe
3.6.7 Der Seekrieg
3.6.8 Spione und Spionageangst
3.6.9 Verwundete und Kriegsversehrte
3.7 Der Umgang mit dem Tod
3.7.1 Todesbereitschaft und Bewusstsein der Todesnähe
3.7.2 Soldatentod
3.7.3 Die Erfahrung des Tötens
3.7.4 Tod von Zivilisten
3.8 Darstellung führender Persönlichkeiten
3.8.1 Kaiser Wilhelm II.
3.8.2 Hindenburg
3.8.3 Andere
3.9 Die weibliche Rolle in der Mädchenkriegsliteratur
3.9.1 Martialische Frauen
3.9.2 Frauen als emotionaler Rückhalt
3.9.3 Weibliche Arbeit und ihre Organisation
3.9.4 Frauen verrichten Männerarbeit
3.9.5 Frauen als Engelsgestalten
3.9.6 Die jüngeren Mädchen
3.9.7 Geldsammlungen
3.9.8 Interesse am Kriegsverlauf
3.9.9 Beziehung zwischen Mann und Frau
3.10 Glaube und Berufung auf Gott
3.11 Der Krieg als Erzieher
Schluss
Diese Arbeit untersucht die Darstellung des Ersten Weltkriegs in der zeitgenössischen deutschen Mädchenliteratur. Es wird analysiert, wie das Genre die staatliche Kriegspropaganda aufgriff, um junge Leserinnen zu erziehen, und wie der Krieg das Bild von Weiblichkeit, Patriotismus und der Rolle der Frau in der Gesellschaft maßgeblich beeinflusste.
3.1 Vorbereitung auf den Krieg in der Vorkriegszeit
Obwohl nur wenige vor 1914 erschienene Mädchenbücher konkret von dem künftigen Krieg sprechen, findet man auch in ihnen Spuren der militaristischen Gesinnung der wilhelminischen Zeit. Anhand der Serien, in denen auf einige unpolitische Bände ein Kriegsband folgt, kann man das gut beobachten. Die ersten beiden Bände der Nesthäkchen-Serie, die vor 1914 entstanden sein müssen, beinhalten keine direkten Hinweise auf den Krieg, enthalten aber einige eher untergeordnete Umstände, die auf den militärischen Zeitgeist hinweisen, wie Leutnant-Puppe und Matrosenanzüge, die dank der deutschen Flottenaufrüstung unter Wilhelm II. sehr populär im Deutschen Reich waren, oder Annemaries Begeisterung über die neuen Schulbücher „mit feinem, dunkelblauem Papierkleide“: „Wie die Soldaten sehen sie in ihrer blauen Uniform aus!“ Die Kriegsspiele der Kinder werden als ganz normal angesehen und in keiner Weise negativ bewertet. Die später besonders bedeutend werdende Vaterlandsliebe klingt an, als die Kinder in der Schule von ihren Ferien berichten und Ilse Hermann von ihrem Urlaub bei der Großmutter im heimatlichen Berlin erzählt: „Also endlich mal eine, die uns erzählen wird, wie man sich auch in der Heimat seiner Ferien freuen kann, das ist mir lieb.“
Die Beschreibung der Berliner Sehenswürdigkeiten sind wohl eine Huldigung der Autorin an ihre eigene Heimatstadt, deren Schönheit sie auch die Schulmädchen anerkennen lässt: „Als das kleine Mädchen schwieg, fanden alle Kinder, daß Ilse Hermann die hübschesten Ferien verlebt hatte, trotzdem sie gar nicht verreist war.“ Zum Schluss mahnt die Erzählerin: „Man weiß manchmal nicht, wieviel schönes die Heimat bietet und sucht es weit in der Fremde.“ Im dritten Band kommt die Flottenbewunderung stärker zum Ausdruck, Annemarie reist mit dem Schiff „Königin Luise“, das später im Weltkrieg Bedeutung haben wird, nach Wittdün und lernt den Matrosen Willem kennen, der ihr das Meer und die Marine liebmacht. Annemaries Mutter freut ich, „daß ihrem Töchterchen von sachverständiger Seite die Einrichtungen eines Schiffes erklärt werden sollten.“ Das Schiff und die Besatzung werden auch ziemlich genau beschrieben und als man bei Helgoland vorbeifährt, erklärt die Mutter, das sei „eine starke Seefestung mit Kanonen, falls es mal mit England Krieg geben sollte.“
1. DER ERSTE WELTKRIEG: Historischer Überblick über die Ursachen, den Verlauf und die Folgen des Ersten Weltkriegs mit Fokus auf die deutsche Perspektive.
2. DIE DEUTSCHE LITERATUR IM ERSTEN WELTKRIEG: Analyse des Einflusses des Krieges auf die Literaturproduktion, inklusive Propaganda und die Rolle der Kinder- und Jugendliteratur.
3. UNTERSUCHUNG EINZELNER TITEL DER DEUTSCHEN MÄDCHEN-KRIEGSLITERATUR: Detaillierte Untersuchung spezifischer Mädchenbücher, die den Krieg thematisieren und dabei die propagierten Rollenbilder und Werte vermitteln.
Erster Weltkrieg, Mädchenliteratur, Backfischliteratur, Kriegserziehung, Heimatfront, Vaterlandsliebe, Opferbereitschaft, Militarismus, Kriegspropaganda, Else Ury, Geschlechterrollen, Nationalismus, Jugendliteratur, Feindbild, Friedenskaiser
Die Arbeit analysiert, wie der Erste Weltkrieg in der zeitgenössischen deutschen Mädchenliteratur dargestellt wurde und welche erzieherischen Ziele damit verfolgt wurden.
Zu den Hauptthemen gehören Patriotismus, Vaterlandsliebe, die Rolle der Frau an der Heimatfront, die literarische Propaganda sowie das erzieherische Idealbild des Mädchens im Krieg.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Mädchenbücher dazu genutzt wurden, junge Leserinnen politisch und gesellschaftlich auf den Krieg einzustimmen und traditionelle Werte unter Kriegsbedingungen neu zu definieren.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Untersuchung, die Primärwerke der Mädchen-Kriegsliteratur analysiert und in den historischen Kontext der Zeit einbettet.
Der Hauptteil befasst sich mit der Untersuchung konkreter Buchtitel sowie Aspekten wie Kriegsschuld, Motivation zum Krieg, dem Umgang mit dem Tod und der veränderten weiblichen Rolle durch den Krieg.
Schlüsselwörter sind unter anderem Erster Weltkrieg, Mädchenliteratur, Kriegserziehung, Heimatfront und Vaterlandsliebe.
Else Urys „Nesthäkchen“-Serie wird als ein zentrales Beispiel herangezogen, um zu untersuchen, wie sich zeitgeschichtliche Ereignisse in bis dahin unpolitischen Mädchenbuchserien niederschlugen.
Die Literatur postuliert eine Rückkehr zu traditionellen, komplementären Rollenbildern, bei denen die Frau die moralische Hüterin des Herdes bleibt, während sie gleichzeitig neue, kriegsbedingte Aufgaben in der Gesellschaft übernimmt.
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