Bachelorarbeit, 2016
44 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen zum Investor Sentiment
3 Stimmungsindikatoren zur Messung von Investor Sentiment
3.1 INVESTOR SURVEYS - Anlegerbefragungen
3.2 INVESTOR MOOD - Investoren Laune
3.3 RETAIL INVESTOR TRADES – Kleinanleger Handel
3.4 MUTUAL FUND FLOWS – Investmentfond Ströme
3.5 INSIDER TRADING – Insiderhandel
3.6 OPTION IMPLIED VOLATILITY – Implizierte Volatilität von Optionsscheinen
3.7 PUT/CALL RATIO
3.8 GOOGLE SEARCH INTENSITY – Google Suchintensität
3.9 TRADING VOLUME (TURN) – Volumen des Börsenumsatzes
3.10 DIVIDEND PREMIUM (PD−ND) – Dividendenprämie
3.11 CLOSED-END FUND DISCOUNT (CEFD) – Marktprämie geschlossener Fonds
3.12 INITIAL PUBLIC OFFERING (RIPO, NIPO) – Börsengang
3.13 EQUITY ISSUES OVER TOTAL NEW ISSUES (S) – Eigenkapitalanteil von Neuemissionen
4 Konstruktion des Sentimentindex und Interpretation der historischen Ereignisse für den US-Markt
4.1 Konstruktion des Sentimentindex für die USA
4.2 Interpretation der historischen Ereignisse auf Basis der Indexwerte von SENT
5 Konstruktion des Globalen und Deutschen Sentimentindex und Interpretation der historischen Ereignisse
5.1 Konstruktion des Deutschen und Globalen Sentimentindex
5.2 Interpretation der historischen Ereignisse auf Basis der Indexwerte SENT Germany und SENT Global
6 Empirische Ergebnisse und kritische Diskussion
6.1 Erkenntnisse des Investor Sentiments für USA
6.2 Erkenntnisse des Investor Sentiments Global und Länderbezogen
6.3 Kritische Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht den signifikanten Einfluss des sogenannten Investor Sentiments auf Finanzmärkte. Ziel ist es, verschiedene, in der Literatur identifizierte Indikatoren zur Messung der Anlegerstimmung vorzustellen und deren empirische Relevanz sowie Eignung zur Interpretation historischer Marktphänomene wie Spekulationsblasen zu prüfen.
3.1 INVESTOR SURVEYS - Anlegerbefragungen
Bereits durch die Frage nach der optimistischen Einstellung des Anlegers kann ein erster Einblick gewonnen werden. In der Literatur gibt es zahlreiche Beispiele zu unterschiedlichen Verfahren und Methoden der direkten Anlegerbefragung. Eine alternative Methode stellt die Investor Intelligence Umfrage dar, bei der durch Auswertungen der Newsletter und Börsenbriefe eine entsprechende Stimmung abgeleitet werden kann.27
Robert Shiller ist einer der Ersten gewesen, der Umfragen zur Anlegerstimmung durchgeführt hat. Seit 1989 werden gemeinsam mit der Yale School of Management institutionelle Anleger und individuelle Personen mit einem hohen Einkommen in den Vereinigten Staaten befragt. Die Investoren werden anhand von offenen Fragen über Ihre Erwartungen nach prozentualen Preisänderungen befragt.28
Der UBS/GALLUP Index of Investor Optimism repräsentiert eine Umfrage der Schweizer Bank UBS AG in Zusammenarbeit mit der Gallup Organisation. Dabei werden zufällig ausgewählte Haushalte in den Vereinigten Staaten, die mehr als 10.000 USD Vermögen besitzen, interviewt.29 Im Vergleich zu der Shillers Umfrage werden hierbei die Investoren durch ausgewählte Fragen nach Ihrer Einschätzung der zukünftigen Renditen befragt.30
Eine weitere Umfrage untersucht das Verbrauchervertrauen (consumer confidence). Aus den erhobenen Daten wird unter anderem der Costumer Sentiment Index (ICS) erstellt. Diese Befragung wird von dem University of Michigan Survey Research Center seit 1978 durchgeführt. Es werden monatlich ca. 500 Haushalte in den in den Vereinigten Staaten interviewt. Die Verbraucher beantworten fünf Kernfragen, die sich nicht direkt auf den Wertpapierkurs beziehen.
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, die sich mit der Identifikation und Messung der Anlegerstimmung sowie deren Einfluss auf den Finanzmarkt befasst.
2 Theoretische Grundlagen zum Investor Sentiment: Erläuterung des Behavioral-Finance-Ansatzes, der emotionale und kognitive Aspekte in die Finanzmarktanalyse einbezieht und sich von der klassischen Theorie des rationalen Homo Oeconomicus abgrenzt.
3 Stimmungsindikatoren zur Messung von Investor Sentiment: Detaillierte Übersicht verschiedener Proxies (wie Anlegerbefragungen, Handelsumsätze oder Insiderhandel), die in der Literatur als Indikatoren für die Stimmung der Marktteilnehmer dienen.
4 Konstruktion des Sentimentindex und Interpretation der historischen Ereignisse für den US-Markt: Entwicklung eines zusammengesetzten Sentimentindex für die USA und Anwendung dessen zur Erklärung historischer Börsenereignisse.
5 Konstruktion des Globalen und Deutschen Sentimentindex und Interpretation der historischen Ereignisse: Erweiterung der Methodik auf internationale Märkte mit Fokus auf Deutschland und den globalen Kontext sowie deren Interpretation.
6 Empirische Ergebnisse und kritische Diskussion: Zusammenfassung der empirischen Erkenntnisse zur Vorhersagekraft von Sentimentindizes für Aktienrenditen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit abweichenden Forschungsergebnissen.
Investor Sentiment, Anlegerstimmung, Behavioral Finance, Finanzmärkte, Stimmungsindikatoren, Aktienrenditen, Spekulationsblasen, Börsenumsatz, IPO, Sentimentindex, Arbitrage, Noise Trader, Marktoptimismus, Kapitalmarkttheorie, Markteffizienz
Die Bachelorarbeit befasst sich mit dem „Investor Sentiment“ (Anlegerstimmung) als Forschungsansatz innerhalb der Behavioral Finance und untersucht, wie dieses psychologisch geprägte Verhalten Aktienmärkte und Renditen beeinflusst.
Die zentralen Themen sind die Identifikation geeigneter Indikatoren zur Messung von Marktstimmung, die Konstruktion zusammengesetzter Sentimentindizes und die empirische Überprüfung deren Einfluss auf Aktienkurse und historische Spekulationsblasen.
Das primäre Ziel ist es, den signifikanten Einfluss des Investor Sentiments auf Finanzmärkte wissenschaftlich zu untersuchen und dem Leser die in der Literatur gängigen Indikatoren näherzubringen.
Es wird eine Literaturanalyse der Behavioral-Finance-Forschung durchgeführt, ergänzt durch die Vorstellung von Modellen zur Indexkonstruktion (z.B. Hauptkomponentenanalyse) und den empirischen Abgleich dieser Indizes mit historischen Ereignissen.
Im Hauptteil werden 14 verschiedene Indikatoren (Proxies) für Anlegerstimmung detailliert vorgestellt, gefolgt von der Konstruktion spezifischer Sentimentindizes für den US-amerikanischen, deutschen und globalen Markt sowie deren Anwendung zur Analyse historischer Finanzkrisen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Investor Sentiment, Anlegerstimmung, Behavioral Finance, Marktoptimismus, Sentimentindex und Spekulationsblasen.
Im Gegensatz zum rationalen „Homo Oeconomicus“ unterliegt der „Noise Trader“ psychologischen Einflüssen wie Angst, Gier oder Herdenverhalten, was zu subjektiven Entscheidungen und Fehlbewertungen an der Börse führt.
Die Erstellung eines zuverlässigen Sentimentindex erfordert langfristige und konsistente Datenreihen, was bei der Konstruktion für verschiedene Länder aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden oder fehlender Börsenumsatzdaten oft eine Herausforderung darstellt.
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