Diplomarbeit, 2005
88 Seiten, Note: 1,0 (A)
1 Einführung
1.1 Hintergrund und Ziel der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2 Konzeptioneller Bezugsrahmen
2.1 Ausgangspunkt für die Unternehmenssanierung
2.2 Begriffliche Abgrenzung der bilanziellen Sanierung
2.3 Theoretische Ansätze zur Kapitalstrukturpolitik
3 Bestimmung der Ziel-Kapitalstruktur mit der Trade-Off Theorie
3.1 Ausgangslage
3.2 Basismodell der Irrelevanz der Kapitalstruktur
3.3 Der steuerliche Vorteil der Fremdfinanzierung
3.3.1 Erläuterung des steuerlichen Vorteils
3.3.2 Bestimmung des steuerlichen Vorteils bei sanierungsbedürftigen Unternehmen
3.4 Indirekte Kosten der Fremdfinanzierung
3.4.1 Arten der indirekten Kosten der Fremdfinanzierung
3.4.2 Bestimmung der indirekten Kosten der Fremdfinanzierung sanierungsbedürftiger Unternehmen
3.5 Gemeinsame Betrachtung beider Effekte und kritische Würdigung
4 Identifizieren der optimalen Maßnahmen zur Ausgestaltung der Ziel-Kapitalstruktur
4.1 Ausgangslage für die Analyse
4.2 Bemessung der Sanierungsbeiträge
4.2.1 Gliederung verschiedener Finanzierungsinstrumente
4.2.2 Bemessung der Höhe der Beiträge
4.3 Abgrenzung und Auswahl verschiedener Handlungsalternativen
4.3.1 Grundlegende Annahmen
4.3.2 Evaluation verschiedener Maßnahmen durch eine Nutzenfunktion
4.3.3 Einfluss der Transaktionskosten und der Transaktionszeit auf die Nutzenfunktion
4.3.4 Aggregieren der Maßnahmen zur Auswahl einer Alternative
4.4 Zusammenfassung und kritische Würdigung
5 Schlussbetrachtung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein systematisches Verfahren zur Bestimmung einer optimalen Kapitalstruktur für sanierungsbedürftige Unternehmen in der Praxis zu entwickeln, welches einen Trade-Off zwischen praktischer Anwendbarkeit und der Berücksichtigung spezifischer Unternehmensmerkmale löst.
3.3.1 Erläuterung des steuerlichen Vorteils
Bei der Betrachtung des steuerlichen Vorteils wird ausschließlich auf die Besteuerung seitens der Unternehmen eingegangen, das Ergebnis bei Betrachtung weiterer Steuerarten ist jedoch ähnlich. Der Grund, warum die Wahl der Kapitalstruktur unter Berücksichtigung der Unternehmenssteuer einen Einfluss auf den Unternehmenswert hat, liegt in der unterschiedlichen steuerlichen Behandlung verschiedener Finanzierungsinstrumente. Die Zinszahlungen an die Gläubiger eines Unternehmens sind im Gegensatz zu Dividendenzahlungen an die Anteilseigner bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns im Regelfall abzugsfähig. Durch eine Erhöhung der Zinszahlungen sinkt demnach die steuerliche Bemessungsgrundlage. Damit sinkt ebenfalls der als Steuern zu entrichtende Betrag. Bei Betrachtung des Kapitalflusses des Unternehmens zeigt sich, dass der Kapitalfluss, der zur Befriedigung aller Kapitalgeber zur Verfügung steht, durch die Aufnahme von Fremdkapital ansteigt, während der Anteil des Staates sinkt. Es entsteht durch die Veränderung der Kapitalstruktur eine Umverteilung.
1 Einführung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz der Unternehmenssanierung vor dem Hintergrund steigender Insolvenzen in Deutschland und definiert das Ziel, eine optimale Kapitalstruktur für sanierungsbedürftige Firmen zu bestimmen.
2 Konzeptioneller Bezugsrahmen: Dieses Kapitel definiert den Untersuchungsgegenstand sanierungsbedürftiger Unternehmen und legt theoretische Grundlagen der Kapitalstrukturpolitik dar.
3 Bestimmung der Ziel-Kapitalstruktur mit der Trade-Off Theorie: Hier wird die Trade-Off Theorie angewandt, um die Ziel-Kapitalstruktur durch die Abwägung von steuerlichen Fremdfinanzierungsvorteilen und indirekten Insolvenzkosten systematisch herzuleiten.
4 Identifizieren der optimalen Maßnahmen zur Ausgestaltung der Ziel-Kapitalstruktur: Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Umsetzung, indem Finanzierungsinstrumente gegliedert, Sanierungsbeiträge bemessen und Handlungsalternativen mittels Nutzenfunktionen evaluiert werden.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst das entwickelte zweistufige Verfahren zusammen, würdigt die theoretische und praktische Bedeutung und gibt einen Ausblick auf notwendige künftige Forschungsaktivitäten.
Kapitalstrukturpolitik, bilanzielle Sanierung, sanierungsbedürftige Unternehmen, Trade-Off Theorie, Insolvenzkosten, Unternehmenswert, Finanzierungsinstrumente, Fremdfinanzierung, Eigenkapitalerhöhung, Sanierungsbeiträge, Handlungsalternativen, Nutzenfunktion, Transaktionskosten, Steuervorteile, Insolvenzordnung.
Die Diplomarbeit behandelt die Gestaltung der Kapitalstruktur bei Unternehmen, die sich in einer finanziellen Krise befinden und vor der Insolvenz stehen oder bereits insolvent sind.
Die zentralen Felder sind die Kapitalstrukturpolitik, die bilanzielle Unternehmenssanierung sowie die theoretische Fundierung durch die Trade-Off Theorie und die Bewertung von Finanzierungsmaßnahmen.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie in der unternehmerischen Praxis eine optimale Kapitalstruktur für ein sanierungsbedürftiges Unternehmen bestimmt werden kann, unter Beachtung der praktischen Anwendbarkeit.
Der Autor verwendet ein zweistufiges Verfahren: Zuerst wird die Ziel-Kapitalstruktur über die Trade-Off Theorie abgeleitet, anschließend werden die Sanierungsbeiträge und Handlungsalternativen mittels einer Nutzenfunktion evaluiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung der Ziel-Kapitalstruktur durch die Trade-Off Theorie sowie der praktischen Identifizierung und Bewertung optimaler Sanierungsmaßnahmen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kapitalstrukturpolitik, sanierungsbedürftige Unternehmen, Trade-Off Theorie, Insolvenzkosten, Sanierungsbeiträge und Nutzenfunktion.
Im Gegensatz zu Modellen, die nur in perfekten Märkten funktionieren, berücksichtigt dieser Ansatz spezifische Charakteristika und Restriktionen sanierungsbedürftiger Unternehmen.
Die Arbeit gliedert "agency costs" in die indirekten Kosten der Fremdfinanzierung ein und erläutert deren Relevanz sowie die Schwierigkeiten bei deren empirischer Quantifizierung.
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