Diplomarbeit, 2004
96 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Definition des Menschenhandels
2.1 Europarat
2.2 IOM
2.3 Ministerrat der Europäischen Union
2.4 Definitionen der internationalen Staatengemeinschaft
2.4.1 Historische Entwicklung internationaler Abkommen
2.4.2 Konvention von 1949
2.4.3 Aktuelle Definition der Vereinten Nationen
2.5 Analyse der Definitionskriterien
2.6 Eigener Ansatz
3. historische Entwicklung und aktuelles Ausmaß
3.1 Geschichte des Frauenhandels
3.2 Ausmaß des gegenwärtigen Frauenhandels
4. Migrationshintergründe
4.1 Frauen und Migration
4.2 Migration und Frauenhandel
4.3 Auslösende und aufrechterhaltende Bedingungen des Frauenhandel
4.3.1 Wohlstandsgefälle
4.3.2 Nachfrage
4.3.3 Feminisierung der Migration
4.3.4 Geringes Risiko
4.3.5 Korruption
4.3.6 Sextourismus
4.4 Individuelle Entscheidung zur Migration
4.5 Portrait der betroffenen Frauen
5. Herkunftsländer im zeitlichen Wandel
6. Die Situation der Frauen in den Herkunftsländern am Beispiel
6.1 Thailand
6.2 Dominikanische Republik
6.3 Osteuropa
7. Schleusungswege und –methoden
7.1 Anwerbungsmethoden
7.1.1 Anwerbung durch Arbeitsversprechen
7.1.2 Anwerben über die Vortäuschung einer Liebesbeziehung
7.1.3 sonstige Anwerbungsmethoden
7.2 Kontaktaufnahme und Ablauf
7.3 Transport und Einreise
7.4 Fluchtverhinderung
7.5 Sexuelle Ausbeutung
8. Organisationsformen des Frauenhandels
8.1 Private Zuhälterei/Gelegenheitshändler
8.2 Organisierter Frauenhandel
9. Prostitution in Deutschland
9.1 Umfang
9.2 Nachfrage der Freier
9.3 Prostitutionsbereiche und –formen
9.4 Charakteristika der Prostituierten
10. Rechtliche Regulierung von Prostitution und Frauenhandel
10.1 Gesetzliche Regelung zur Prostitution
10.1.1 Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten
10.1.2 Sperrgebietsverordnung
10.2 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
10.3 Gesetzliche Regelungen zum Menschenhandel
10.4 Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten
10.5 Bundesseuchengesetz
10.6 Sozialrecht
10.7 Steuerrecht
10.8 Ausländerrecht
11. Die Situation der ausländischen Prostituierten in der Bundesrepublik
11.1 Arbeitsbedingungen
11.2 Gesundheitssituation
11.3 Soziale Situation
12. Gegenstrategien gegen Frauenhandel in Deutschland
12.1 Verstärkte Einreisebeschränkungen
12.2 Razzien
12.3 Strafrechtliche Verfolgung
12.4 Abschiebung der Frauen
12.5 Internationale behördliche Zusammenarbeit
13. Ansatzpunkte sozialer Arbeit zur Unterstützung betroffener Frauen
13.1 Aufsuchende Sozialarbeit /Streetwork
13.2 Betreuung von Opferzeuginnen
13.3 Begleitung im Zeugenschutzprogramm
13.4 Psychosoziale Betreuung
13.5 Rückkehrhilfe
14. Abschließende Betrachtung / Fazit
Die Diplomarbeit untersucht das Phänomen des Frauenhandels als spezifische Form irregulärer Migration und beleuchtet dessen Ursachen, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Lebenssituation betroffener Frauen in Deutschland. Ein zentrales Ziel ist es, aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive Ansatzpunkte für die soziale Arbeit zu entwickeln, um betroffene Frauen effektiv zu unterstützen und Gegenstrategien zu stützen.
1. Einleitung
Migration und Zuwanderung nach Deutschland sind Thematiken, die in den Medien, auf politischer Ebene und in der Fachliteratur seit jahrzehnten stark kontrovers diskutiert werden.
Seit der Anwerbung von Gastarbeitern in den 1950er Jahren und dem damit zusammenhängenden Zuzug von Familienangehörigen ist die Zahl der Ausländer bis in die 1990er Jahre stark angestiegen.
Als politische Konsequenz wurden in der Folge die Ausländergesetze und Einwanderungsbestimmungen immer restriktiver. Daraus resultierte eine verstärkte illegale Einwanderung.
Einen Teilbereich dieser irregulären Migration stellt der Frauenhandel dar, bei dem Frauen aus wirtschaftlich benachteiligten Ländern mit Hilfe von Schleppern nach Deutschland migrieren.
Dieser Problematik wird gerade in den letzten Jahren auf internationaler Ebene vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt, vor allem angesichts der Tatsache, dass der Zustrom von betroffenen Frauen kontinuierlich zunimmt.
Aufgrund der Aktualität und Brisanz der Thematik schreibe ich meine Diplomarbeit über von Menschenhandel betroffene Frauen als Klientinnen sozialer Arbeit.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Migration und des Frauenhandels ein, formuliert die zentrale Forschungsfrage und beschreibt den Aufbau der Arbeit.
2. Definition des Menschenhandels: In diesem Kapitel werden verschiedene internationale Definitionsansätze analysiert, um einen eigenen, präzisen Begriffsrahmen für die Arbeit abzuleiten.
3. historische Entwicklung und aktuelles Ausmaß: Das Kapitel betrachtet die historische Genese des Frauenhandels und versucht, das aktuelle, durch ein hohes Dunkelfeld geprägte Ausmaß zu erfassen.
4. Migrationshintergründe: Hier werden die strukturellen Ursachen der Migration von Frauen sowie die spezifischen Schub- und Sogfaktoren des Frauenhandels in Europa untersucht.
5. Herkunftsländer im zeitlichen Wandel: Das Kapitel analysiert die Veränderung der Rekrutierungsländer für Frauenhandel im zeitlichen Verlauf.
6. Die Situation der Frauen in den Herkunftsländern am Beispiel: Anhand von Thailand, der Dominikanischen Republik und Osteuropa wird exemplarisch aufgezeigt, wie Lebensbedingungen Migrationsentscheidungen beeinflussen.
7. Schleusungswege und –methoden: Dieses Kapitel erläutert die Anwerbungsstrategien, Transportwege und Methoden der Machtausübung durch die Täter.
8. Organisationsformen des Frauenhandels: Es werden unterschiedliche Akteure vom privaten Gelegenheitshändler bis hin zum organisierten Verbrechersyndikat differenziert betrachtet.
9. Prostitution in Deutschland: Die Arbeit gibt einen Überblick über den Umfang der Prostitution, die Nachfrage der Freier sowie die verschiedenen Milieus.
10. Rechtliche Regulierung von Prostitution und Frauenhandel: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Analyse der relevanten Gesetze, vom Strafrecht über das Sozialrecht bis zum Ausländerrecht.
11. Die Situation der ausländischen Prostituierten in der Bundesrepublik: Hier werden die Arbeitsbedingungen, die Gesundheitssituation sowie die soziale Lage der Betroffenen in Deutschland geschildert.
12. Gegenstrategien gegen Frauenhandel in Deutschland: Es werden die bisherigen staatlichen Maßnahmen wie Razzien und strafrechtliche Verfolgung kritisch evaluiert.
13. Ansatzpunkte sozialer Arbeit zur Unterstützung betroffener Frauen: Abschließend werden konkrete Handlungsfelder der sozialen Arbeit, wie Streetwork und Zeuginnenbetreuung, aufgezeigt.
14. Abschließende Betrachtung / Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Beantwortung der Fragestellungen und einer kritischen Reflexion der aktuellen Situation.
Frauenhandel, Zwangsprostitution, Migration, Menschenrechte, Soziale Arbeit, Ausländerrecht, Strafrecht, Ausbeutung, Schleuser, Opferzeuginnen, Armutsbekämpfung, Prostitutionsgesetz, Menschenhandel, Organisierte Kriminalität, Interkulturelle Kompetenz.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des Frauenhandels als einer Form der Zwangsmigration und analysiert die Lebenssituation betroffener Frauen, die als Klientinnen der sozialen Arbeit in Deutschland in Erscheinung treten.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Menschenhandel, die Hintergründe der Migration, die rechtliche Situation von Prostituierten in Deutschland sowie Strategien zur Unterstützung der betroffenen Frauen.
Ziel ist es, einen Gesamtüberblick über das Phänomen zu vermitteln, die Ursachen zu ergründen und konkrete Ansatzpunkte für die soziale Arbeit sowie Gegenstrategien abzuleiten.
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf internationalen Konventionen, polizeilichen Lagebildern, soziologischen Studien und der Auswertung bestehender Rechtsnormen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Definitionen, Migration), eine Situationsanalyse (Herkunftsländer, Situation in Deutschland, rechtliche Rahmenbedingungen) und eine anwendungsorientierte Betrachtung der Unterstützungsmöglichkeiten durch soziale Arbeit.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Frauenhandel, Zwangsprostitution, Migration, Menschenrechte, Soziale Arbeit und Ausländerrecht bestimmt.
Die Autorin sieht soziale Arbeit als essenziell an, um Frauen zu stabilisieren, rechtlich zu beraten und ihnen bei der Vorbereitung auf Zeugenaussagen zu helfen, betont jedoch, dass diese Arbeit oft an mangelnden finanziellen Ressourcen scheitert.
Die Autorin kritisiert, dass rechtliche Maßnahmen, wie beispielsweise die Abschiebung bei Razzien, die Frauen oft kriminalisieren, ihre Fluchtmöglichkeiten minimieren und sie in die Abhängigkeit von den Tätern zurücktreiben.
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