Bachelorarbeit, 2015
38 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Tiergestützter Interventionen
2.1.1 Entstehung
2.1.2 Begriffliche Abgrenzung
2.2 Autismus-Spektrum-Störung (ASS) – ein Überblick
3. Zum Einfluss tiergestützter Interventionen auf das Sozialverhalten autistischer Kinder im Alter von drei bis fünfzehn Jahren
3.1. Ein Vergleich ausgewählter Studien
3.1.1 Auswahl der Studien und Suchverfahren
3.1.2 Vergleich der Hypothesen
3.1.3 Datenbasis (Stichprobengröße)
3.1.4 Studiendesign
3.1.5 Tiergestützte Interventionen: Aktivitäten mit den Tieren
3.2. Ergebnisse der tiergestützten Intervention bei autistischen Kinder
3.2.1 Sprache und Kommunikation
3.2.2 Soziale Wechselwirkung
3.2.3 Autismus-Stärke (ASD Severity)
3.2.4 negatives bzw. problematisches Verhalten
3.2.5 Lebensqualität bzw. subjektives Wohlbefinden
3.2.6 Bereitschaft für Therapieangebote
3.2.7 Eltern-Kind Interaktion
3.3. Schwachpunkte der Studien
3.4. Zusammenfassung der vergleichenden Arbeit
4. Diskussion der Ergebnisse
4.1. Erklärungsmodelle für Ergebnisse im Bereich der Kommunikation
4.1.1 analoge Kommunikationsebene bzw. visuelles Denken
4.1.2 Tiere als Brücke zum erlernen menschlichem Kommunikationsverhalten
4.2. Problem der Messbarkeit
5. Schlussbetrachtung
6. Ausblick
Diese Arbeit untersucht mittels einer vergleichenden Sekundäranalyse den Einfluss von tiergestützten Interventionen auf das Sozialverhalten autistischer Kinder im Alter von drei bis fünfzehn Jahren, um zu klären, ob Tiere als therapeutische Co-Akteure zur Verbesserung der sozialen Interaktionsfähigkeit und Kommunikationskompetenz beitragen können.
4.1.1 Die analoge bzw. nonverbale Kommunikationsebene
Grundsätzlich gibt es nach dem Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick zwei verschiedene Weisen, in denen Objekte dargestellt und somit zum Gegenstand von Kommunikation werden können. Kommunikation kann demnach auf zwei unterschiedlichen Ebenen stattfinden, denn Objekte lassen sich durch eine Analogie oder einen Namen ausdrücken.
„Namen sind dabei Worte, deren Beziehung zu dem damit ausgedrückten Gegenstand eine rein zufällige oder willkürliche ist. Es gibt letztendlich keinen zwingenden Grund, weshalb die fünf Buchstaben k, a, t, z, und e in dieser Reihenfolge ein bestimmtes Tier benennen sollen [...] “ (Watzlawick 1996, 62)
Diese Ebene der Kommunikation wird als digitale bezeichnet. Worte benutzen wir dabei als „Zeichen“ für das, was wir meinen. (vgl. Greiffenhagen 2012, 48) Nun scheint es aber geradewegs ein Wesenszug der autistischen Störung zu sein, dass betroffene Menschen auf eben dieser digitalen Kommunikationsebene massive Probleme haben. So formuliert es Fritz im Bundesverband „Hilfe für das autistische Kind“ (2000):
„Aus Beobachtungen des Sprachverhaltens autistischer Kinder und aus gezielten Experimenten entnehmen wir, dass die geringsten Probleme in der mechanischen Seite des Sprechens zu finden sind. Schwerwiegendere Probleme in den Regeln der Satzbildung, die schwersten aber in der Semantik, d.h. der den Worten zugrundeliegende Bedeutung.“ (Fritz 2000, 8 zit. nach König 2004, 35)
1. Einleitung: Einführung in die Problematik autistischer Verhaltensweisen im sozialen Kontext und Darstellung der Forschungsfrage zum Einfluss von Tieren.
2. Begriffsbestimmungen: Definition und geschichtliche Herleitung der tiergestützten Intervention sowie ein Überblick über die Autismus-Spektrum-Störung.
3. Zum Einfluss tiergestützter Interventionen auf das Sozialverhalten autistischer Kinder im Alter von drei bis fünfzehn Jahren: Systematischer Vergleich von fünf ausgewählten Studien hinsichtlich Studiendesign, Ergebnissen und Schwachstellen.
4. Diskussion der Ergebnisse: Erörterung der Wirksamkeitsmechanismen, insbesondere der Bedeutung der nonverbalen Kommunikation, sowie Reflexion über die wissenschaftliche Messbarkeit.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Ergebnisse sowie Reflexion der Limitationen.
6. Ausblick: Diskussion über die Weiterentwicklung der Praxis und Notwendigkeit weiterer Forschung zur Qualitätssicherung.
Autismus-Spektrum-Störung, Tiergestützte Intervention, Soziales Verhalten, Mensch-Tier-Beziehung, Kommunikation, Nonverbale Kommunikation, Sozialtherapie, Pädagogik, Sprachförderung, Empirische Forschung, Therapiebegleithunde, Therapeutisches Reiten, Lebensqualität, Bindung, Inklusion.
Die Arbeit untersucht, ob und wie tiergestützte Interventionen einen positiven Einfluss auf das soziale Verhalten von Kindern im Autismus-Spektrum ausüben können.
Die Arbeit verknüpft Grundlagen der Autismusforschung mit Ansätzen der tiergestützten Therapie und kommunikationswissenschaftlichen Theorien, um die Interaktion zwischen Autisten und Tieren zu verstehen.
Das Ziel ist die Erstellung eines Querschnittsüberblicks über den aktuellen Forschungsstand und die wissenschaftliche Einordnung der Wirksamkeit tiergestützter Maßnahmen für autistische Kinder.
Es handelt sich um eine vergleichende Sekundäranalyse, bei der fünf empirische Studien evaluiert und auf Basis weiterer Fachliteratur diskutiert wurden.
Der Hauptteil analysiert die Auswahl und das Design der Studien, die erzielten Ergebnisse bezüglich Sprachgebrauch und Sozialverhalten sowie die methodischen Schwachpunkte der Untersuchungen.
Wesentliche Begriffe sind tiergestützte Intervention, Autismus-Spektrum-Störung, analoge Kommunikation, soziale Interaktion und die Brückenfunktion der Tiere.
Tiere kommunizieren primär auf einer analogen, nonverbalen Ebene, die für Autisten direkter und weniger interpretativ komplex ist als die digitale Kommunikation mit Menschen.
Die Autorin stellt fest, dass es aktuell an objektiven und validen Instrumenten mangelt, um die hochindividuelle Interaktion zwischen Autist und Tier statistisch zweifelsfrei zu erfassen.
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