Examensarbeit, 2013
68 Seiten, Note: 2,00
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Lesen als Bildungsauftrag heute
2. Theoretischer und begrifflicher Hintergrund
2.1 Der Begriff Lesekompetenz
2.2 Szenische Verfahren und ihre Berechtigung im Deutschunterricht
2.3 Das szenische Verfahren Standbild
3. Praktische Durchführung
3.1 Darstellung des unterrichtlichen Vorhabens
3.1.1 Einordnung des unterrichtlichen Vorhabens in Lehrplan und Bildungsstandards
3.1.2 Darstellung der individuellen Schülervoraussetzungen
3.1.3 Darstellung der Unterrichtssequenz
3.1.4 Exemplarische Darstellung eines Unterrichtsverlaufs
3.2 Erläuterung des diagnostischen Vorgehens
4. Darstellung und Interpretation der diagnostischen Ergebnisse
4.1 Darstellung der Ergebnisse
4.2 Interpretation und Reflexion der Ergebnisse
4.3 Einschränkungen, Grenzen und daraus resultierende Konsequenzen für die weitere Arbeit
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern das szenische Verfahren „Standbild“ exemplarisch als kreative und handlungsorientierte Methode dazu beitragen kann, die Lesekompetenz von Schülern einer vierten Grundschulklasse im Deutschunterricht gezielt zu fördern.
2.3 Das szenische Verfahren Standbild
Das Standbild ist ein szenisches Verfahren, das mit dem zunehmend eigenaktiven Anteil des Lesers im Deutschunterricht immer mehr in den Blickpunkt literaturdidaktischer Diskussionen rückt. Standbilder dienen hierbei zumeist der Interpretation von literarischen Texten. Das szenische Interpretieren kann sowohl als didaktisches Prinzip, das sich an der aktiven kulturellen Teilhabe orientiert und zu offenem Unterricht tendiert, als auch als methodisches Prinzip mit vielfältigen Tätigkeiten der Körpersprache, Motorik und sinnlichen Wahrnehmung erachtet werden. Dabei werden Vorstellungen von literarischen Figuren, Situationen, Handlungen und Beziehungen szenisch dargestellt und gedeutet. „Über das szenische Interpretieren sollen auf höchst genussvolle Weise Literaturerfahrungen möglich gemacht werden, in denen die sinnliche Wahrnehmung und die Körpersprache eine zentrale Vermittlerrolle spielen. Die Faszination der Literatur soll so wiederentdeckt oder intensiviert, das Lesen gefördert werden.“
Dabei wird nicht primär für die Zuschauer gespielt, sondern „als Annäherung an Texte, zur Erprobung von Deutungsmöglichkeiten und zur Vertiefung des Verstehens.“
Die Technik des szenischen Verfahrens Standbild geht zurück auf das Statuentheater des brasilianischen Theatermachers Augusto Boal. „Die Technik ist einfach: Die mitwirkenden Zuschauer werden aufgefordert, eine Statuengruppe zu bilden, die ihre kollektive Vorstellung […] ins Bild umsetzt.“ Wesentlich ist dabei nicht nur die körperliche Haltung der Figuren und ihre Mimik und Gestik, sondern auch ihre Anordnung im Raum; zum Beispiel ihre Nähe oder Entfernung, ob sie sitzen, stehen oder liegen.
1. Lesen als Bildungsauftrag heute: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Bedeutung der Lesekompetenz als Schlüsselqualifikation und Bildungsauftrag in der Grundschule sowie die Herausforderungen durch eine heterogene Medienkindheit.
2. Theoretischer und begrifflicher Hintergrund: Hier werden der Lesekompetenzbegriff, szenische Verfahren und spezifisch das „Standbild“ theoretisch fundiert und in den Kontext des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts eingeordnet.
3. Praktische Durchführung: Dieser Abschnitt beschreibt das unterrichtliche Vorhaben, die Schülergruppe, die methodische Unterrichtssequenz und das diagnostische Vorgehen zur Erfassung des Leseverstehens.
4. Darstellung und Interpretation der diagnostischen Ergebnisse: Die Ergebnisse aus Textverständnistests und Schülerbeobachtungen werden analysiert, interpretiert und kritisch hinsichtlich der Wirksamkeit des Standbild-Verfahrens reflektiert.
5. Fazit: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass das szenische Verfahren Standbild als probate Methode für eine erweiterte Lesekompetenz geeignet ist.
Lesekompetenz, Grundschule, Deutschunterricht, Szenisches Verfahren, Standbild, Leseförderung, Literaturunterricht, Textverstehen, Handelnd-produktiver Unterricht, Medienkindheit, Schülerbeobachtung, Sinnkonstruktion, Ästhetische Bildung, Kooperatives Lernen, Reflexion
Die Arbeit thematisiert die Förderung der Lesekompetenz von Grundschülern durch den Einsatz von Standbildern als szenisches Verfahren im Deutschunterricht.
Im Fokus stehen die Verbindung von Textverständnis mit kreativer Handlung, die Bedeutung von Gruppenarbeit und die Reflexion von literarischen Figuren und Beziehungen.
Die Arbeit untersucht, ob und wie das Standbild-Verfahren als Beitrag zur Leseförderung dienen kann und welche Auswirkungen es auf die Lesemotivation und das Textverstehen der Kinder hat.
Die Untersuchung basiert auf einer Kombination aus theoretischer Literaturarbeit, der praktischen Erprobung in einer vierten Klasse sowie diagnostischen Verfahren wie Textverständnistests, systematischer Schülerbeobachtung und Selbsteinschätzungsbögen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die detaillierte Darstellung des unterrichtlichen Vorhabens inklusive einer Sequenzplanung und die Auswertung der empirisch erhobenen Daten.
Wichtige Begriffe sind Lesekompetenz, Standbild, szenische Interpretation, Grundschule, handlungsorientierter Unterricht und Leseverstehen.
Es bietet einen handelnd-produktiven Zugang, der körperliche Erfahrungen mit kognitivem Textverstehen verknüpft und so besonders leseschwachen Schülern hilft, Subtexte und Gefühle von Figuren besser zu erfassen.
Zu Beginn zeigten sich Unsicherheiten in der Rollenverteilung und im organisatorischen Ablauf; zudem nahm die Motivation gegen Ende der langen Sequenz ab, was auf eine Überreizung durch zu häufige Anwendung der Methode hindeutete.
Das Standbild ist eine sehr probate Methode, um eine „erweiterte“ Lesekompetenz zu fördern, sollte jedoch in den Literaturunterricht eingebettet werden und nicht als reine, zu häufig wiederholte Technik eingesetzt werden.
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