Diplomarbeit, 2010
110 Seiten, Note: 2
1. Problemstellung
2. Haltungsschwächen und -schäden
2.1. Definition
2.2. Einteilung von Rückenformen
2.2.1. Normalrücken
2.2.2. Rundrücken - Der Schülerrücken
2.2.3. Hohlrundrücken
2.2.4. Flachrücken
2.2.5. Seitliche Haltungsabweichung (Skoliose)
2.3. Ermittlung von Haltungsschwächen und –Schäden
2.4. Prävalenz von Haltungsschäden bei Schülern
2.4.1. Entwicklung
2.4.2. Derzeitiger Stand
2.5. Ausblick
3. Ungleichheit von Längen- und Muskelwachstum im Jugendalter
3.1. Problemzone Wirbelsäule - aus biomechanischer Sicht
3.1.1. Anatomische Grundlagen
3.1.2. Morphologische Besonderheiten und Funktionen der Wirbelsäule
3.1.3. Belastung der Wirbelsäule
3.2. Die körperliche Entwicklung
3.2.1. Besonderheit des jugendlichen Gewebes
3.2.2. Längenwachstum – 1. Phase der Wachstumsschubes
3.2.3. Muskelwachstum – 2. Phase des Wachstumsschubes
3.3. Entstehung und Auswirkung der Diskrepanz
3.4. Ein weibliches Problem
3.5. Maßnahmen und Übungsauswahl
3.5.1. Verbesserung der Beweglichkeit
3.5.2. Kräftigung der Muskulatur
3.5.3. Übungsauswahl
3.6. Modell für ein haltungsorientiertes Fitnessprogramm für den Sportunterricht
3.6.1. Mit Geräten
3.6.2. Ohne Geräte
3.6.3. Was sollte vermieden werden
4. Bewegungsmangel im Jugendalter
4.1. Definition
4.2. Neigung der Jugendlichen zu Bewegungsmangel
4.2.1. Psyche
4.2.2. Schule und Freizeitgestaltung
4.2.3. Sportvereine
4.3. Auswirkung auf die Wirbelsäule
4.4. Maßnahmen
4.4.1. Haltungsfördernde Einflüsse verschiedener sportartspezifischer Fertigkeiten
4.4.2. Geeignete spielerische Inhalte
4.5. Modell für ein haltungsorientiertes Bewegungsprogramm
5. Die Ursachen von Haltungsfehlern und deren Prävention – Eine empirische Erhebung
5.1. Zielsetzung
5.2. Methodik
5.2.1. Erhebungsmethode
5.2.2. Stichprobe
5.2.3. Auswertung
5.3. Ergebnisse und Interpretation
5.3.1. Gefährdung zu und häufigste Formen von Haltungsmängeln
5.3.2. Häufigkeiten von Haltungsmängeln
5.3.3. Ursachen von Haltungsmängeln
5.3.4. Maßnahmen zur Prävention
5.3.5. Unterschiede, Korrelationen und Interpretation
5.4. Diskussion
6. Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht die Ursachen für Haltungsstörungen bei Jugendlichen während des pubertären Wachstumsschubes und erarbeitet Präventionsmöglichkeiten für den Sportunterricht. Dabei steht die biomechanische Problematik der Diskrepanz zwischen Längen- und Muskelwachstum im Mittelpunkt.
3.1.3. Belastung der Wirbelsäule
Auf die Wirbelsäule wirken besonders viele mechanische Einflüsse durch tägliche Bewegungsvorgänge wie Gehen, Stehen, Laufen, Springen, Bücken usw. Weiters wird sie vom Lebensstil der Menschen beeinflusst. Der Bewegungsmangel nimmt immer mehr zu und stellt eine große Belastung für die Wirbelsäule dar, wird aber in den meisten Fällen vernachlässigt. In diesem Fall wirkt sich also eine „Minderbelastung“ als Mehrbelastung aus. Einen weiteren negativen Einfluss haben Vibrationen. Auch Vibrationen, wie sie z.B. in Fahrzeugen entstehen, hängen mit unserem heutigen Lebensstil zusammen. Sie belasten besonders die Bandscheiben und stören deren Ernährung, was zu Schäden und Schmerzen führt. Abgesehen von den oben genannten Faktoren spielen auch Kälte/Wärme, Umwelteinflüsse und chemische Stoffe eine Rolle.
All diese Faktoren können besonders die noch im Wachstum befindende kindliche oder jugendliche Wirbelsäule negativ beeinflussen und gefährden. Bedenklicher aber sind noch die Auswirkungen aus dieser Zeit auf das Erwachsenenalter, wo die Beschwerden sich meist noch verschlechtern und Schäden im Gewebe entstehen.. Oberstes Ziel des Jugendalters ist somit die Verhinderung eines pathologischen Verlaufes (Junghanns, 1986).
1. Problemstellung: Einführung in die Thematik der Wirbelsäulenbeschwerden bei Jugendlichen und Darlegung des Forschungsziels.
2. Haltungsschwächen und -schäden: Definition und Klassifizierung verschiedener Rückenformen sowie Erläuterung der diagnostischen Ermittlung.
3. Ungleichheit von Längen- und Muskelwachstum im Jugendalter: Analyse der biomechanischen Wachstumsphasen und deren Auswirkungen auf die Stabilität der Wirbelsäule sowie Ansätze für Sportprogramme.
4. Bewegungsmangel im Jugendalter: Untersuchung des Einflusses von Inaktivität, sitzender Freizeitgestaltung und Schule auf die Haltungsentwicklung.
5. Die Ursachen von Haltungsfehlern und deren Prävention – Eine empirische Erhebung: Darstellung und Interpretation der empirischen Studie an Sportlehrern bezüglich Wahrnehmung und Präventionsmaßnahmen.
6. Zusammenfassung: Synthese der wesentlichen Erkenntnisse aus Theorie und Praxis hinsichtlich der Haltungsförderung.
Haltungsschwäche, Haltungsschaden, Wirbelsäule, Jugendalter, Wachstumsschub, Pubertät, Längenwachstum, Muskelwachstum, Bewegungsmangel, Sportunterricht, Prävention, Krafttraining, Biomechanik, Rumpfmuskulatur, Schülerrücken
Die Diplomarbeit befasst sich mit haltungsfördernden Maßnahmen im Sportunterricht für Jugendliche, insbesondere unter Berücksichtigung der speziellen Belastungssituation der Wirbelsäule während des Wachstumsschubes.
Die zentralen Themen umfassen die physiologischen Grundlagen der Wirbelsäule, die Auswirkungen des pubertären Wachstums sowie die Bedeutung von Bewegungsmangel und deren Prävention durch gezielte sportliche Aktivität.
Das Ziel ist die Darlegung der Ursachen für Haltungsstörungen im Jugendalter und die Entwicklung sowie Evaluierung von haltungsfördernden Maßnahmen, die Sportlehrer im Unterricht einsetzen können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer empirischen Erhebung in Form einer schriftlichen Befragung von 30 Sportlehrern, deren Daten statistisch mit SPSS ausgewertet wurden.
Der Hauptteil analysiert das Ungleichgewicht zwischen Längen- und Muskelwachstum, die negativen Folgen von Bewegungsmangel und entwirft spezifische Bewegungsmodelle und Übungskataloge für den Sportunterricht.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Haltungsschwäche, Pubertät, Wirbelsäulendysbalancen, Prävention, Krafttraining im Jugendalter und biomechanische Wachstumsfaktoren.
In dieser Phase wächst die Körperlänge schneller als die Muskulatur, wodurch instabile Last-Kraft-Verhältnisse entstehen, die die Wirbelsäule anfälliger für Fehlbelastungen machen.
Sportvereine dienen als soziales Umfeld, das Jugendliche zur regelmäßigen Aktivität motiviert, wobei jedoch die individuelle Motivation und das spezifische Freizeitverhalten eine entscheidende Rolle für den gesundheitlichen Nutzen spielen.
Die befragten Sportlehrer stehen präventiven Maßnahmen überwiegend positiv gegenüber und messen der Förderung der Rumpfmuskulatur eine sehr hohe Bedeutung bei, auch wenn die Wahrnehmung zwischen den Geschlechtern variieren kann.
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