Magisterarbeit, 2005
75 Seiten, Note: 2,0
1. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Die Entstehung der Teufelsgestalt
2.1. Die Entstehung des Bösen
2.2. Das Böse in den Naturvölkern
2.3. Die altiranische Kultur
2.3.1. Zarathustra
2.4. Der Teufel im Judentum
2.5. Der Teufel in der christlichen Tradition
2.5.1. Die Entstehung des Bösen
2.5.1.1. Der Sündenfall
2.5.1.2. Der Sündenfall in den Apokryphen
2.5.1.3. Die Lehre von den Engeln
2.5.1.4. Der Fall der Engel
2.5.2. Der Satan im Alten Testament – „Angestellter“ Gottes
2.5.3. Satan im Neuen Testament – Der Widersacher
2.6. Der Teufel im Volksglauben
3. Des Teufels Netz
3.1. Der Teufel in der Literatur des Mittelalters
3.1.1. Der Teufel in den geistlichen Spielen des Mittelalters
3.1.2. Der Teufel in der didaktischen Literatur des Mittelalters
3.1.2.1. Die Spruchdichtung
3.1.2.2. Das Lehrgedicht
3.1.2.3. Die Allegorie
3.2. Die Probleme bei der Bestimmung von Gattung und Autor
3.2.1. Die Gattungsfrage
3.2.2. Der Autor des Gedichtes
3.3. Die Allegorie in „Des Teufels Netz“
3.4. Des Teufels Netz
3.4.1. Die Handschriften
3.4.2. Inhalt und Aufbau
3.4.2.1. Der Sündenteil
3.4.2.2. Der Dekalogteil
3.4.2.3. Der Ständeteil
3.4.2.4. Der Christus-Teufel Dialog
4. Resümee: Die Funktion des Teufels in der Lehrdichtung des M.A.
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Etablierung der Teufelsfigur vom Altertum bis in das christliche Mittelalter, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der didaktischen Lehrdichtung „Des Teufels Netz“ und ihrer Funktion als erzieherisches Instrument der Kirche.
2.1. Die Entstehung des Bösen
„Betrachtet man die Teufel einmal ganz nüchtern, sind sie ein Nichts, in sichtbare, fantastische Gestalten umgesetzte Projektionen, die den Konflikt des Menschen mit seinen historischen oder natürlichen Bedingtheiten zum Ausdruck bringen’’ schreibt Alfonso di Nola in seinem Werk über den Teufel. Für di Nola ist der Teufel eine Gestalt, die der menschlichen Phantasie entsprungen ist, entstanden aufgrund von lebens- oder existenzbedrohenden Situationen oder unerklärlichen Erlebnissen in frühester Entwicklungsstufe der Menschheit.
Der Mensch habe, laut di Nola, mehrere Möglichkeiten, um auf solche Ereignisse zu reagieren: entweder mit Verstand, mit dessen Hilfe man eine Veränderung bewirken kann, oder mit Verfremdung, indem man sie auf ein ,,trügerisch mythisches Bild’’ (a. a. O.) projiziert und so eine dramatisierte Erklärung für das Böse im menschlichen Dasein schafft. Es entsteht eine ,,fest umrissene Gestalt’’, die nun auch als Widersacher des positiven Gottesbildes verstanden wird. Die Entwicklung dieses dualistischen Glaubenssystems ist in jeder Religion und jedem Volk verschieden. In den folgenden Kapiteln werden die Kulturen aufgezeigt, die für die Entstehung der Teufelsgestalt besonders bedeutsam sind.
1. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Problematik der Teufelsfigur und Definition des Untersuchungsrahmens der Arbeit.
2. Die Entstehung der Teufelsgestalt: Untersuchung der Wurzeln des Bösen in Naturvölkern, der altiranischen Kultur, im Judentum und der christlichen Tradition.
3. Des Teufels Netz: Umfassende Analyse des didaktischen Gedichts „Des Teufels Netz“ hinsichtlich Gattung, Autorschaft, Aufbau und der verwendeten Allegorien.
4. Resümee: Die Funktion des Teufels in der Lehrdichtung des M.A.: Zusammenfassende Betrachtung der Teufelsgestalt als Werkzeug der Kirche zur Disziplinierung und Erziehung der Bevölkerung im Mittelalter.
Teufel, Teufelsgestalt, Mittelalter, Didaktik, Lehrdichtung, Des Teufels Netz, Sündenfall, Dualismus, Kirche, Allegorie, Volksglaube, Erlösung, Teufelsmotiv, Seelenfang, Christentum.
Die Arbeit analysiert die Entstehung der Teufelsfigur und deren Wandel von einer abstrakten Idee zu einer konkreten, bedrohlichen Gestalt in der mittelalterlichen Literatur.
Zentrale Themen sind die religiöse Wurzelbildung des Bösen, der Einfluss von Dualismus-Konzepten sowie die didaktische Literatur, insbesondere das Werk „Des Teufels Netz“.
Das Ziel ist es, den Ursprung der Teufelsfigur nachzuvollziehen und aufzuzeigen, wie die Kirche diese Gestalt als erzieherisches Mittel nutzte, um Gläubige durch Angst zu disziplinieren.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und kulturhistorische Analyse, die theologische Quellen, Apokryphen und didaktische Schriften des Mittelalters systematisch auswertet.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Gedicht „Des Teufels Netz“, untersucht dessen Handschriften, den Aufbau sowie die symbolische Bedeutung der Teufels-Allegorien.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie „Teufelsmotiv“, „Didaktik“, „Dualismus“, „Sündenfall“ und „Ständesatire“.
Das Werk dient als Paradebeispiel für die mittelalterliche „Straf- und Drohpredigt“, in der Stände und Sünden systematisch katalogisiert werden, um den Menschen den Weg zur Erlösung durch Beichte und Buße zu weisen.
Die Arbeit beleuchtet den mittelalterlichen Teufel als leibhaftige, reale Bedrohung für das Bürgertum, während moderne Darstellungen den Teufel meist als symbolische oder psychologische Metapher interpretieren.
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