Masterarbeit, 2017
58 Seiten, Note: 1,3
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. VORWORT
1.1. VORSTELLUNG DES THEMAS UND DER LEITFRAGE
1.2. ÜBERSICHT ÜBER DIE GLIEDERUNG
2. ENTWICKLUNG DES UNENDLICHKEITSBEGRIFFS
2.1. UNENDLICHKEITSBEGRIFF IM WANDEL DER ZEIT
2.2. HISTORISCHER KONTEXT BEI KANT UND CANTOR
3. UNENDLICHKEIT UND DIE ANTINOMIEN BEI KANT
3.1. MATHEMATISCHE UNENDLICHKEIT
3.2. KANTS ANTINOMIEN
3.3. ZEIT UND RAUM BEI KANT
4. UNENDLICHKEIT BEI CANTOR
4.1. CANTORS HERLEITUNG EINER AKTUALEN UNENDLICHKEIT
4.2. EIGENSCHAFTEN DER AKTUALUNENDLICHKEIT
4.3. CANTORS WELTBILD
4.4. CANTORS BEMERKUNGEN ÜBER FRÜHERE AUTOREN
5. KANT UND CANTOR IM VERGLEICH
5.1. GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE
5.2. CANTORS MÖGLICHE ANTWORTEN AUF KANTS ANTINOMIEN
6. FAZIT
6.1. KRITISCHE REFLEKTION DER ANTWORTEN AUF DIE LEITFRAGE
6.2. ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konstrukt der Unendlichkeit im philosophischen Denken von Immanuel Kant und dem mathematischen Verständnis von Georg Cantor, mit dem primären Ziel zu analysieren, wie Kants vier Antinomien der reinen Vernunft mithilfe von Cantors Erkenntnissen neu interpretiert und bearbeitet werden können.
Cantors Herleitung einer aktualen Unendlichkeit
Als mögliche Auffassung Cantors über das Aktualunendliche und als seine Grundanschauung diesbezüglich lässt sich mit den Worten von László Tengelyi Folgendes sagen: Was Cantor als das Aktualunendliche sieht, „gleicht mehr einem Sack, der Kartoffeln enthält, als etwa einem Wald, der aus Bäumen besteht“. Was hiermit gemeint ist, soll in diesem Kapitel genauer beleuchtet werden.
Einer der wichtigsten Schritte in der Diskussion über eine mögliche aktuale und potentielle Unendlichkeit geschieht dadurch, dass Cantor den mathematischen Beweis für die sogenannte Überabzählbarkeit der Menge der reellen Zahlen liefert. Dieser Beweis ist schon zu Cantors Zeit und darüber hinaus auch in der heutigen Zeit von großer Bedeutung in unterschiedlichen Disziplinen. Vordergründig gilt dies natürlich für die Mathematik, aber auch philosophisch ist die Erkenntnis von Cantor entscheidend.
Cantor muss als Voraussetzung annehmen, dass bestimmte Zahlen existieren, denen man nicht „alle Eigenschaften der endlichen Zahlen zumuten oder vielmehr aufdrängen“ kann. Viele Autoren begehen laut Cantor dadurch, dass sie den besonderen Charakter von unendlich großen Zahlen nicht berücksichtigen, existenzielle Fehler innerhalb der Diskussion um die Unendlichkeit.
1. VORWORT: Einleitung in die Themenstellung und die zentrale Forschungsfrage der Arbeit zur Brücke zwischen Philosophie und Mathematik.
2. ENTWICKLUNG DES UNENDLICHKEITSBEGRIFFS: Historische Einordnung des Unendlichkeitsbegriffs unter Berücksichtigung von Aristoteles und Bolzano im Kontext der Lebenszeit von Kant und Cantor.
3. UNENDLICHKEIT UND DIE ANTINOMIEN BEI KANT: Darstellung von Kants Verständnis der mathematischen Unendlichkeit sowie seiner vier Antinomien der reinen Vernunft.
4. UNENDLICHKEIT BEI CANTOR: Analyse von Cantors Konstruktion der Aktualunendlichkeit, der transfiniten Zahlen und seines platonisch geprägten Weltbildes.
5. KANT UND CANTOR IM VERGLEICH: Gegenüberstellung der Denker und Versuch, Kants Antinomien mithilfe von Cantors mathematischen Erkenntnissen neu zu bearbeiten.
6. FAZIT: Kritische Reflexion der Lösungsansätze und abschließende Bewertung der Argumentationskraft von Cantors Positionen.
Unendlichkeit, Immanuel Kant, Georg Cantor, Mengenlehre, Antinomien, Aktualunendlichkeit, transfinite Zahlen, Vernunft, Raum und Zeit, Mathematik, Philosophie, Potenzielle Unendlichkeit, Schöpfung, Absolute, Gottesbeweis.
Die Arbeit untersucht das unterschiedliche Verständnis des Unendlichkeitsbegriffs bei Immanuel Kant und Georg Cantor und prüft, inwieweit Cantors mathematische Erkenntnisse dazu beitragen können, Kants philosophische Antinomien zu bearbeiten.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen potenzieller und aktualer Unendlichkeit, die Analyse der vier Antinomien Kants sowie die von Cantor entwickelte Mengenlehre und seine Ideen zu transfiniten Zahlen.
Die Kernfrage lautet: Wie lassen sich Immanuel Kants vier Antinomien der reinen Vernunft mithilfe von Georg Cantors Erkenntnissen rund um die Unendlichkeit bearbeiten und beantworten?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der historische philosophische Positionen (Kant) mit mathematisch-theoretischen Ansätzen (Cantor) verglichen und auf ihre logische Konsistenz sowie Anwendbarkeit hin geprüft werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die detaillierte Darstellung von Kants Antinomien, die Erläuterung von Cantors Mengenlehre sowie einen direkten Vergleich beider Denker hinsichtlich ihrer Lösungsansätze für unendliche Strukturen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Unendlichkeit, Aktualunendlichkeit, transfinite Zahlen, Antinomien, Mengenlehre und das Verhältnis von Mathematik und Theologie bestimmt.
Der Autor stellt fest, dass Cantors Versuche, die Antinomien zu bearbeiten, zwar intellektuell anregend sind, jedoch oft an fehlenden oder nicht gelieferten Beweisen leiden und eher als eine Anwendung seiner Mengenlehre denn als direkte, philosophische Widerlegung zu verstehen sind.
Cantor sieht im Absolutunendlichen eine göttliche Gestalt. Er argumentiert, dass das Universum und die Mathematik Beweise für Gottes Schöpfung liefern und Gott die absolute Grenze darstellt, die mathematisch nicht weiter bestimmbar ist.
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