Masterarbeit, 2015
94 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Forschungsstand
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Definition der Begrifflichkeiten
2.1 Behinderung
2.2 Inklusion
3 Legitimation der Inklusion im Schulsport
3.1 UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)
3.2 9. Schulrechtsänderungsgesetz (NRW)
4 Inklusiver Schulsport
4.1 Die Bedeutung von inklusivem Schulsport
4.2 Heterogenität – Schulsport für alle
4.2.1 Grenzen der Heterogenität im traditionellen Wettkampfsport und deren Überwindung durch strukturelle Veränderungen
4.2.2 Statistische Daten zur inklusiven Beschulung und ihre Bedeutung für den inklusiven Sportunterricht
5 Gelingensbedingungen von inklusivem Schulsport
5.1 Inklusion beginnt im Kopf - Einstellung der Lehrkräfte und Eltern zur Inklusion
5.2 Co-Teaching
5.2.1 Die sechs Formen des Co-Teachings
5.2.2 Einbeziehung von anderen Helfersystemen – Kooperation in multiprofessionellen Teams
5.3 Strukturelle Rahmenbedingungen
5.3.1 Bildungspolitische Ausrichtung
5.3.2 Materielle und räumliche Ausstattung der Sportstätten
5.3.3 Finanzielle Ressourcen
5.4 Personelle Rahmenbedingungen/Ressourcen
5.4.1 Didaktisches Wissen und Können der Lehrkräfte in Bezug auf Inklusion
5.4.2 Anerkennende Lehrer-Schüler-Beziehungen
5.5 Methoden im Sportunterricht
5.5.1 Soziales Lernen – Eine Methode, die Inklusion befördert
5.5.2 Konstruktivistische Didaktik und offener Unterricht
5.6 Leitlinien eines inklusiven Sportunterrichts
6 Drei-Ebenen-Modell der Unterrichtsentwicklung inklusiven Sportunterrichts
6.1 Ziel-Ebene
6.2 Konstrukt-Ebene
6.3 Unterrichts-Ebene
7 Fachdidaktische Modelle zum Umgang mit Heterogenität im Schulsport
7.1 Die Australischen Modelle „TREE“ und „CHANGE IT“
7.2 Das „6 + 1 Modell eines adaptiven Sportunterrichts“
7.3 Das „Handlungsmodell inklusiver Sportunterricht“
7.3.1 Aktivitätstypen
7.3.2 Lernsituationen
7.3.3 Das Handlungsmodell
8 Kritik
9 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Gelingensbedingungen und Grenzen des inklusiven Schulsports in der Sekundarstufe I, um Sportlehrkräften Orientierungshilfen für die Praxis zu bieten und zur kritischen Reflexion des Inklusionsdiskurses beizutragen.
4.2.1 Grenzen der Heterogenität im traditionellen Wettkampfsport und deren Überwindung durch strukturelle Veränderungen
Der Umgang mit Heterogenität im Sport bleibt jedoch bisher wenig hinterfragt. Der Sport als Leistungs- und Wettkampfsport gewinnt gerade durch Leistungsvergleiche auf möglichst gleichem Niveau seine Attraktion, da so ein offener Ausgang des Wettkampfes garantiert ist.
„Um dies zu gewährleisten, wird von der Kreisklasse bis zur Bundesliga, im Sport der Nichtbehinderten und im Behindertensport nach Leistung differenziert, und, damit dies optimal funktioniert, zudem noch nach Alter und Geschlecht“ (Weichert, 2010, S. 257).
Die Methode der gezielten Homogenisierung kann jedoch im Sportunterricht nicht funktionieren, denn dort werden die Schulklassen nicht nach sportlicher Leistungsstärke zusammengesetzt und es besteht eine Teilnahmepflicht im Gegensatz zu dem freiwilligen Vereinssport (ebd.). Weichert führt weiter aus, dass der Sport von seiner Idee und seiner Struktur her historisch nicht für das Sporttreiben in heterogenen Gruppen ausgelegt ist und er deswegen dafür neu erfunden beziehungsweise verändert werden muss. Zudem spricht die Zusammenstellung der Gruppen, wenn die Lehrkraft die freie Gruppeneinteilung erlaubt, nicht gerade für einen inklusiven Sportunterricht. Hier lässt sich beobachten, dass sich sportstarke Jungen oder Mädchen mit anderen Sportstarken des gleichen Geschlechts zusammentun und dass auch die leistungsschwachen Schüler beziehungsweise die „Mittelgruppe“ unter sich bleibt. Aus diesen Umständen wird ersichtlich, dass schlechte Voraussetzungen für die Inklusion von Behinderten und Nichtbehinderten vorliegen (Weichert, 2003, S. 26). Weichert unterstreicht dies mit folgenden Fragen:
„Wie soll man auch mit einem Rollstuhlkind um die Wette laufen, sich mit einem spastischen Mitschüler den Ball zuwerfen und gar beim Fußball um den Ball kämpfen oder mit einem geistig behinderten Kind, das die Spielregeln nicht versteht, ein Regelspiel spielen?“ (ebd., S. 26).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesetzliche Verankerung der Inklusion und die daraus resultierenden Herausforderungen für den Sportunterricht in der Sekundarstufe I.
2 Definition der Begrifflichkeiten: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Behinderung und Inklusion theoretisch und stellt sie in den Kontext der aktuellen pädagogischen Diskussion.
3 Legitimation der Inklusion im Schulsport: Hier wird der inklusive Schulsport auf Basis der UN-Behindertenrechtskonvention und des nordrhein-westfälischen Schulrechts begründet.
4 Inklusiver Schulsport: Das Kapitel thematisiert die Herausforderung der Heterogenität und die Grenzen des traditionellen Wettkampfsports für Inklusionsprozesse.
5 Gelingensbedingungen von inklusivem Schulsport: Es werden zentrale Faktoren wie die Einstellung von Lehrkräften, Co-Teaching, strukturelle Ressourcen und didaktische Methoden erörtert.
6 Drei-Ebenen-Modell der Unterrichtsentwicklung inklusiven Sportunterrichts: Das Kapitel stellt ein systematisches Planungsmodell vor, das Unterrichtsentwicklung in Ziel-, Konstrukt- und Unterrichtsebene unterteilt.
7 Fachdidaktische Modelle zum Umgang mit Heterogenität im Schulsport: Hier werden konkrete Anpassungsmodelle wie TREE, CHANGE IT und das 6+1 Modell sowie das Handlungsmodell inklusiver Sportunterricht präsentiert.
8 Kritik: Dieses Kapitel bietet eine kritische Perspektive auf die radikale Umsetzung der Inklusion und hinterfragt empirische Befunde sowie gesellschaftliche Debatten.
9 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Gelingensbedingungen und Grenzen zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsnotwendigkeiten.
Inklusion, Schulsport, Heterogenität, Co-Teaching, Sportdidaktik, Behindertenrechtskonvention, Unterrichtsentwicklung, adaptive Sportmodelle, Schulentwicklung, Leistungsbewertung, Barrierefreiheit, sonderpädagogischer Förderbedarf, Lehrerbildung, soziales Lernen, multiprofessionelle Teams.
Die Arbeit untersucht die Bedingungen, unter denen inklusiver Sportunterricht in der Sekundarstufe I gelingen kann, und setzt sich mit den Grenzen auseinander, die bei der praktischen Umsetzung auftreten.
Zu den zentralen Feldern gehören die rechtliche Legitimation, die Bewältigung von Heterogenität, notwendige strukturelle und personelle Rahmenbedingungen sowie fachdidaktische Modelle für einen adaptiven Sportunterricht.
Das Ziel ist es, Gelingensbedingungen für Inklusion aufzuzeigen, Möglichkeiten der Unterrichtsanpassung zu diskutieren und Sportlehrkräfte durch Reflexionsfragen bei der Bewältigung der inklusiven Herausforderung zu unterstützen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung aktueller Studien zur Inklusion, pädagogischer Theorien und fachdidaktischer Modelle.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Erörterung von Gelingensbedingungen (z.B. Co-Teaching), die Vorstellung didaktischer Modelle zur Differenzierung sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Inklusionsdebatte.
Die zentralen Schlagworte sind Inklusion, Schulsport, Heterogenität, Co-Teaching, Sportdidaktik und sonderpädagogischer Förderbedarf.
Es wird als entscheidende Bedingung gewertet, da es die Lehrkräfte entlastet und sicherstellt, dass Schüler mit unterschiedlichen Bedürfnissen Zugang zu gemeinsamen Lerngegenständen erhalten.
Die Arbeit betont, dass der Raum als „dritter Pädagoge“ fungiert und die Überwindung der klassischen „Ein-Raum-Struktur“ durch multifunktionale Sportstätten maßgeblich zum Gelingen beitragen kann.
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