Examensarbeit, 2010
95 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Fachdidaktisch-methodische Betrachtung: Exkursion
II.1. Definition des Begriffes „Exkursion“
II.2. Unterschiedliche Exkursionstypen
II.2.1 Die „Erkundung“
II.2.2. Die „Rekonstruktion historischer Ereignisse an ihrer historischen Stätte“
II.2.3. Das „Hinterfragen gedeuteter Geschichte“
II.2.4.Fazit
II.3. Eine mögliche Typisierung der historischen Orte
II.4. Was kann eine Exkursion leisten?
II.5. Die Exkursion im Lehrplan
III. Fachdidaktische Betrachtung: Regional- und Lokalgeschichte
III.1. Definition bzw. Begriffsabgrenzung
III.2. Die Beschäftigung mit Lokal- und Regionalgeschichte im Geschichtsunterricht
III.2.1. Möglichkeiten und Grenzen der Lokal- und Regionalgeschichte
III.2.2. Lehrplanbezug
IV. München 1923 bis 1945: Eine Exkursion zu Orten und Gebäuden im Geschichtsunterricht des Gymnasiums
IV.1. Geplante Umsetzung der Exkursion
IV.1.1. Die Feldherrnhalle
IV.1.1.1. Geplante Umsetzung für die 9. Jahrgangsstufe
IV.1.1.2. Begleitendes Quellenmaterial für 9. Jahrgangsstufe
IV.1.1.3. Geplante Umsetzung für die 11./12. Jahrgangsstufe
IV.1.1.4. Begleitendes Quellenmaterial für die 11./12. Jahrgangsstufe
IV.1.2. Die Ludwig-Maximilians-Universität
IV.1.2.1. Geplante Umsetzung für die 9. Jahrgangsstufe
IV.1.2.2. Begleitendes Quellenmaterial für 9. Jahrgangsstufe
IV.1.2.3. Geplante Umsetzung für die 11./12. Jahrgangsstufe
IV.1.2.4. Begleitendes Quellenmaterial für die 11./12. Jahrgangsstufe
IV.1.3. Das Siegestor
IV.1.3.1. Geplante Umsetzung für die 9. Jahrgangsstufe
IV.1.3.2. Begleitendes Quellenmaterial für 9. Jahrgangsstufe
IV.1.3.3. Geplante Umsetzung für die 11./12. Jahrgangsstufe
IV.1.3.4. Begleitendes Quellenmaterial für die 11./12. Jahrgangsstufe
IV.2. Lehrplanbezug der Exkursion
V. Schluss
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die methodische Umsetzung historischer Exkursionen im Geschichtsunterricht, insbesondere mit Fokus auf die Lokal- und Regionalgeschichte Münchens während der Zeit des Nationalsozialismus. Ziel ist es, den Aufbau von Geschichtsbewusstsein durch handlungsorientiertes Lernen an historischen Orten zu fördern und konkrete didaktische Wege für den Unterricht am Gymnasium aufzuzeigen.
II.1. Definition des Begriffes „Exkursion“
Zunächst soll im Folgenden versucht werden, den Begriff „Exkursion“ zu definieren, dabei wird nicht versucht, eine allgemeine Definition zu erreichen, sondern lediglich eine Begriffsbestimmung in Bezug auf den Geschichtsunterricht. Schreiber versteht unter Exkursion „das Aufsuchen historischer Quellen an ihrem originalen Ort (...).3 Diese Definition ist sehr allgemein und birgt das Problem in sich, dass der Besuch des originalen Orts nur selten tatsächlich möglich ist, da sich entweder der historische Ort selbst oder dessen Umgebung im Laufe der Zeit verändert hat. Schreiber will damit jedoch lediglich die Exkursion in Archive oder Museen aufgrund ihrer eigenen Art ausklammern. Weiterhin fehlt jeglicher Hinweis, was im Rahmen der Exkursion an den aufgesuchten Quellen zu leisten ist. Dennoch ist das Aufsuchen – also das Verlassen des Schulhauses – als ein wesentlicher Bestandteil einer Exkursion schon implizit genannt.
Hey versuchte die Exkursion folgendermaßen zu fassen: „Die historische Exkursion ist eine Organisationsform des historisch-politischen Unterrichts, die ein bestimmtes Thema durch die Arbeit an und mit möglichst originalen historischen Zeugnissen außerhalb der Schule erschließt.“4 Heys Definition ist zwar immer noch sehr allgemein gefasst, gibt jedoch den thematischen Bezug als ein weiteres Kriterium an, sodass implizit eine gewisse Form der Selektion angenommen kann, die den Besuch eines historischen Ortes immer in Abhängigkeit mit einer thematischen Aufbereitung sieht; d.h. die Exkursion muss einen Bezug zu einer Unterrichtseinheit aufweisen und dementsprechend einen Lehrplanbezug aufweisen. Hey betont in dieser Definition, dass bei einer Exkursion an und mit historischen Zeugnissen zu arbeiten ist. Er unterscheidet damit die Exkursion von einer reinen Führung, in der lediglich Informationen angeboten werden; Hey führt also implizit eine handlungsorientierte Komponente in die Exkursion ein. Ferner wird in der Definition Heys der außerschulische Charakter besonders betont, allerdings findet sich hier keine Differenzierung hinsichtlich der Orte. Hey bezieht in seine Begriffsbestimmung also Museen und Archive ebenso mit ein, wie Denkmäler und Bauten; konstituierendes Moment ist also das Arbeiten mit historischen Zeugnissen außerhalb des Schulhauses – der Verbleib des Zeugnisses an seinem historischen Ort scheint dabei vernachlässigbar.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Lokal- und Regionalgeschichte ein und skizziert den Aufbau der Arbeit, die den historischen Exkursionsunterricht in München analysiert.
II. Fachdidaktisch-methodische Betrachtung: Exkursion: Dieses Kapitel definiert den Begriff der historischen Exkursion, typisiert Exkursionsformen und beleuchtet das didaktische Potenzial sowie die Integration in den Schulalltag.
III. Fachdidaktische Betrachtung: Regional- und Lokalgeschichte: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung von Lokal- und Regionalgeschichte, wobei deren Nutzen für den Geschichtsunterricht und die Abgrenzung zur Nationalgeschichte diskutiert werden.
IV. München 1923 bis 1945: Eine Exkursion zu Orten und Gebäuden im Geschichtsunterricht des Gymnasiums: Der Hauptteil entwirft konkrete Exkursionskonzepte für München (Feldherrnhalle, LMU, Siegestor) und verknüpft diese mit den Anforderungen der verschiedenen Jahrgangsstufen am Gymnasium.
V. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die zukünftige Bedeutung der Arbeit mit historischen Orten im Kontext schwindender Zeitzeugenschaft.
VI. Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Geschichtsdidaktik, Exkursion, Lokalgeschichte, Regionalgeschichte, Nationalsozialismus, München, Geschichtsbewusstsein, handlungsorientiertes Lernen, Lehrplan, Feldherrnhalle, Ludwig-Maximilians-Universität, Siegestor, Quellenarbeit, Erinnerungskultur, historisches Lernen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Aufarbeitung von historischen Exkursionen. Sie untersucht, wie das lokale Umfeld – speziell in München – als Lernort für den Geschichtsunterricht genutzt werden kann.
Zentral sind die theoretische Definition der historischen Exkursion, die methodische Einbettung in den Lehrplan und die praktische Anwendung am Beispiel des Nationalsozialismus in München.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch gut geplante Exkursionen Geschichtsbewusstsein fördern können, indem Schüler aktiv mit historischen Orten und Quellen arbeiten, statt nur passiv Informationen zu konsumieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine geschichtsdidaktische Analyse, bei der Fachliteratur ausgewertet und mit den Vorgaben des bayerischen Lehrplans für das Gymnasium in Bezug gesetzt wird.
Im Hauptteil werden konkrete Exkursionsrouten und -inhalte für die Feldherrnhalle, die LMU und das Siegestor entworfen, inklusive didaktischer Hinweise zur Quellenarbeit für unterschiedliche Jahrgangsstufen.
Wichtige Begriffe sind Geschichtsdidaktik, historische Exkursion, Lokalgeschichte, handlungsorientiertes Lernen und Geschichtsbewusstsein.
Die Arbeit greift auf Typologien zurück, in denen „Erkundung“ als eine Form der Exkursion verstanden wird, bei der der historische Ort als Ausgangspunkt dient, um durch analytische Arbeit Vorwissen zu aktivieren und historische Ereignisse zu rekonstruieren.
Denkmäler dienen als „stumm Zeugen“, die erst durch die didaktische Aufbereitung und Quellenarbeit ihre Bedeutung für die Schüler offenbaren. Die Arbeit zeigt, wie sich die Deutung solcher Orte im Zeitverlauf verändert hat und wie dies Schüler zur kritischen Reflexion über Erinnerungskultur anregen kann.
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