Magisterarbeit, 2016
58 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Bisheriger Forschungsstand
3 Der Eurovision Song Contest
3.1 Die Entstehung des Eurovision Song Contest
3.1.1 Die EBU (European Broadcasting Union)
3.1.2 Das San-Remo-Festival als Vorbild
3.2 Historischer Überblick
3.2.1 Auftritte: Orchester vs. Playback
3.2.2 Sprachenwahl: Englisch vs. Landessprache
3.2.3 Abstimmung: Jury vs. Televoting
3.3 Der ESC als Mittel nationaler und kultureller Selbstpräsentation
4 Der Einzug Osteuropas in den ESC
4.1 Auswirkungen auf den ESC
4.1.1 Veränderungen im Regelwerk der EBU
4.1.2 Abstimmungsverhalten
4.2 Der ESC als Chance und Prestige für die osteuropäischen Teilnehmerländer
5 Polnische Auftritte beim ESC
5.1 Vorstellung der analytischen Methode
5.2 Analyse einiger Auftritte
5.2.1 Edyta Górniak (1994)
5.2.2 Justyna Steczkowska (1995)
5.2.3 Ich Troje (2003)
5.2.4 Iwan & Delfin (2005)
5.2.5 Marcin Mroziński (2010)
5.2.6 Cleo & Donatan (2014)
5.2.7 Monika Kuszyńska (2015)
5.3 Ergebnisse
5.3.1 Das Genderbild Polens im Wandel
5.3.2 Das Bild Polens als Nation – Selbstpräsentation und Wahrnehmung
6 Die mediale Berichterstattung
6.1 Die 1990er Jahre – Euphorie und Begeisterung der Polen
6.2 Das neue Jahrtausend – Schwindendes Interesse und negative Schlagzeilen
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Selbstpräsentation Polens im Kontext des Eurovision Song Contest (ESC). Ziel ist es, die Entwicklung der polnischen Beiträge im Hinblick auf kulturelle Identität, Genderrollen und die Abgrenzung bzw. Angleichung an westliche Standards zu analysieren, um ein tieferes Verständnis für die Darstellung Polens als Nation auf der europäischen Bühne zu erlangen.
5.2.1 Edyta Górniak (1994)
Der ESC 1994 fand am 30. April jenes Jahres im Point Theatre von Dublin statt. Dies war insofern ein bemerkenswerter Jahrgang, als dass sieben neue Teilnehmerländer aus dem osteuropäischen Raum zum ersten Mal am Wettbewerb teilnahmen. Edyta Górniak war die erste polnische Vertreterin in der Geschichte des Wettbewerbs. Die Sängerin, die zuvor bereits sehr erfolgreich am Baltic Song Contest im schwedischen Karlshamn teilgenommen hatte und später in Polen einen weiteren Erfolg mit ihrem Album Dotyk erzielte, sang den von Stanisław Syrewicz komponierten Titel To nie ja, zu dem Jacek Cygan den Text schrieb. Der Videoclip ihres Beitrags, der wenige Wochen vor dem ESC veröffentlicht worden ist, verkörpert eine dunkle, nächtliche Atmosphäre und man sieht dichten Nebel vor einer dunkelblauen Kulisse. Edyta Górniak taucht erst nach wenigen Sekunden auf. Der Nebel löst sich ein wenig auf und man sieht sie auf dem Boden liegen, sich strecken und die Augen öffnen, als würde sie gerade aus einem tiefen Schlaf erwachen. In den ersten 30 Sekunden ist ihr Gesicht nicht zu erkennen, sondern nur ihre Gestalt in schwarz. Erst später erscheint ihr Gesicht als Porträtaufnahme im Vordergrund der in dunkles Blau getauchten Nebelkulisse.
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz des ESC als kulturwissenschaftliches Forschungsfeld und Darlegung der zentralen Fragestellung zur polnischen Selbstpräsentation.
2 Bisheriger Forschungsstand: Überblick über die wachsende wissenschaftliche Literatur zum ESC und die Verortung der Arbeit in diesem akademischen Kontext.
3 Der Eurovision Song Contest: Historische Darstellung der EBU und der Entwicklung des Wettbewerbs von einem Komponistenwettbewerb zum nationalen Prestigeprojekt.
4 Der Einzug Osteuropas in den ESC: Analyse der Auswirkungen der Osterweiterung auf das Regelwerk und der Bedeutung des ESC als Integrationssymbol für postsozialistische Länder.
5 Polnische Auftritte beim ESC: Detaillierte Analyse ausgewählter Beiträge von 1994 bis 2015 und ihre Einordnung in verschiedene Gruppen der Selbstinszenierung.
6 Die mediale Berichterstattung: Untersuchung des Wandels in der polnischen Wahrnehmung des ESC, von nationaler Euphorie in den 1990ern zu Desinteresse und Frustration nach der Jahrtausendwende.
7 Fazit: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse zur Entwicklung der polnischen Selbstpräsentation und ihrer Bedeutung für die nationale Identitätsstiftung.
Eurovision Song Contest, ESC, Polen, Selbstpräsentation, Identität, Slaventum, Matka Polka, Genderrollen, Kulturwissenschaft, Medienanalyse, Nationalbewusstsein, Integrationsgeschichte, Roma-Kultur, Folklore, Musikindustrie.
Die Arbeit untersucht, wie Polen sich seit seinem Debüt im Jahr 1994 beim Eurovision Song Contest als Nation präsentiert und welche Mittel hierbei zur Identitätskonstruktion genutzt werden.
Zu den zentralen Themen gehören die nationale Identität, die Darstellung der "slavischen Frau", die Rolle von Religion und Tradition sowie die Wahrnehmung Polens durch ein europäisches Publikum.
Die Arbeit erforscht, welche Mittel der Selbstpräsentation Polen verwendet, ob eine musikalische Anpassung an Europa stattfindet und wie sich das Selbst- und Fremdbild Polens auf der Bühne manifestiert.
Es wird eine medienwissenschaftliche und kulturwissenschaftliche Analyse angewandt, die sich methodisch an Ansätzen wie denen von Ball, Smith und Roland Barthes orientiert, um Videoclips und Bühnenauftritte als Zeichensysteme zu interpretieren.
Der Hauptteil analysiert im Detail die Auftritte verschiedener polnischer Künstler von Edyta Górniak (1994) bis Monika Kuszyńska (2015) und untersucht deren symbolische Bedeutung für das polnische Nationalbild.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Eurovision Song Contest, Identitätsbildung, nationale Selbstpräsentation, Slaventum und die soziokulturelle Entwicklung Polens.
Das Bild wandelt sich von der Unschuld und katholischen Reinheit (Górniak) über das postsozialistische Leitbild der "Matka Polka" (Steczkowska) bis hin zur moderneren und teils provokanteren Darstellung (Cleo & Donatan).
Dies verdeutlicht den Wandel vom anfänglichen Enthusiasmus, als der ESC als nationale Aufgabe wahrgenommen wurde, hin zur späteren Frustration aufgrund anhaltender Erfolglosigkeit.
Dieser Begriff, basierend auf Reinhard Bendix, beschreibt Polen und andere postsozialistische Staaten, die den ESC verstärkt als Chance nutzen, um nationale Identität und kulturelle Eigenheit gegenüber dem Westen zu demonstrieren.
Die Arbeit zeigt, dass Misserfolge in den Halbfinals oft zu einer Verleugnung nationaler Identität und einer Flucht in englischsprachige, westlich orientierte Popmusik führten, bevor erst 2014 wieder das Slaventum plakativ thematisiert wurde.
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