Examensarbeit, 2014
52 Seiten, Note: 1,0
1. Vorbemerkungen und Zielsetzung
2. Besonderheiten des Gedichts
2.1 Tendenz zu relativer Kürze: Textkürze
2.2 Kriterien und Charakteristika
2.3 Semantische Dichte – Vieldeutigkeit des Gedichts
2.4 Syntagmatische Ereignislosigkeit - Paradigmatische Einfachbestimmung
2.5 Komprimierte Sprache - Bildsprache
2.5.1 Symbol
2.5.2 Farbsymbolik
2.5.3 Vergleich
2.5.4 Personifikation
2.5.5 Metapher
2.5.6 Metonymie
2.5.7 Reihen- und Simultanstil
3. Die Lyrik im Expressionismus
3.1 Expressionismus allgemein
3.2 Literarische und lyrische Praxis
4. Linguistische Analyse von Gedichten
4.1 Theoretische Begründung
4.2 Linguistisches Analysemodell poetischer Texte
5. Analyse ausgewählter Gedichttexte des Expressionismus
5.1 Johannes R. Becher „Mensch stehe auf“
5.1.1 Materielle Präsentation (Typographie des Textes)
5.1.2 Grammatisch-strukturelle Analyse
5.1.3 Semantische und kommunikativ-pragmatische Analyse
5.1.4 Sprach- und kulturgeschichtliche Kontextualisierung
5.2 Jakob van Hoddis „Weltende“
5.2.1 Materielle Präsentation (Typographie des Textes)
5.2.2 Grammatisch-strukturelle Analyse
5.2.3 Semantische und kommunikativ-pragmatische Analyse
5.2.4 Sprach- und kulturgeschichtliche Kontextualisierung
5.3 Literarische Gedichtinterpretation vs. Linguistische Gedichtanalyse
6. Abschließende Gedanken
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der sprachlichen Kürzung in lyrischen Texten, insbesondere innerhalb der Epoche des Expressionismus, und entwickelt hierfür ein linguistisches Analysemodell zur Erschließung des tieferen Sinngehalts.
2.5.1 Symbol
Ein Symbol ist ein sprachliches, bildhaftes und anschauliches Zeichen, das einen tieferen Sinn andeutet. Es sind Zeichen, deren Beziehung zum Begriff oder Vorgang weder auf einem Folge- noch auf einem Ähnlichkeitsverhältnis beruht und häufig ohne erkennbaren Zusammenhang zu diesem sind. Ein Symbol geht dabei aus einem Akt gesteigerten Sehens hervor, das Analogien entdeckt und ist Produkt einer Spannung beim Aufeinandertreffen zweier verschiedener Seinsebenen, die gewisse punktuelle Überschneidungen aufweisen. An dieser kleinen Nahtstelle entsteht das Symbol, das eine Mittlerrolle zwischen den beiden Bereichen einnimmt und den Gegensatz zwischen Diesseits und Jenseits, Sinnlichem und Geistigem aufhebt (Späth, S.69). In diesem Verständnis eines Symbols trägt es auch wesentlich zur sprachlichen Kürzung in Gedichten bei, da ein symbolischer Begriff des Diesseits häufig auf sinnliche, nicht unmittelbar wahrnehmbare und jenseitige Vorstellungen referiert. Demnach kann der Dichter diese umfangreichen, häufig auch schwer greifbaren Bedeutungen sehr anschaulich, aber stark verkürzt darstellen.
1. Vorbemerkungen und Zielsetzung: Einführung in das Thema der sprachlichen Kürzung in der Lyrik sowie Darlegung der Zielsetzung und der methodischen Herangehensweise der Arbeit.
2. Besonderheiten des Gedichts: Theoretische Abhandlung über die gattungsspezifischen Merkmale lyrischer Texte, insbesondere hinsichtlich Kürze, semantischer Dichte und Bildsprache.
3. Die Lyrik im Expressionismus: Darstellung der historischen und literarischen Rahmenbedingungen der expressionistischen Epoche und deren lyrische Ausdrucksformen.
4. Linguistische Analyse von Gedichten: Begründung für eine linguistische Herangehensweise an poetische Texte und Vorstellung eines strukturierten, mehrstufigen Analysemodells.
5. Analyse ausgewählter Gedichttexte des Expressionismus: Praktische Anwendung des Modells auf die Gedichte von Johannes R. Becher und Jakob van Hoddis sowie kritischer Vergleich mit rein literarischen Interpretationsmethoden.
6. Abschließende Gedanken: Resümee der Arbeit, das die Bedeutung der linguistischen Analyse für das Verständnis verdichteter Lyrik hervorhebt.
Sprachliche Kürzung, Lyrik, Expressionismus, Linguistische Analyse, Semantische Dichte, Textgrammatik, Bildsprache, Symbolik, Isotopieebene, Wortkunst-Theorie, Weltende, Interpretationsmethoden, Syntaktische Reduktion, Literaturwissenschaft, Gedichtanalyse.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der sprachlichen Kürzung in Gedichten und wie dieses durch linguistische Methoden analysiert und verstanden werden kann.
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Lyrik, die Epoche des Expressionismus und die Anwendung textgrammatischer Analysemodelle auf literarische Texte.
Ziel ist es, zu zeigen, dass durch ein linguistisches Analysemodell die meist hermetisch verschlüsselten und stark verdichteten Inhalte expressionistischer Gedichte präzise erschlossen werden können.
Es wird ein strukturiertes, mehrstufiges linguistisches Analysemodell angewendet, das grammatisch-strukturelle, semantische und kommunikativ-pragmatische Aspekte einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einführung in die Lyrikanalyse und eine praktische Anwendung dieses Modells an ausgewählten Beispielen aus dem Expressionismus.
Wichtige Begriffe sind sprachliche Kürzung, linguistische Gedichtanalyse, expressionistische Lyrik, Isotopieebenen und textgrammatische Untersuchung.
Die linguistische Analyse ist strukturierter und detailreicher, da sie etwa Referenzketten und Isotopieebenen methodisch aufdeckt, statt sich auf rein subjektive oder oberflächliche Interpretationen zu stützen.
Der Expressionismus dient als primäres Anwendungsfeld, da in dieser Epoche sprachliche Kürzung, Dekonstruktion und das Spiel mit dem Sprachmaterial besonders stark ausgeprägt sind.
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