Bachelorarbeit, 2015
27 Seiten, Note: 2.3
1. Einleitung
2. Positive Aspekte von Studiengebühren
3. Studiengebühren – Ein Überblick
4. Ergebnisse diverser Untersuchungen zur Auswirkung von Studiengebühren
4.1 Auswirkungen der Studiengebühr auf die Studienentscheidung im Ausland
4.1.1. Beispiel USA - Helmet und Marcotte
4.1.2 Beispiel United Kingdom – Sá
4.2 Auswirkungen der Studiengebühr auf die Studienentscheidung in Deutschland
4.2.1 Dietrich und Gerner
4.2.2 Hübner
4.2.3 Alecke, Burgard & Mitze
5. Zusammenfassung der Resultate
5.1 Erklärungsansätze für Deutschland
5.1.1 Baier und Helbig
5.2 Erklärungsansätze für andere Beitragsländer
6. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Einführung oder Erhöhung von Studiengebühren die Entscheidung von Studienberechtigten beeinflusst, ein Studium aufzunehmen. Dabei werden sowohl theoretische Erklärungsmodelle als auch empirische Befunde aus verschiedenen Ländern analysiert, um zu klären, ob Gebühren tatsächlich eine dauerhafte Barriere für den Hochschulzugang darstellen.
4.1.1. Beispiel USA - Helmet und Marcotte
Laut einer Studie der Higher Education Strategy Associates (HESA), sind die Gebühren auf allen höheren Bildungswegen in den USA in den vergangenen Jahren beachtlich angestiegen. Im akademischen Jahr 2011/2012 betrugen die durchschnittlichen Gesamtgebühren $29.657, was einem Anstieg von 5.2%, verglichen mit dem Jahr 2010/2011, gleichkommt. In Kalifornien hatte es mit einem enormen Anstieg um 21% die schwerwiegendste Veränderung in den Beiträgen gegeben. (Marucci u. Usher, 2012)
Helmet und Marcotte (2011) untersuchten, ob sich solche Anstiege und die Gebühr allgemein auf die Studentenanzahl auswirken. Hierzu wurden Daten der Jahre 1991 bis 2006 aller öffentlichen 4-Jahres-Universitäten in den gesamten Vereinigten Staaten, die ihre Daten im Integrated Postsecondary Education Data System (IPEDS) zur Verfügung stellen, verwendet.
Es wurde eine log-log Regression konzipiert, um die Elastizität der Studiengebühren zu schätzen, das heißt, in wie fern sich die Anzahl von Einschreibungen an den Universitäten mit einer Erhöhung der Gebühren verändert. Anhand folgender Gleichung wurde die Schätzung durchgeführt:
ln(E) = a + bT ln(T) + bA ln(Aid) + bHS ln(HSgrads) + bCP ln(CP) + bI ln(Inc) + bU ln(Un) + ai + at + eit
Die abhängige Variable war dabei eine Maßzahl für die Immatrikulationen an einer Institution zu einem gewissen Zeitpunkt (E), die am meisten interessierende unabhängige Variable ein Maß für die zu zahlende Studiengebühr in der Institution zum selben Zeitpunkt (T).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die globalen Debatten um Studiengebühren ein und definiert die Fragestellung bezüglich der Beeinträchtigung der Studienentscheidung.
2. Positive Aspekte von Studiengebühren: Dieses Kapitel erörtert ökonomische Argumente wie die Steigerung der Investitionsmittel für Hochschulen und die gesteigerte Effizienz bei der Entscheidung für einen Bildungsweg.
3. Studiengebühren – Ein Überblick: Hier erfolgt eine deskriptive Einordnung der globalen Kostenstruktur von Studiengebühren unter Verwendung von Statistiken der HSBC Bank sowie ein Abriss der rechtlichen Situation in Deutschland.
4. Ergebnisse diverser Untersuchungen zur Auswirkung von Studiengebühren: Der Hauptteil präsentiert empirische Studien aus den USA, Großbritannien und Deutschland, die mittels ökonometrischer Verfahren die Auswirkungen von Gebühren auf die Studierendenzahlen quantifizieren.
5. Zusammenfassung der Resultate: Dieses Kapitel synthetisiert die Ergebnisse der verschiedenen Länderanalysen und diskutiert, warum insbesondere in Deutschland keine langfristigen negativen Effekte nachgewiesen werden konnten.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und leitet hochschulpolitische Empfehlungen ab, um ein Gleichgewicht zwischen Einnahmen und sozialverträglichem Zugang zu schaffen.
Studiengebühren, Hochschulzugang, Studienbereitschaft, Difference-in-Differences, Ökonomie der Bildung, Rational Choice Theorie, Einschreibungszahlen, Studienfinanzierung, Bildungsökonomik, Elastizität, Studienentscheidung, Stipendiensystem, Sozialverträglichkeit, USA, Deutschland.
Die Arbeit analysiert, wie sich die Erhebung von Studiengebühren auf das Entscheidungsverhalten von Studienberechtigten bei der Aufnahme eines Studiums auswirkt.
Die Arbeit behandelt die ökonomische Theorie der Bildungsinvestition, die empirische Analyse von Studentenzahlen in verschiedenen Ländern sowie politische Instrumente zur Studienfinanzierung.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob Studiengebühren eine signifikante und dauerhafte Barriere für den Beginn eines Studiums darstellen oder ob andere Faktoren den negativen Effekt kompensieren.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung und Diskussion bestehender ökonometrischer Studien, insbesondere unter Verwendung des Difference-in-Differences-Modells.
Im Hauptteil werden spezifische Untersuchungen aus den USA, Großbritannien und Deutschland detailliert vorgestellt und hinsichtlich ihrer Methodik sowie Ergebnisse kritisch hinterfragt.
Zentrale Begriffe sind Studiengebühren, Studienbereitschaft, Difference-in-Differences, Sozialverträglichkeit und Bildungsökonomik.
Es wird argumentiert, dass die Gebührenhöhe in Deutschland relativ gering war und durch positive Ertragseinschätzungen zukünftiger Einkommen sowie staatliche Förderungen wie BAföG kompensiert wurde.
Diese Studie hebt sich dadurch hervor, dass sie keinen allgemeinen negativen Effekt feststellen konnte, sondern diesen nur bei männlichen Studierenden in Grenznähe zu gebührenfreien Bundesländern beobachtete.
Sie dient als Erklärungsmodell, um aufzuzeigen, dass ein rational handelndes Individuum den Nutzen eines Studiums – basierend auf Erträgen und Kosten – abwägt, wobei der Nutzen bei steigenden Gebühren durch höhere erwartete Erträge ausgeglichen werden kann.
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