Bachelorarbeit, 2016
62 Seiten, Note: 1,5
1. Problemstellung
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau
2. Trennung und Scheidung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive
2.1 Pluralität familialer Formen
2.2 Ursachen für den Anstieg von Trennungen und Scheidungen
2.3 Scheidungsquoten in Deutschland
2.4 Ökonomische Umbrüche bei Ein-Eltern-Familien
3. Veränderungen der Eltern-Kind-Beziehungen nach konflikthaften Trennungen und deren Auswirkung auf Kinder
3.1 Die Bedeutung stabiler Eltern-Kind-Beziehungen für das Kind
3.2 Irritation der Eltern-Kind-Beziehung durch elterliche Trennung
3.2.1 Trennungsphasen der Eltern
4.2.2. Trennungserleben der Kinder
3.3 Die Problematik konflikthafter Trennungen
3.4 kindliche Reaktionen auf konflikthafte Trennungen
3.4.1. soziale und psychosomatische Auffälligkeiten
3.4.2 Verschlechterung der Eltern-Kind-Beziehung
3.4.2.1 Ablehnung eines Elternteils
3.4.2.2 Besuchsrechtsyndrom
3.4.3 Langfristige Auswirkungen
3.5 Kindliche Bewältigungsmöglichkeiten der elterlichen Trennung
4. Staatlicher Bildungs- und Erziehungsauftrag an Kindertagesstätten und gesetzlich verankerte Hilfsleistungen im Hinblick auf Familien in Trennungen
4.1 SGB VIII als Grundlage staatlicher Unterstützungsmöglichkeiten
4.2 Bildungs- und Erziehungsauftrag
4.3 Forderungen von Bildungs- und Erziehungsplänen
5. Praktische Unterstützungsmöglichkeiten pädagogischer Fachkräfte für Familien in konflikthaften Trennungen
5.1 Verhaltensänderungen der Kinder wahrnehmen
5.2 Erzieherinnen-Kind-Bindung stärken
5.3 Trennungshintergründe mit dem Kind thematisieren
5.4 Ausdrucksmöglichkeiten von Gefühlen unterstützen
5.5 Stärkung des Selbstbewusstseins
5.6 Neutrale Haltung der Fachkraft
5.7 Pädagogische Unterstützung und Hilfe für Eltern
5.8 Weitervermittlung an Beratungsstellen
6. Grenzen der Unterstützung durch Fachkräfte
6.1 Problematiken bezüglich der Weitervermittlung an Beratungsstellen
6.2 komplexe, vielschichtige Aufgaben bei ungenügenden Strukturellen Bedingungen
6.3 ungenügende fachliche Qualifikationen
6.4 fehlende männliche Rollenvorbilder bezüglich der Identifikationsarbeit
7. Handlungsempfehlungen
7.1 Verbesserung der Rahmenbedingungen
7.2 Intensivierung der Kooperation mit psychosozialen Diensten
7.3 Verbesserung der fachlichen Qualifikation
7.4 Handreichungen für die pädagogische Arbeit mit (konflikthaften) Trennungsfamilien
8. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten und Grenzen der pädagogischen Unterstützung durch Fachkräfte in Kindertagesstätten bei der Begleitung von Kindern und Eltern aus konflikthaften Trennungsfamilien aufzuzeigen, wobei ein Fokus auf der psychologischen Bedeutung und phasenspezifischen Verarbeitung des Trennungsereignisses liegt.
3.4 Kindliche Reaktionen auf konflikthafte Trennungen
Kinder im Kindergartenalter neigen aufgrund ihres egozentrischen Weltbildes dazu, sich selbst für das Trennungsgeschehen verantwortlich zu machen und Schuldgefühle zu entwickeln (vgl. Hötker-Ponath 2008: S. 3/ Figdor 2012: S. 58). Gerade wenn es zu Elternkonflikten bezüglich der Kinder kommt, wird das von diesen als Bestätigung ihrer Theorie gedeutet. Zu dem Gefühl der Schuld kommt das der Angst vor dem Verlassen werden des anderen Partners hinzu. Die unangenehmen Gefühle sind dabei oftmals so stark und quälend, dass sie den Kindern als nicht zu bewältigen erscheinen. Die kindlichen Strategien mit dem Umgang der unangenehmen Gefühle innerhalb ihres Trauerprozesses um die Trennung der Eltern führt nun zu verschiedenen Reaktionen, die hier im Folgenden kurz dargestellt werden sollen.
3.4.1 soziale und psychosomatische Auffälligkeiten
Vor allem bei jüngeren Kindern bis hin ins Grundschulalter äußern sich nicht verarbeitete Trennungserlebnisse der Eltern, die mit Konflikten behaftet sind, psychosomatisch oder über besonders ausgeprägte Verhaltensauffälligkeiten. Zunächst treten Symptome dabei meist in den Momenten auf, in denen die externen Konfliktspannungen für das Kind spürbar werden und denen das Kind nicht ausweichen kann. Oftmals ist dies im Vorfeld oder Nachgang der Umgangskontakte. Die Verhaltensweisen umfassen dabei das breite Spektrum von Aggressionen, Anklammern an bestimmte Personen, vermehrtes Weinen bis hin zu depressivem Rückzugsverhalten. Dabei treten diese Verhaltensauffälligkeiten oftmals zusammen mit psychosomatischen Auffälligkeiten, wie dem Einnässen, verändertem Essverhalten oder Schlafstörungen auf.
Aber nicht nur im unmittelbaren Kontakt zu den Eltern, auch im Kindergarten zeigen Kinder Auffälligkeiten. Dies ist oftmals antisoziales Verhalten, welches sich durch Aggressionen, Wutausbrüche, oppositionellem Verhalten oder Stören des Spielgeschehens aufzeigt.
1. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet die Relevanz der Trennungsproblematik für Kinder und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2. Trennung und Scheidung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive: Es werden der Wandel des Familienbegriffs, demographische Trends sowie die Ursachen für steigende Scheidungszahlen und ökonomische Auswirkungen auf Ein-Eltern-Familien erläutert.
3. Veränderungen der Eltern-Kind-Beziehungen nach konflikthaften Trennungen und deren Auswirkung auf Kinder: Dieses Kapitel analysiert die Bedeutung stabiler Beziehungen, Trennungsphasen, das emotionale Erleben der Kinder sowie spezifische Reaktionen und Bewältigungsversuche bei konflikthaften Trennungen.
4. Staatlicher Bildungs- und Erziehungsauftrag an Kindertagesstätten und gesetzlich verankerte Hilfsleistungen im Hinblick auf Familien in Trennungen: Es wird der rechtliche Rahmen gemäß SGB VIII sowie die Rolle der Bildungspläne für die pädagogische Arbeit in Trennungskrisen dargestellt.
5. Praktische Unterstützungsmöglichkeiten pädagogischer Fachkräfte für Familien in konflikthaften Trennungen: Dieses Kapitel beschreibt konkrete Interventionsmöglichkeiten, wie die Stärkung der Bindung, Emotionsregulation, Elternberatung und die Kooperation mit anderen Stellen.
6. Grenzen der Unterstützung durch Fachkräfte: Hier werden strukturelle Hürden, Mängel in der Qualifikation sowie die Problematik der freiwilligen Inanspruchnahme von Hilfsangeboten durch Eltern diskutiert.
7. Handlungsempfehlungen: Basierend auf den identifizierten Grenzen werden Empfehlungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen, Kooperationen und Qualifikationen der Fachkräfte ausgesprochen.
8. Fazit und Ausblick: Eine abschließende Zusammenfassung betont die Notwendigkeit einer Etablierung kindheitspädagogischer Professionen und verbesserter Rahmenbedingungen in Kitas.
Trennung, Scheidung, Konflikt, Kindertagesstätte, pädagogische Fachkraft, Eltern-Kind-Beziehung, Bewältigung, Transition, Erziehungsberatung, SGB VIII, Resilienz, Bindung, Verhaltensauffälligkeit, Psychoedukation, Kindheitspädagogik.
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der pädagogischen Unterstützung durch Fachkräfte in Kindertagesstätten für Familien, die konflikthafte Trennungen durchleben.
Die zentralen Themen sind die Auswirkungen von elterlichen Trennungen auf Kinder, die Bedeutung stabiler Eltern-Kind-Beziehungen, der gesetzliche Erziehungsauftrag sowie praktische Interventionsmöglichkeiten im Kita-Alltag.
Das Ziel ist es, den bisher eher wenig beachteten Umgang mit Trennungsfamilien innerhalb der Kindheitspädagogik zu beleuchten und Handlungsempfehlungen für Fachkräfte zur besseren Unterstützung betroffener Kinder abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller sozialwissenschaftlicher und entwicklungspsychologischer Literatur sowie der Analyse gesetzlicher Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil behandelt theoretische Hintergründe zu Trennungsprozessen, die psychischen Folgen für Kinder, die rechtliche Basis der Unterstützung sowie praxisorientierte Konzepte für pädagogisches Handeln und Supervision.
Wichtige Begriffe sind Konfliktaustragung, Bewältigungsstrategien, Bindungssicherheit, Psychoedukation, interaktionale Unterstützung und institutionelle Grenzen.
Das SGB VIII bildet das rechtliche Fundament und definiert den staatlichen Auftrag der Kindertagesstätten, Familien in belastenden Lebenssituationen zu unterstützen und an Beratungsdienste zu vermitteln.
Bei konflikthaften Trennungen sind Kinder oft in Loyalitätskonflikte verstrickt und ihre Eltern sind aufgrund des andauernden Streits emotional so gebunden, dass sie als sichere Bindungspersonen für die Kinder vorübergehend ausfallen.
Sie ist entscheidend, um eine Verbündung mit einem Elternteil zu vermeiden, da eine einseitige Solidarisierung das Kind zusätzlich in einen unauflösbaren Loyalitätskonflikt bringen würde.
Dabei handelt es sich um Verhaltensweisen bei Kindern vor und nach Besuchskontakten zum getrennt lebenden Elternteil, wie z.B. Schlafstörungen oder Bauchschmerzen, die bei konflikthaften Trennungen oft falsch gedeutet werden.
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