Examensarbeit, 2017
71 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Kulturelle und sprachliche Dimension des literarischen Übersetzens
3. Die (Un)Übersetzbarkeit von Gedichten
3.1. Modelle der (Un)Übersetzbarkeit
3.2. Kritik am Konzept der Unübersetzbarkeit
3.2.1. Prinzipielle Übersetzbarkeit
3.2.2. Relative Übersetzbarkeit
3.3. Genrespezifische Schwierigkeiten bei Gedichtübersetzungen
4. Schwierigkeiten beim Übersetzen ausgewählter Elemente auf verschiedenen sprachlichen Ebenen
4.1. Metaphern
4.2. Diminutive
4.3. Laute und Rhythmen
4.4. Aspektualität und Aktionsart
5. Theoretische Ansätze zur Gedichtübersetzung
5.1. Vers- und Prosaübersetzung
5.2. Überblick zu Übersetzungsstrategien Drydens, Lefeveres und Holmes‘
5.3. Gegenüberstellung und Vergleich der Übersetzungsstrategien Drydens, Holmes‘ und Lefeveres
6. Komparative Analyse von Gedichtübersetzungen basierend auf Lefeveres Strategien
6.1. Übersetzungen Deutsch > Englisch
6.1.1. Phonemic Translation von Goethes „Gefunden“ und „Schweizerlied“
6.1.2. Literal Translation von Goethes „Gefunden“ und „Schweizerlied“
6.1.3. Metrical Translation von Goethes „Gefunden“ und „Schweizerlied“
6.1.4. Prosaüberseztung von Goethes „Gefunden“ und „Schweizerlied“
6.1.5. Rhymed Translation von Goethes „Gefunden“ und „Schweizerlied“
6.1.6. Interpretation von Goethes „Gefunden“ und „Schweizerlied“
6.2. Übersetzungen Englisch > Deutsch
6.2.1. Phonemic Translation von Blakes „The Garden of Love” und „The Tyger”
6.2.2. Literal Translation von Blakes „The Garden of Love” und „The Tyger”
6.2.3. Metrical Translation von Blakes „The Garden of Love” und „The Tyger”
6.2.4. Rhymed Translation von Blakes „The Garden of Love” und „The Tyger”
6.2.5. Interpretation von Blakes „The Garden of Love” und „The Tyger”
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Schwierigkeiten und Strategien bei der Übersetzung von Gedichten durch eine kontrastive Analyse. Das primäre Ziel ist es, anhand von Goethes „Gefunden“ und „Schweizerlied“ sowie Blakes „The Garden of Love“ und „The Tyger“ aufzuzeigen, inwiefern unterschiedliche Übersetzungsstrategien zu spezifischen Problemen führen und wie diese mit Konzepten der Übersetzbarkeit verknüpft sind.
3.3. Genrespezifische Schwierigkeiten bei Gedichtübersetzungen
Jones (2011: 29) beschreibt Genredefinitionen als geographische und zeitlich variable soziale Übereinkünfte, bei denen knowledge structures […] are acquired and maintained via action and discourse (reading and writing poems or reviews, say) between subjects within interest networks (poetry writers and readers, say) and imagined communities (late-20th-century UK society, say).
Genrezuschreibungen basieren ihm zufolge auf der intrinsischen Form („the text’s features and structures of language use” ibid.), so wie beispielsweise dem Gebrauch von Metrum, Reim und rhethorischen Stilmitteln (cf. ibid.: 29 – 31), der extrinsischen Rahmung („features around the poem’s text” ibid.: 32), wie beispielsweise kurze Zeilen oder eine Beschreibung auf einem Buchcover, die die beinhalteten Texte als Gedichte markiert (cf. ibid.) und der Funktion des Gedichts. Ob ein Text als Gedicht angesehen wird oder nicht, so Jones (2011: 32), wird auf der Basis der genannten Kategorien vom Leser beurteilt; jedoch muss nicht jedes Gedicht alle Merkmale enthalten um als solches zu gelten (cf. ibid.: 2). Je mehr Merkmale auftreten, „the more rapidly the audience accepts a text as a poem” (ibid.: 32).
Aufgrund der intrinsischen Merkmale von Gedichten und der starken Verknüpfung von Inhalt und Form, bezeichnen eine Reihe von Autoren und Übersetzern das Übersetzen von Gedichten als „[more] difficult[…] than the translation of prose” (Connolly 2001:171) oder als (annähernd) unmöglich (cf. ibid.; Frost 1969: 159; Jakobson 1971: 266). Jakobson (ibid.) beispielsweise konstatiert: poetry by definition is untranslatable. Only creative transposition is possible: either intralingual transposition - from one poetic shape into another, or interlingual transposition - from one system of signs into another, e.g. from verbal art into music, dance, cinema, or painting.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der untersuchten Gedichte sowie des theoretischen und methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Kulturelle und sprachliche Dimension des literarischen Übersetzens: Erläuterung der engen Zusammenhänge zwischen Sprache, Kultur und Übersetzung, inklusive der semantischen und pragmatischen Herausforderungen.
3. Die (Un)Übersetzbarkeit von Gedichten: Kritische Auseinandersetzung mit Theorien zur Unübersetzbarkeit und den Besonderheiten von Gedichten als Genre.
4. Schwierigkeiten beim Übersetzen ausgewählter Elemente auf verschiedenen sprachlichen Ebenen: Detaillierte Analyse von Metaphern, Diminutiven, Lauten, Rhythmen sowie Aspektualität und Aktionsart als Übersetzungshürden.
5. Theoretische Ansätze zur Gedichtübersetzung: Darstellung und Kontrastierung der Ansätze von Dryden, Lefevere und Holmes zur Vers- und Prosaübersetzung.
6. Komparative Analyse von Gedichtübersetzungen basierend auf Lefeveres Strategien: Praktische Analyse der Übersetzungen von Goethes und Blakes Gedichten anhand der definierten Kategorien.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, Erkenntnisse zur relativen Unübersetzbarkeit und Reflexion über die Anwendbarkeit von Strategien.
Gedichtübersetzung, Literaturübersetzung, Übersetzungsstrategien, Unübersetzbarkeit, Kontrastive Analyse, Lefevere, Metaphern, Diminutive, Versübersetzung, Prosaübersetzung, Aspektualität, Rhythmus, Deutsch-Englisch, Literaturwissenschaft, Äquivalenz
Die Arbeit analysiert die spezifischen Schwierigkeiten und Strategien beim Übersetzen von Gedichten zwischen dem Englischen und dem Deutschen anhand von konkreten Beispielen.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Übersetzbarkeit, genrespezifische Herausforderungen der Lyrik sowie die Anwendung konkreter Übersetzungsstrategien auf formaler und semantischer Ebene.
Das Ziel ist es, durch eine kontrastive Analyse von Vers- und Prosaübersetzungen zu zeigen, wie Übersetzer mit den formalen und inhaltlichen Anforderungen bei der Übertragung poetischer Texte umgehen.
Die Arbeit verwendet einen produktbasierten, kontrastiven Analyseansatz, der die Übersetzungen von Goethes und Blakes Gedichten mit den theoretischen Strategien von Lefevere abgleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Diskussion sprachlicher Elemente (Metaphern, Rhythmus etc.) und eine detaillierte komparative Analyse der Gedichtübersetzungen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Gedichtübersetzung, Übersetzungsstrategien, Unübersetzbarkeit, Kontrastive Analyse und Äquivalenz.
Formale Elemente wie Metrum und Reim führen oft dazu, dass der Übersetzer gezwungen ist, zwischen der Treue zur Form und der semantischen Präzision zu wählen, was häufig zu "choices and compromises" führt.
Dieser Vergleich verdeutlicht, wie durch den Verzicht auf formale Einschränkungen (wie Versmaß) in der Prosa zwar eine höhere inhaltliche Genauigkeit möglich ist, dabei jedoch oft die poetische Intensität verloren geht.
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