Examensarbeit, 2017
47 Seiten, Note: 12
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
A. Einleitung
B. Historische Entwicklung
C. Inhalt der gesetzlichen Regelung/Schutzkonzept
I. Anwendbarkeit
II. Ausgleichspflicht
III. Abhängigkeitsbericht
1. Inhalt und Funktion
2. Erstellung und Prüfung
3. Vertraulichkeit des Abhängigkeitsberichts
a) Rechtspolitische Entwicklung des Abhängigkeitsberichts
b) Vor- und Nachteile der Vertraulichkeit
c) Fazit und Ausblick
IV. Haftung und Durchsetzung der Ansprüche
D. Rechtspolitische Bewertung
I. Effektivität des Außenseiterschutzes
II. Konzerneingangsschutz
1. Entwicklung des qualifiziert faktischen Konzerns
2. Qualifizierter Nachteilsausgleich in der AG
E. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Schutzkonzept des faktischen Konzerns gemäß §§ 311 ff. AktG und analysiert, wie dieses System abhängige Gesellschaften sowie deren außenstehende Aktionäre und Gläubiger vor potenziellen Benachteiligungen durch herrschende Unternehmen schützt.
C. Inhalt der gesetzlichen Regelung/Schutzkonzept
Das Schutzkonzept des faktischen Konzerns zugunsten der außenstehenden Gesellschafter und der Gläubiger richtet sich nach den §§ 311 ff. AktG. Es lässt sich dahin zusammenfassen, dass das herrschende Unternehmen seinen Einfluss nicht dazu verwenden darf, die abhängige AG oder KGaA zu nachteiligen Rechtsgeschäften oder Maßnahmen zu veranlassen, es sei denn, dass die Nachteile bis zum Ende des Geschäftsjahres ausgeglichen werden oder der Nachteilsausgleich zumindest festgelegt wird.
Nach den §§ 312-316 AktG ist ein Abhängigkeitsbericht zu erstellen, in welchen alle relevanten Maßnahmen aufgeführt und bewertet werden müssen. Werden nachteilige Rechtsgeschäfte oder Maßnahmen auf Veranlassung des herrschenden Unternehmens ohne Nachteilsausgleich durchgeführt, so ist dieses, seine Organe und ggf. auch die Organe der abhängigen Gesellschaft nach §§ 317 f. AktG zum Schadensersatz verpflichtet.
A. Einleitung: Die Einleitung definiert die Konzernformen des Aktiengesetzes und stellt die Problematik des Interessenkonflikts bei faktischen Konzernen dar, zu deren Lösung das Schutzkonzept der §§ 311 ff. AktG dient.
B. Historische Entwicklung: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung des Konzernrechts und die Entwicklung des Schutzsystems bis zum Aktiengesetz 1965 nach, welches den Kompromiss zwischen Konzernleitungsmacht und Außenseiterschutz kodifizierte.
C. Inhalt der gesetzlichen Regelung/Schutzkonzept: Das Kapitel erläutert die Anwendbarkeit der Regelungen, die Ausgleichspflicht bei Nachteilen sowie die zentrale Rolle, Erstellung und Vertraulichkeit des Abhängigkeitsberichts.
D. Rechtspolitische Bewertung: Hier erfolgt eine kritische Würdigung der Effektivität des Schutzes sowie der Schutzlücken, insbesondere im Hinblick auf den Konzerneingangsschutz und das Konzept des qualifiziert faktischen Konzerns.
E. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach das Schutzsystem zwar grundsätzlich akzeptiert wird, aber aufgrund der Schwierigkeiten bei der Schadensbezifferung und der Vertraulichkeitsdebatte Raum für Reformüberlegungen bietet.
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Die Arbeit behandelt das rechtliche Schutzkonzept für abhängige Aktiengesellschaften innerhalb eines sogenannten faktischen Konzerns, in dem keine vertragliche Bindung besteht.
Im Zentrum stehen die Dokumentation von Konzernbeziehungen durch den Abhängigkeitsbericht, der Ausgleich von Nachteilen durch das herrschende Unternehmen und die Haftungsrisiken bei Verstößen.
Das Ziel ist die Analyse, inwieweit das System der §§ 311 ff. AktG einen effektiven Schutz für außenstehende Gesellschafter und Gläubiger bietet und ob dieses System in der heutigen Praxis noch zeitgemäß ist.
Die Arbeit nutzt die juristische Dogmatik, die historische Auslegung und die rechtsvergleichende Perspektive, um die Konzernvorschriften und deren Anwendung zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der gesetzlichen Schutzinstrumente, die detaillierte Untersuchung des Abhängigkeitsberichts und eine rechtspolitische Bewertung des bestehenden Konzernrechts.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "faktischer Konzern", "Abhängigkeitsbericht", "Nachteilsausgleich" und "Außenseiterschutz" geprägt.
Die Vertraulichkeit ist umstritten, da sie einerseits Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse schützen soll, andererseits aber die effektive Geltendmachung von Ersatzansprüchen durch Minderheitsaktionäre erschwert.
Es handelt sich um ein Konzept für Fälle, in denen eine extrem hohe Leitungsdichte und Abhängigkeit vorliegen, die eine analoge Anwendung von Regeln des Vertragskonzerns (wie Abfindung oder Verlustausgleich) rechtfertigen könnten.
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