Bachelorarbeit, 2017
40 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der Franquismus und die ersten Jahrzehnte danach
2.1 Die Diktatur unter Franco
2.2 Transition und Entstehung des Zweiparteiensystems
3. Probleme Spaniens im 21. Jahrhundert
3.1 Die Finanzkrise
3.2 Korruption
3.3 Unabhängigkeitsbestrebungen innerhalb Spaniens
4. Das spanische Volk fordert Veränderungen
4.1 Die Bewegung 15-M
4.2 Das Aufstreben von Podemos und den Ciudadanos
4.3 Spanien – das Land ohne Rechtsruck
5. Überlegungen zur zukünftigen spanischen Politik
5.1 Das Ende des Zweiparteiensystems
5.2 Mögliche Entwicklungen in der Zukunft
6. Schluss
Diese Bachelorarbeit analysiert die politische Entwicklung Spaniens vom Ende der Franco-Diktatur bis in die Gegenwart, mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem Transformationsprozess des traditionellen Zweiparteiensystems. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern die bisherige politische Dominanz der Volkspartei (PP) und der Sozialisten (PSOE) sowie deren Umgang mit Krisen, Korruption und Autonomiebestrebungen die Demokratiequalität des Landes beeinträchtigt haben und welche Rolle neue politische Akteure wie Podemos und Ciudadanos in der zukünftigen Parteienlandschaft einnehmen.
3.1 Die Finanzkrise
2007 beherrschte die US-Immobilienkrise die weltweiten Schlagzeilen. Schon bald breitete sich die Krise auf weitere Länder aus, sodass man von einer Weltwirtschaftskrise sprechen musste. In Spanien sah die Situation ähnlich wie in den USA aus, auch hier war eine sogenannte „Immobilienblase“ geplatzt. Man geriet im Vergleich zu anderen Ländern besonders stark in finanzielle Schwierigkeiten: die Verluste der Banken betrugen bis 2010 unglaubliche 92 Milliarden Euro. Zu Beginn der Finanzkrise regierten noch die Sozialisten, ab 2011 erst die Konservativen. Die ‚Cajas de Ahorro‘, also die spanischen Sparkassen, sorgten für die meisten Probleme. Anfang 2011 beschloss man Regelungen hinsichtlich einer erforderlichen Eigenkapitalquote. Diese führten 2012 zur Verstaatlichung von Bankia, einer Fusion aus Sparkassen, die während der Finanzkrise entstanden war. Problematisch war diese gescheiterte Maßnahme, da Bankia zu diesem Zeitpunkt die viertgrößte Bank des Landes war. Angesichts dessen, dass sich die wirtschaftliche Situation Spaniens nicht bedeutend verbesserte, reagierten die Euro-Mitgliedsstaaten und sicherten dem Land finanzielle Hilfe in der Bankenkrise zu. Daraus ergab sich für die folgenden Jahre bis heute allerdings das Problem, dass eine strikte Sparpolitik verlangt wurde. (Todev / Brazda / Laurinkari 2013: 538)
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel der spanischen Politik seit dem 20. Jahrhundert und führt in die Problemstellung des Zweiparteiensystems sowie die Motivation der Arbeit ein.
2. Der Franquismus und die ersten Jahrzehnte danach: Dieses Kapitel behandelt die Diktatur unter Francisco Franco und den anschließenden Übergang (Transición) zur Demokratie sowie die Etablierung des Zweiparteiensystems.
3. Probleme Spaniens im 21. Jahrhundert: Hier werden die zentralen Belastungsproben des Landes, namentlich die Finanzkrise, Korruptionsskandale und Unabhängigkeitsbestrebungen, detailliert analysiert.
4. Das spanische Volk fordert Veränderungen: Das Kapitel widmet sich dem Aufkommen zivilgesellschaftlichen Protests, insbesondere der 15-M-Bewegung, und dem Aufstieg neuer Parteien als Reaktion auf die festgefahrene Politik.
5. Überlegungen zur zukünftigen spanischen Politik: Der letzte Hauptteil diskutiert die Zukunft des Parteiensystems, die Auswirkungen der Monarchie und mögliche politische Entwicklungen unter Berücksichtigung der neuen Akteure.
6. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsperspektiven der spanischen Demokratie sowie die Notwendigkeit politischer Reformen.
Spanien, Politik, Zweiparteiensystem, Franquismus, Transition, Finanzkrise, Korruption, Unabhängigkeitsbestrebungen, Podemos, Ciudadanos, 15-M-Bewegung, Demokratie, Regierungsbildung, Wahlsystem, Austeritätspolitik.
Die Arbeit untersucht die politische Entwicklung Spaniens vom Ende des Franco-Regimes bis heute, mit besonderem Fokus auf der Krise des etablierten Zweiparteiensystems.
Zu den Kernthemen zählen die historische Last der Diktatur, die Auswirkungen von Finanzkrisen und Korruption sowie der wachsende Wunsch nach politischer Veränderung in den Regionen und auf nationaler Ebene.
Die Arbeit hinterfragt, ob das traditionelle spanische Zweiparteiensystem unter PP und PSOE noch den Anforderungen einer modernen Demokratie entspricht und welche Zukunftschancen neue Parteien haben.
Die Autorin nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse der jüngeren Geschichte sowie eine Auswertung politischer Ereignisse und Krisen des 21. Jahrhunderts.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Diktatur, die Probleme der Finanzkrise und Korruption, die Analyse der Protestbewegung 15-M sowie einen Ausblick auf die künftige Parteienlandschaft.
Zentrale Begriffe sind der Bipartidismo, Transición, Podemos, Ciudadanos und die fortbestehende Kritik am spanischen Demokratieverständnis.
Rajoy wird kritisch betrachtet, insbesondere im Zusammenhang mit Korruptionsaffären wie der "Gürtel"-Affäre und seinem starren Umgang mit den Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien.
Die Arbeit diskutiert, dass die Monarchie angesichts der Forderungen nach mehr Demokratie zunehmend in der Kritik steht, eine kurzfristige Abschaffung jedoch aufgrund verfassungsrechtlicher Hürden als eher unwahrscheinlich gilt.
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