Magisterarbeit, 2005
104 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das psychophysische Problem
2.1. Substanzdualismus
2.2. Logischer Emipirismus
2.3. Identitätstheorie
2.4. Eliminativer Materialismus
2.5. Nichtreduktiver Naturalismus
2.6. Zusammenfassung
3. Die Neurowissenschaften – eine Übersicht
3.1. Geschichte der Neurowissenschaften im 19./20. Jahrhundert
3.2. Die bildgebenden Verfahren der Neurowissenschaften
3.2.1. Strukturelle bildgebende Verfahren
3.2.2. Funktionelle bildgebende Verfahren
3.3. Zusammenfassung
4. Neurowissenschaften und Philosophie des Geistes
4.1. Die Libet-Experimente
4.2. Willensfreiheit
4.2.1. Anmerkungen: Moral und Schuld
4.3. Die Sprache der Neurowissenschaften
4.4. Bewusstsein und Gehirn
4.5. Zusammenfassung
5. Ausblick
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den Erkenntnissen der modernen Neurowissenschaften und den traditionellen Fragestellungen der Philosophie des Geistes, mit einem besonderen Fokus auf die Debatte um die menschliche Willensfreiheit. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob die materialistische Reduktion mentaler Zustände auf neuronale Prozesse haltbar ist oder ob ein interdisziplinärer Ansatz zwischen Naturwissenschaft und Philosophie notwendig bleibt.
2.1. Substanzdualismus
Die historisch gesehen wirkungsvollste, wenn auch heute nicht mehr vertretene Position, ist der Eigenschaftsdualismus. Er geht in seiner ausgeprägtesten Form davon aus, dass Ereignisse keine Erlebnisse sind und umgekehrt. Werden Erlebnisse und Ereignisse zudem für wechselseitig kausal wirksam erklärt, so handelt es sich um eine interaktionistische Variante des Eigenschaftsdualismus. Als der klassische Vertreter des interaktionistischen Dualismus gilt Descartes, der mit der Differenzierung von res extensa und res cogitans sowohl die Wissenschaften als auch das alltagsweltliche Selbstverständnis des Menschen zutiefst geprägt hat. Descartes entwickelt zwei Argumente, um die Differenz von res extensa und res cogitans zu beweisen. In einem metaphysischen Argument stellt er fest, dass er allein mit der Eigenschaft des Denkens und ohne Körper existieren kann.
1. Einleitung: Einführung in die Interdisziplinarität zwischen Neurowissenschaften und Philosophie des Geistes sowie Vorstellung der aktuellen Debatte um Willensfreiheit und deterministische Sichtweisen.
2. Das psychophysische Problem: Darstellung der klassischen philosophischen Theorien wie Dualismus, Identitätstheorie und Eliminativer Materialismus im Kontext des psychophysischen Problems.
3. Die Neurowissenschaften – eine Übersicht: Geschichtlicher Abriss der Hirnforschung und detaillierte kritische Darstellung der bildgebenden Diagnoseverfahren sowie deren Grenzen.
4. Neurowissenschaften und Philosophie des Geistes: Zentrale kritische Analyse der Libet-Experimente, der materialistischen Leugnung der Willensfreiheit und der sprachlichen Kategorienfehler in der Neurowissenschaft.
5. Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Kooperationschancen zwischen den Disziplinen und Plädoyer für begriffliche Präzision statt einseitigem Reduktionismus.
Neurowissenschaften, Philosophie des Geistes, Willensfreiheit, psychophysisches Problem, Materialismus, Identitätstheorie, bildgebende Verfahren, Libet-Experimente, Hirnforschung, Determinismus, mereologischer Trugschluss, Bewusstsein, reduktionistischer Naturalismus, Alltagspsychologie, Sprache der Wissenschaft.
Die Arbeit analysiert kritisch das Verhältnis zwischen modernen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen und der Philosophie des Geistes, insbesondere in Bezug auf die kontroverse Debatte über die menschliche Freiheit.
Das Spektrum reicht von der klassischen Philosophie des Geistes und dem psychophysischen Problem über die methodischen Grundlagen der Hirnforschung bis hin zur aktuellen Debatte über Moral, Verantwortung und die Sprache der Neurowissenschaften.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die neurowissenschaftliche Reduktion mentaler Phänomene oft auf begrifflichen Fehlern beruht und eine Kooperation statt eine bloße Verdrängung der Philosophie durch die Neurowissenschaft sinnvoll ist.
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Arbeit, die auf einer Literaturanalyse philosophischer Positionen und einer kritischen Auseinandersetzung mit neurowissenschaftlichen Forschungsmethoden basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Darstellung des psychophysischen Problems, eine methodische Überprüfung bildgebender Verfahren und eine kritische Diskussion der Libet-Experimente sowie der materialistischen Willensfreiheitsdebatte.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Neurowissenschaften, Philosophie des Geistes, Willensfreiheit, Materialismus und den mereologischen Trugschluss charakterisieren.
Es handelt sich um den Vorwurf an Neurowissenschaftler, psychische Fähigkeiten (wie Entscheiden oder Denken), die nur einem Menschen als Ganzem zukommen, fälschlicherweise einzelnen Teilen des Gehirns zuzuschreiben.
Der Autor sieht diesen Vorschlag kritisch, da er auf einer einseitigen Interpretation evolutionärer Prozesse basiert und den begrifflichen Kern menschlicher Verantwortung, der sich aus Gründen und nicht bloß aus neuronalen Ursachen speist, verfehlt.
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