Bachelorarbeit, 2016
35 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Geschichtsphilosophie um 1800
3. Friedrich Schiller - Die Götter Griechenlandes
3.1 "Elegisch in der Empfindungsweise" - Gegenentwurf der seelenlosen Gegenwart
3.2 Kontrastierung der seelenlosen Gegenwart mit einer »idealischen« Vergangenheit
4. Friedrich von Hardenberg - Die Hymnen an die Nacht
4.1 Die Hymnen an die Nacht - strukturgebender Aufbau
4.2 Die V. Hymne an die Nacht - frühromantische Mittlerreligion?
4.3 Exkurs - Novalis' sechste Hymne an die Nacht
5. Ausblick - Weiterentwicklung eines religionsgeschichtlichen Theorems?
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Auseinandersetzung mit der als krisenhaft und seelenlos wahrgenommenen Gegenwart um 1800 anhand von Friedrich Schillers "Die Götter Griechenlandes" und Novalis' "Hymnen an die Nacht", wobei insbesondere der Frage nachgegangen wird, inwiefern Novalis’ Werk als eine literarische Antwort auf Schillers Elegie sowie als Entwurf einer neuen frühromantischen Mittlerreligion zu verstehen ist.
3.1 "Elegisch in der Empfindungsweise" - Gegenentwurf der seelenlosen Gegenwart
Die erste Publikation der Elegie Die Götter Griechenlandes lässt sich im März 1788 auf Anregung Wielands in Der Teutsche Merkur wiederfinden. Die Elegie setzt "bei der Darstellung des Ideals ein und betrauert dessen nicht gegebene Realität", weswegen es sich anbietet Schillers Gedicht nachfolgend dementsprechend zu untersuchen, wobei der ersten Fassung der Götter Griechenlandes besonderes Augenmerk zuteilwerden soll. An einigen Stellen scheint es jedoch sinnvoll auch die zweite, spätere Fassung (1793), welche unter anderem der Kritik Friedrich Leopold Graf zu Stolbergs geschuldet ist, analytisch zu betrachten, um gewichtige Änderungen - so sie die Aufgabenstellung der vorliegenden Arbeit zu stützen vermögen - in den Fokus zu rücken.
Die Götter Griechenlandes gelten als zentrales lyrisches Zeugnis Schillers "klassische[r] Wende". Wielands Einfluss wird in der Forschung vor allen Dingen in der Klanggestalt des Gedichtes sowie bestimmter Verszeilen gesehen, die synonym für den "Einfluss eines rokokohaften Antikebildes" gedeutet sind. Des Weiteren gilt Wielands Werk Gedanken über die Ideale der Alten als grundlegend für Schillers Konzept "einer idealischen, die Wirklichkeit transzendierenden Kunst", die sich inhaltlich der klassizistisch gesehenen Antike bedient und auch in der strengen, ebenmäßigen äußeren Form des Gedichtes nachweisbar ist. Der elegische Klang, zusätzlich gestützt durch einen eingängigen Rhythmus sowie eine "gefällige Sprachmelodie", konstituiert den formalen Aufbau.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Ästhetik und Geschichtsphilosophie um 1800 ein und legt die Forschungsfrage sowie die Zielsetzung der Untersuchung fest.
2. Geschichtsphilosophie um 1800: Hier wird der historische Kontext einer als ungenügend empfundenen Gegenwart beleuchtet, die durch den Wunsch nach einem utopischen, antiken Gegenentwurf gekennzeichnet ist.
3. Friedrich Schiller - Die Götter Griechenlandes: Dieses Kapitel widmet sich der intensiven Analyse des Gedichts Schillers, wobei dessen Kritik an der modernen, rationalistischen Entgötterung der Welt im Fokus steht.
3.1 "Elegisch in der Empfindungsweise" - Gegenentwurf der seelenlosen Gegenwart: Eine detaillierte Untersuchung der formalen und inhaltlichen Gestaltung von Schillers Elegie, insbesondere im Hinblick auf die erste Fassung.
3.2 Kontrastierung der seelenlosen Gegenwart mit einer »idealischen« Vergangenheit: Dieses Kapitel analysiert die antithetische Struktur, durch die Schiller die antike Götterwelt als Spiegel für die Defizite seiner Zeit nutzt.
4. Friedrich von Hardenberg - Die Hymnen an die Nacht: Eine Einführung in das Werk von Novalis, welches eine triadische Geschichtskonzeption und eine eschatologische Ausrichtung aufweist.
4.1 Die Hymnen an die Nacht - strukturgebender Aufbau: Hier wird der formale Aufbau der Hymnen als "Einweihungsgang" in eine romantische Religion sowie als bewusste Abkehr vom rationalistischen Lichtbild interpretiert.
4.2 Die V. Hymne an die Nacht - frühromantische Mittlerreligion?: Analyse des zentralen Textes, der eine Synthese aus antiker Götterwelt und christlicher Offenbarung anstrebt.
4.3 Exkurs - Novalis' sechste Hymne an die Nacht: Ein Exkurs über das abschließende Gedicht des Zyklus, das die Stimmung der Gottesferne und die Suche nach Trost thematisiert.
5. Ausblick - Weiterentwicklung eines religionsgeschichtlichen Theorems?: Dieses Kapitel resümiert die Ergebnisse und stellt die beiden Dichter in einer vergleichenden Betrachtung hinsichtlich ihrer Verarbeitung der entfremdeten Gegenwart gegenüber.
Ästhetik, Geschichtsphilosophie, Schiller, Novalis, Götter Griechenlandes, Hymnen an die Nacht, Romantik, Antike, Idealismus, Entfremdung, Christentum, Mittlerreligion, Gegenentwurf, Erlösung, Sehnsucht
Die Arbeit untersucht, wie Dichter um 1800 auf eine als unzureichend empfundene, entfremdete Gegenwart reagierten und dabei die antike Welt als utopischen Gegenentwurf nutzten.
Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen klassizistischem Idealismus und frühromantischer Philosophie, die Rolle der Religion im Wandel sowie das Bedürfnis nach einer neuen "Sinngebung" für das Leben.
Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, dass Novalis’ "Hymnen an die Nacht" als eine literarische Antwort auf Schillers "Götter Griechenlandes" fungieren und eine eigenständige, frühromantische Form der Religiosität entwerfen.
Es wird eine textimmanente Analyse der Primärliteratur durchgeführt, die durch den Einbezug fachwissenschaftlicher Literatur und zeitgenössischer philosophischer Kontexte unterstützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Komplexe: die Analyse von Schillers Elegie hinsichtlich ihrer gegenwartskritischen Stoßrichtung und die Untersuchung von Novalis' Hymnen als Antwort und weiterführende eschatologische Neugestaltung.
Neben den Hauptautoren sind Begriffe wie Entfremdung, das goldene Zeitalter, die Aufwertung der Nacht, die "Mittlerreligion" und das Verständnis von Kunst als eine Form von Religionsersatz zentral.
Die V. Hymne übernimmt bildsprachliche Elemente und das metrische Konzept von Schiller, deutet diese jedoch im Sinne einer eschatologischen Heilserwartung um, bei der Christus als neues, menschennahes Zentrum fungiert.
Während Schiller den Tod in der Moderne oft nur in negativer, destruktiver Weise als "entseelt" betrachtet, integriert Novalis den Tod in einen umfassenderen, zyklischen Heilsplan, der in der Auferstehung und einer neuen Menschheit gipfelt.
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