Bachelorarbeit, 2015
46 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Historische Entwicklung
2.1 Entstehung einer Konzeptvielfalt
2.2 „Bewegte Schule“ als integrativer Bestandteil von Ganztagsschulen und Schulprogrammen
3. Gruppierter Überblick der Konzepte
3.1 Kompensatorische Konzepte
3.1.1 Kompensierende Gesundheitserziehung
3.1.2 Sportergänzende Bewegungserziehung
3.2 Bewegung als anthropologische Grundlage von Schulgestaltung und Schulentwicklung
3.2.1 Bewegung als Entwicklungs- und Lernförderung im Schulprogramm
3.2.2 Bewegungsorientierte Schulkultur
3.3 Abschließender Vergleich der Konzepte
4. Kritische Analyse der Begründungsmuster
4.1 Gesundheitlich kompensierendes Begründungsmuster
4.1.1 Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen?
4.1.2 Abschließende Bewertung des gesundheitlich kompensatorischen Begründungsmusters
4.2 Entwicklungs- und lernförderndes Begründungsmuster
4.2.1 Bewegung und Lernen
4.2.2 Bewegung und Lernen in Bezug auf die „Bewegte Schule“
4.2.3 Bewegung und Entwicklung
4.2.4 Bewegung und Entwicklung in Bezug auf die „Bewegte Schule“
4.3 Kulturbildendes Begründungsmuster
4.3.1 Schulpädagogischer Bildungsgedanke
4.3.2 Die Schlüsselrolle der „Schulkultur“ in der „Bewegten Schule“
4.3.3 Abschließende Bewertung des kulturbildenden Begründungsmusters
5. Fazit
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht kritisch die theoretischen Begründungsmuster verschiedener Konzepte der „Bewegten Schule“, um deren Legitimation, Qualität und wissenschaftliche Fundierung im schulpädagogischen Kontext zu hinterfragen und deren Eignung als zukunftsfähiges Schulkonzept zu bewerten.
4.1.1 Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen?
Wer heutzutage in Kontakt mit wissenschaftlichen Beiträgen oder Studien tritt, die sich mit dem Bewegungsstatus von Kindern und Jugendlichen beschäftigen, sieht sich unumgänglich auch mit Begrifflichkeiten wie „Bewegungsarmut“ oder „Bewegungsmangel“ konfrontiert. Trotzdem gibt es zumindest in Deutschland keine einheitliche Definition, ab wann von einem Bewegungsmangel gesprochen werden kann. So stellt Kretschmer (2005, S. 4) fest, dass es weder ein qualitatives noch ein quantitatives einheitliches Maß gibt:
„Nach Büsching liegt z.B. ein Bewegungsmangel vor, wenn sich Kinder im Schnitt nur noch 30 Minuten täglich intensiv bewegen. Aber genau diese Zeit hat kürzlich eine Kommission in Australien als hinreichend definiert, um nicht von Bewegungsmangel zu sprechen.“
Wenn man in diesem Zusammenhang die aktuellen Studien zur durchschnittlichen intensiven Bewegungszeit von Kindern betrachtet, fällt eine eindeutige Aussage bezüglich eines Bewegungsmangels ohnehin schwer. Bös, Breithecker, Kremer, Liebisch, Opper und Woll, (2001) konnten empirisch nachweisen, dass die durchschnittliche intensive Bewegungszeit von 6- bis 10-jährigen Kindern 15 bis 30 Minuten beträgt. Kleine (2003) hingegen hat bei ähnlichen Untersuchungen eine tägliche intensive Bewegungszeit festgestellt, die diese Zeitspanne signifikant übersteigt. Unterschiede zum einen in den empirischen Untersuchungsergebnissen und zum anderen in der einheitlichen Definition, ab wann von einem Bewegungsmangel gesprochen werden kann, lassen deshalb zum jetzigen Standpunkt noch keine Aussage über akute Mangelerscheinungen im Bewegungsverhalten zu.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entstehung der „Bewegten Schule“ ein, erläutert die wachsende Konzeptvielfalt und formuliert das Ziel der kritischen Analyse der Begründungsmuster.
2. Historische Entwicklung: Dieses Kapitel beschreibt die Ursprünge der „Bewegten Schule“ in den 1980er Jahren, geprägt durch Urs Illi, sowie die spätere Integration des Konzepts in moderne Ganztagsschulen und Schulprogramme.
3. Gruppierter Überblick der Konzepte: Hier werden die verschiedenen Ansätze – unterteilt in kompensatorische Konzepte und Konzepte mit anthropologischem Fokus – systematisch vorgestellt und eingeordnet.
4. Kritische Analyse der Begründungsmuster: Das Kernstück der Arbeit prüft wissenschaftlich die drei zentralen Legitimationslinien: die gesundheitlich-kompensatorische, die lern- und entwicklungsfördernde sowie die kulturbildende Argumentation.
5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Konzept „Bewegte Schule“ trotz theoretischen Potenzials und berechtigter Ansätze noch stärker wissenschaftlich legitimiert werden muss, wobei sich zukünftig besonders die kulturbildende Perspektive als wegweisend erweisen könnte.
Bewegte Schule, Schulpädagogik, Bewegungsmangel, Gesundheitserziehung, Lernförderung, Schulkultur, Ganztagsschule, Schulprogramm, Motorische Leistungsfähigkeit, Bewegungserziehung, Sportpädagogik, Entwicklungspsychologie, Körperdiskurs, Salutogenese, Bildungsauftrag.
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und Begründungsmuster verschiedener Konzepte der „Bewegten Schule“, um deren wissenschaftliche Validität kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit fokussiert auf die Kategorisierung der Konzepte in kompensatorische, entwicklungsfördernde und kulturbildende Ansätze sowie die Analyse aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Bewegung und Lernen.
Das Ziel ist es, die Qualität und Sinnhaftigkeit der Begründungslinien der „Bewegten Schule“ zu analysieren, um so eine fundierte Basis für deren Etablierung in der Schulpraxis zu evaluieren.
Die Autorin/der Autor führt eine Literatur- und Diskursanalyse durch, indem bestehende konzeptionelle Ausarbeitungen und empirische Studien zur „Bewegten Schule“ systematisch ausgewertet und kritisch gespiegelt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, einen systematischen Überblick über die gängigen Bewegungskonzepte und eine detaillierte, kritische Prüfung der drei zentralen Begründungsmuster anhand aktueller Forschungsergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Bewegte Schule, Bewegungsmangel, Schulkultur, Lernförderung, Gesundheitserziehung, Sportpädagogik und Entwicklungspsychologie.
Die Arbeit begegnet der weit verbreiteten Annahme eines akuten Bewegungsmangels bei Kindern kritisch und weist auf mangelnde empirische Eindeutigkeit sowie die Notwendigkeit einer differenzierteren Betrachtungsweise hin.
Das kulturbildende Begründungsmuster wird als potenziell zukunftsweisend hervorgehoben, da es Bewegung nicht nur als Kompensation von Mängeln, sondern als integrativen Teil eines gemeinsamen pädagogischen Lebensraums betrachtet.
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