Bachelorarbeit, 2017
81 Seiten, Note: 1,0
1. Abriss der deutschen Geschichte der Homosexualität
1.1 Ursprünge der Homosexuellenverfolgung
1.2 Homosexualität im deutschen Kaiserreich, Weimarer Republik und im Nationalsozialismus
1.3 „Verhütungsgesetz des erbkranken Nachwuchses und Gemeinschaftsfremdengesetz“
1.4 Homosexuelle im Konzentrationslager
1.5 Homosexualität nach der Wiedervereinigung Deutschlands
1.6 Homosexualität in Literatur und den Märchen
2. Stigma -Theorie nach Erving Goffman
2.1 Theorie
2.2 Identitätsbildung und Stigma
2.3 Stigma Homosexualität
2.4 Homophobie
3. Homosexualität
3.1 Definition: homosexuell / schwul
3.2 Adoleszenz und die Entwicklung männlicher Adoleszenz
3.3 Entwicklung von Homosexualität - Theoretische Annahmen
4. Coming - Out
4.1 Definition des Coming-Out
4.2 Die Prä-Coming-Out-Phase
4.3 Die eigentliche Coming-Out-Phase
4.4 Die explorative Phase
4.5 Eingehen einer (festen) Beziehung
4.6 Die Integrationsphase
4.7 Coming-Out – Bedeutung für die eigene Sozialisation
4.8 Expertise zur Lebenssituation von Homosexuellen
5. Homosexualität und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit
6. Schlussbetrachtung
7. Literatur- und Quellenverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Stigmatisierung und den Coming-Out-Prozess homosexueller Jugendlicher im Kontext der deutschen Geschichte und erörtert, welche Rolle die Soziale Arbeit bei der Begleitung dieser Jugendlichen spielt, um deren Identitätsbildung zu unterstützen und Diskriminierung entgegenzuwirken.
1.4 Homosexuelle im Konzentrationslager
In diesem Kapitel soll genauer dargelegt werden, wie Homosexuelle in den Konzentrationslagern misshandelt und denunziert worden sind. Wie in den Kapiteln zuvor schon erläutert worden ist, hatte nun die Verfolgung der Homosexuellen ihren Höchststand im Nationalsozialismus erreicht. Um an die letzte Idee im Nationalsozialismus anzuknüpfen, dass die Begründung für eine homosexuelle Neigung wohl in der Medizin zu suchen sei, soll diese an dieser Stelle noch einmal zusammengefasst werden:
Verschiedene Veröffentlichungen von Zuständen in den Konzentrationslagern lassen sich zwischen 1946 bis 1962 verzeichnen und versuchen der Gesellschaft zu vermitteln, wie es tatsächlich in diesen „Vernichtungslagern“ zugegangen ist. Häufig wird in der Literatur die Verschleppung der Homosexuellen in die Lager beschrieben, welche als „Homosexuellenlager“ definiert worden sind - zusätzlich wird das Leben in den „schwulen Blocks“ beschrieben (vgl. Schwartz 2014, S. 47). In einem Bericht von 1946 („System der deutschen Konzentrationslager – Die Behandlung der Homosexuellen“) wurden erste Ansätze unternommen, der Gesellschaft zu verstehen zu geben, wie Homosexuelle in der Zeit der „Rosa-Winkel-Häftlinge“ wirklich behandelt, misshandelt, denunziert, gepeinigt und schlussendlich vernichtet (getötet) worden sind (vgl. Schwartz 2014, S. 46 ff).
1. Abriss der deutschen Geschichte der Homosexualität: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die historische Verfolgung von Homosexuellen in Deutschland, von den Ursprüngen bis hin zur modernen Gleichstellung, mit besonderem Fokus auf die Zeit des Nationalsozialismus.
2. Stigma -Theorie nach Erving Goffman: Hier wird Goffmans Theorie zur Stigmatisierung erläutert und auf die soziale Ausgrenzung von Homosexuellen übertragen, inklusive einer Analyse der Homophobie und der Entstehung von Vorurteilen.
3. Homosexualität: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, beleuchtet die Besonderheiten der männlichen Adoleszenz und diskutiert theoretische Annahmen zur Entstehung von Homosexualität aus verschiedenen Perspektiven.
4. Coming - Out: Eine detaillierte Aufarbeitung der verschiedenen Phasen des Coming-Out-Prozesses und dessen enorme Bedeutung für die individuelle Sozialisation und Identitätsfindung betroffener Jugendlicher.
5. Homosexualität und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit: Dieses Kapitel kritisiert die professionelle Rolle der Sozialen Arbeit und zeigt auf, wie Sozialarbeiter Jugendliche in ihrem Coming-Out-Prozess empathisch begleiten und unterstützen können.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die erschreckenden historischen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer offeneren Gesellschaft sowie einer besser ausgebildeten Sozialen Arbeit im Umgang mit Homosexualität.
Homosexualität, Homophobie, Stigma, Coming-Out, Soziale Arbeit, Adoleszenz, Identitätsbildung, Nationalsozialismus, Diskriminierung, Sozialisation, Rosa Winkel, Vielfalt, Beratung, Gesellschaft, Toleranz.
Die Arbeit behandelt die Situation und die Problematiken von gleichgeschlechtlich empfindenden Jugendlichen unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen sowie soziologischer und psychologischer Identitätstheorien.
Zentrale Themen sind die Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus, die Stigmatisierung durch die Gesellschaft, die Phasen des Coming-Out-Prozesses und die Aufgaben der Sozialen Arbeit.
Ziel ist es, den Coming-Out-Prozess als zentralen Aspekt der Sozialisation von Jugendlichen zu verstehen und aufzuzeigen, wie Soziale Arbeit professionell, stärkend und diskriminierungsfrei begleiten kann.
Besonders prominent wird die Stigmatisierungstheorie von Erving Goffman herangezogen sowie Ansätze aus der Sozialpädagogik und der Queer Theory, um die Lebenswelten der Betroffenen zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Diskriminierung, die theoretische Fundierung des Stigma-Begriffs, eine Definition von Homosexualität in der Adoleszenz sowie eine detaillierte Beschreibung der Phasen des Coming-Out.
Wichtige Begriffe sind Homophobie, Stigmatisierung, Identitätsbildung, Coming-Out, Soziale Arbeit und gesellschaftliche Normierung.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die heutige Stigmatisierung tief in der Geschichte verwurzelt ist, und zeigt auf, wie Homosexuelle im Nationalsozialismus brutal verfolgt und systematisch entrechtet wurden.
Die Autorin betont die Dringlichkeit einer empathischen, vorurteilsfreien Begleitung, die das Subjekt und dessen Selbstentfaltung in den Mittelpunkt stellt, anstatt gesellschaftliche Normen zu reproduzieren.
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