Bachelorarbeit, 2016
107 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Fragestellung und Zielsetzung
1.3 Aufbau
2 Theoretische Grundlagen – Darstellung der Studien
2.1 Definitionen und Begriffseingrenzungen
2.2 Analyse der Unterrepräsentation der Frauen im Management
2.2.1 Demografischer Wandel
2.2.2 Vor- und innerberufliche Qualifikationen
2.2.3 Leistungsansprüche und Wochenarbeitszeiten
2.2.4 Forschungen der Aufstiegskompetenzen
2.2.5 Führungskompetenzen
2.2.6 Geschlechterstereotype
2.2.7 Glass-Ceiling-Phänomen
2.2.8 Familienplanung vs. Karriere
2.2.9 Erwerbsunterbrechung und Kindertagesbetreuung
2.2.10 Frauenmeinungen - Einführung der gesetzlichen Frauenquote
3 Gründe der Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen
3.1 Gesellschaftliche- und sozialpolitische Aspekte
3.2 Betriebliche Einflussfaktoren
3.3 Zwischenfazit
4 Analyse der gesetzlichen Frauenquote
4.1 Sinnhaftigkeit einer Quotenregelung
4.2 Veränderungen der Stellenbesetzung durch bisherige Gesetze
4.2.1 Gesetze im Zeitverlauf
4.2.2 Freiwillige Selbstverpflichtung 2001
4.2.3 Resümee
4.3 Frauenanteil in Führungspositionen nach Branchen
4.4 Einwände der gesetzlichen Frauenquote
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen in der deutschen Privatwirtschaft und analysiert, inwieweit die gesetzliche Frauenquote ein geeignetes Instrument zur Verbesserung der Situation darstellt, oder ob sie an den tieferliegenden Ursachen der Geschlechterungleichheit vorbeiführt.
2.2.6 Geschlechterstereotype
Der Begriff Stereotyp ist ein interdisziplinärer Begriff. Stereotype spielen im Kontext mit der beruflichen Entwicklung, gerade auch im Rahmen der Führungsposition, eine entschiedene Rolle. Im Allgemeinen sind sie Verhaltenserwartungen an eine bestimmte Gruppe, welche in diesem Fall einem bestimmten Geschlecht angehören. Unter anderem rechtfertigen sie bestehende soziale Rollenzuschreibungen und kategorisieren beide Geschlechter in typische Muster. Die Geschlechtszugehörigkeit aktiviert eine Außenperspektive, die durch typische männliche und weibliche Merkmale, Eigenschaften und kognitive Fähigkeiten geprägt sind. Diese Eigenschaftszuschreibungen bezeichnet man als Geschlechterstereotype.
Eine der Ursachen der geringen Vertretung weiblicher Führungskräfte ist in den Vorurteilen begründet, entstehend durch soziale Stereotype. Im Allgemeinen haben Personen unterschiedliche bewusste sowie unbewusste Assoziationen über Frauen und Männer, insbesondere mit weiblichen oder männlichen Eigenschaften von Führungspersonen.
Wesentliche stereotypische Inhalte können in Kompetenz, Aktivität sowie Emotionalität zusammengefasst werden.
Der männliche Stereotyp charakterisiert Eigenschaften, wie Kompetenz, Selbstsicherheit, Durchsetzungsvermögen oder Leistungsfähigkeit. Das Bild eines Managers wird noch immer hauptsächlich mit den genannten typisch männlichen Attributen in Verbindung gebracht. Führungsbezogene Geschlechterstereotype der Frauen sind dagegen typische Merkmale, zum Beispiel Einfühlungsvermögen, Emotionalität, Anpassungsfähigkeit oder Freundlichkeit.
1 Einleitung: Einführung in die Problematik, Darlegung der Forschungsfrage zur Sinnhaftigkeit der Frauenquote und Skizzierung des Aufbaus der wissenschaftlichen Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen – Darstellung der Studien: Umfassende Analyse des aktuellen Forschungsstands zu den Ursachen der Unterrepräsentation von Frauen im Management, einschließlich demografischer Effekte, Qualifikationen, Leistungsansprüchen und Rollenbildern.
3 Gründe der Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen: Systematisierung der identifizierten Einflussfaktoren in gesellschaftlich-sozialpolitische und betriebliche Aspekte, um logische Zusammenhänge der Benachteiligung aufzuzeigen.
4 Analyse der gesetzlichen Frauenquote: Untersuchung der Sinnhaftigkeit der Quotenregelung, historische Rückschau auf bisherige gesetzliche Bestimmungen sowie Analyse branchenspezifischer Unterschiede und kritischer Einwände.
5 Schlussbetrachtung: Reflexion der gewonnenen Erkenntnisse, Beantwortung der Ausgangsfrage zur Notwendigkeit der Quote und Plädoyer für einen tiefgreifenden Kulturwandel statt rein quantitativer Zielvorgaben.
Frauenquote, Führungspositionen, Management, Geschlechterstereotype, Chancengleichheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gläserne Decke, Aufstiegskompetenzen, Unterrepräsentanz, Privatwirtschaft, demografischer Wandel, Personalrekrutierung, Gender Pay Gap, Führungskräfte.
Die Arbeit untersucht die Hintergründe für die Unterrepräsentanz von Frauen in deutschen Führungspositionen und kritisiert die Wirksamkeit der gesetzlichen Frauenquote als alleiniges Instrument zur Problemlösung.
Zentrale Themen sind der Einfluss von Geschlechterstereotypen, die Schwierigkeit der Vereinbarkeit von Familie und Karriere (Work-Life-Balance), der demografische Wandel sowie die Analyse von Aufstiegskompetenzen und männlich geprägten Netzwerken.
Das Ziel ist es, zu ergründen, ob die gesetzliche Frauenquote ein zielführendes Instrument zu mehr Chancengleichheit darstellt oder ob sie lediglich eine überflüssige Symbolpolitik ist, die an den eigentlichen Ursachen der Unterrepräsentanz vorbeigeht.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller Studien und statistischer Forschungsergebnisse des Statistischen Bundesamtes und des DIW.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte theoretische Analyse von Barrieren (Stereotype, "gläserne Decke"), die Untersuchung betrieblicher Faktoren sowie eine kritische Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen Gesetzesinitiativen zur Frauenförderung.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Frauenquote, Führungspositionen, Geschlechterstereotype, Chancengleichheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Karriereambitionen geprägt.
Die Autorin argumentiert, dass eine Quote lediglich ein quantitatives Ziel vorgibt, aber die tief verwurzelten gesellschaftlichen Rollenbilder, die Präsenzkultur in Unternehmen und psychologische Barrieren bei der Personalrekrutierung nicht beseitigt.
Das "Glass-Ceiling-Phänomen" bezeichnet eine unsichtbare, oft durch männliche Rituale und Vorurteile zementierte Barriere, die es Frauen erschwert, aus dem mittleren Management in das Top-Management aufzusteigen, obwohl sie über gleiche Qualifikationen verfügen.
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