Bachelorarbeit, 2016
47 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition
2.1 Kriminalität, Delinquenz, Devianz
2.2 Jugendlich
2.3 Strafmündigkeit
2.4 Jugendkriminalität
3. Formen / Zahlen von Jugendkriminalität in Deutschland (PKS)
3.1 Entwicklung Anzahl tatverdächtiger Jugendlicher
3.2 Entwicklung nach Straftaten
3.3 Vergleich der TV Anzahl nach Altersstrukturen
4. Kriminalitätstheorien im Überblick
4.1 Sozialstrukturelle Theorien
4.1.1 Labeling Approach / Labeling Theorie
4.1.2 Anomietheorie
4.2 Sozialpsychologische Lerntheorien
4.2.1 Theorie der differentiellen Assoziation
4.2.2 Theorie der differentiellen Identifikation und Verstärkung
4.2.3 Theorie der Neutralisationstechniken
4.3 Sozialpsychologische Theorien
4.3.1 Theorie der unterschiedlichen Sozialisationen
4.3.2 Kontroll- und Halttheorie
4.3.3 Tiefenpsychologische Theorie
5. Ursachen/ Risikofaktoren der Jugendkriminalität
5.1 Soziale Faktoren
5.1.1 Sozialraum Familie
5.1.2 Peer - Groups
5.1.3 Schule
5.1.4 Medien
5.1.5 Wohnsituation/ Sozialraum
6. Polizeiliche Landeskampagne NRW „Kurve Kriegen“
6.1 Einleitung
6.2 Projektvorstellung „Kurve Kriegen“
6.3 Die Zielgruppe
6.4 Das Konzept
6.5 „Kurve Kriegen“ in der Praxis
6.6 Fazit „Kurve Kriegen“
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit den Ursachen, Erscheinungsformen und präventiven Ansätzen zur Bekämpfung der Jugendkriminalität in Deutschland. Ziel ist es, ein Verständnis für das Entstehen delinquenten Verhaltens zu entwickeln und kritisch zu prüfen, inwiefern die polizeiliche Landeskampagne „Kurve Kriegen“ des Landes Nordrhein-Westfalen einen effektiven Lösungsansatz zur Reduktion von Jugenddelinquenz bietet.
4.1.1 Labeling Approach / Labeling Theorie
Die Labeling Approach Theorie(Stephen Quensel) versucht, einen Erklärungsansatz für abweichendes Verhalten zu liefern, hebt sich dabei jedoch von anderen Kriminalitätstheorien deutlich ab. Auf Grund der englischen Bedeutung des Begriffs „Labeling“ wird diese Theorie auch Etikettierungstheorie genannt. Im Gegensatz zu anderen bekannten Kriminalitätstheorien, welche Devianz in der Person des Täters oder in dessen Umfeld betrachten, befasst sich der Etikettierungsansatz damit, dass deviantes Verhalten das Ergebnis des gesellschaftlichen Zuschreibungsprozesses ist. Bei der Labeling Theorie wird das Thema Devianz aus sozialpsychologischer Perspektive betrachtet.
Die Art der Deliktsbegehung steht bei dieser Theorie nicht im Vordergrund. Labeling Approach fokussiert sich auf den Prozess der sozialen Kontrolle und deren Akteure.
Im Mittelpunkt stehen also nicht die Täter, sondern viel mehr die Institutionen sozialer Kontrolle und deren Kontrolleure. Ein gutes Beispiel dafür ist der Staat und dessen angepasste Bürger, die diesem Staat angehören. Erscheint nun jemand innerhalb dieses angepassten Gefüges auf Grund seines Verhaltens als abweichend, so wird dieses Verhalten bewertet und als deviant erklärt. Die Gesellschaft nimmt sich somit wieder als normkonform wahr. Dies bedeutet jedoch auch, dass die Devianz erst durch die Wiederherstellung der Homogenität innerhalb der Gesellschaft hergestellt wird.
Der amerikanische Kriminologe Edwin M. hat diesen Ansatz weiter ausgeführt und unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Devianz. Eine Person weist eigentümliches Verhalten auf, welches von ihr selber jedoch nicht als deviant gesehen wird. Die Machtinstanzen bewerten beziehungsweise stufen dieses Verhalten als deviant ein, so dass dieser Person das Etikett der Devianz auferlegt wird. Es findet eine Stigmatisierung statt. Es resultiert hieraus, dass die Handlungsmöglichkeiten dieser Person innerhalb der Gesellschaft eingeschränkt werden. Diese Person betrachtet sich nun ebenfalls „anders“, und verhält sich dementsprechend „regelwidrig“ also deviant.
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die aktuelle gesellschaftliche Relevanz der Jugendkriminalität und definiert den Rahmen der Untersuchung, einschließlich der Fokussierung auf die Kampagne „Kurve Kriegen“.
2. Begriffsdefinition: In diesem Kapitel werden grundlegende Termini wie Kriminalität, Delinquenz, Devianz, Jugendliche und der rechtliche Aspekt der Strafmündigkeit präzise voneinander abgegrenzt.
3. Formen / Zahlen von Jugendkriminalität in Deutschland (PKS): Es erfolgt eine Auswertung der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) zur Entwicklung der Tatverdächtigenzahlen und spezifischer Deliktsfelder im Zeitraum von 2000 bis 2014.
4. Kriminalitätstheorien im Überblick: Dieses Kapitel liefert einen theoretischen Unterbau, indem es sozialstrukturelle, sozialpsychologische und tiefenpsychologische Ansätze zur Entstehung von abweichendem Verhalten erläutert.
5. Ursachen/ Risikofaktoren der Jugendkriminalität: Hier werden zentrale Einflussgrößen wie die Familie, Peer-Groups, das schulische Umfeld sowie der Medienkonsum auf ihr Potenzial zur Förderung kriminellen Verhaltens hin untersucht.
6. Polizeiliche Landeskampagne NRW „Kurve Kriegen“: Das letzte Kapitel stellt das Präventionsprojekt „Kurve Kriegen“ vor, erläutert dessen Konzept und Zielgruppen und diskutiert die praktische Anwendung sowie die langfristigen Erfolgsaussichten.
Jugendkriminalität, Kriminalitätstheorien, Delinquenz, Devianz, Prävention, Kurve Kriegen, Sozialisation, Strafmündigkeit, Soziale Faktoren, Risikofaktoren, Polizei NRW, Stigmatisierung, Labeling Approach, polizeiliche Kriminalstatistik, Resozialisierung
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem komplexen Phänomen der Jugendkriminalität in Deutschland, untersucht deren theoretische Hintergründe sowie soziale Ursachen und bewertet ein spezifisches polizeiliches Präventionsprojekt.
Die zentralen Felder umfassen die statistische Analyse der Jugenddelinquenz, die theoretische Fundierung abweichenden Verhaltens und die Identifikation von Risikofaktoren in sozialen Räumen wie Familie und Schule.
Ziel ist es, die Entstehungsursachen kriminellen Verhaltens bei Jugendlichen zu ergründen und kritisch zu evaluieren, ob die nordrhein-westfälische Kampagne „Kurve Kriegen“ eine nachhaltige Lösung zur Kriminalitätsprävention darstellt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse kriminologischer Theorien sowie einer deskriptiven Auswertung statistischer Daten aus der polizeilichen Kriminalstatistik.
Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Bestandsaufnahme, eine ausführliche Darstellung diverser Kriminalitätstheorien und eine Analyse sozialer Einflussfaktoren auf das Verhalten Jugendlicher.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Jugendkriminalität, Prävention, „Kurve Kriegen“, Delinquenz, Sozialisation und Kriminalitätstheorien charakterisiert.
Sie dient als sozialpsychologischer Erklärungsansatz, um zu verdeutlichen, wie gesellschaftliche Etikettierungsprozesse erst dazu führen können, dass Personen ihr Selbstbild anpassen und deviant handeln.
Die Familie wird als der wohl einflussreichste Sozialraum identifiziert, in dem durch Erziehungsdefizite, Gewalt oder mangelnde Wertevermittlung die Grundlage für eine spätere kriminelle Laufbahn gelegt werden kann.
Das Projekt ist durch eine enge Kooperation zwischen Polizei, Jugendhilfe und Erziehungsberechtigten geprägt und setzt auf eine individuelle, pädagogische Unterstützung anstatt auf bloße Bestrafung.
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