Bachelorarbeit, 2017
40 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Kulturwissenschaftliche Gedächtnistheorien
2.1 Das kollektive Gedächtnis
2.2 Konzept der „lieux de mémoire“
2.3 Das kulturelle Gedächtnis
3 Was leisten Verlagsarchive?
3.1 Funktionen und Nutzen
3.2 Selektion des Archivguts: Verantwortung und Macht
4 Das Verlagsarchiv Gebauer und Schwetschke
4.1 Etablierung kollektiver Erinnerungen durch das Verlagsarchiv
4.2 Verortung des Verlagsgedächtnisses
4.3 Das Verlagsarchiv als Speichergedächtnis: Auswirkungen und Nutzen
5 Zur Bedeutung von Verlagsarchiven für das kulturelle Gedächtnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Verlagsarchiven für die Etablierung des kulturellen Gedächtnisses, wobei die These verfolgt wird, dass diese Archive einen entscheidenden Einfluss auf die kultur- und buchhistorische Forschung ausüben und das kollektive Gedächtnis aktiv prägen können.
3.2 Selektion des Archivguts: Verantwortung und Macht
Unternehmen sind dazu verpflichtet, geschäftliche Unterlagen über einen bestimmten Zeitraum aufzubewahren. Darüber hinaus werden anhand der jeweiligen Archivgesetze für Bund und Länder Regelungen zur Anbietungspflicht, Übernahme und Verwahrung festgelegt. Nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen steht es Verlagen demnach frei, ihre Unterlagen weiterhin zu bewahren und die Vergangenheit in Form eines Archivs bereitzustellen.
Das Archivgut von Verlagsarchiven setzt sich aus Dokumenten zur Verlagswirtschaft, Unterlagen des Verlagsalltags und den Verlagserzeugnissen zusammen. Verlagsarchive umfassen Rechnungen, Statistiken, betriebliche Verträge, Buchungsbelege, ebenso wie Manuskripte, Korrespondenzen zwischen Autoren und dem Verlag, Bearbeitungen und Bemerkungen von Lektoren, Dokumente zur Herstellung, Gestaltung, Vertrieb und Marketing.
Entscheidet sich ein Verlag dafür, seine Verlagsgeschichte in Form von Geschäftsunterlagen und Verlagserzeugnissen zu sichern und an ein Archiv abzugeben oder selbst zu bewahren, wird einem Archivar die Aufgabe übertragen, Materialien zu sichern, die als archivwürdig angesehen werden. In ein Verlagsarchiv gelangen also Dokumente, die nicht explizit für die Erhaltung gedacht waren und somit ihre ursprüngliche Funktion verloren haben und in einem anderen Kontext als archivwürdig erachtet wurden. Das Archivgut wird demgemäß nicht explizit gesammelt, sondern ist prozessgeneriert und fällt mit dem Verlagsalltag an.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Tagung "Tag der Verlage" ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Bedeutung von Verlagsarchiven für die Etablierung des kulturellen Gedächtnisses zu erörtern.
2 Kulturwissenschaftliche Gedächtnistheorien: Das Kapitel erläutert grundlegende Theorien zum kollektiven Gedächtnis nach Halbwachs, das Konzept der Erinnerungsorte nach Nora sowie die Differenzierung zwischen kommunikativem und kulturellem Gedächtnis durch die Assmanns.
3 Was leisten Verlagsarchive?: Es werden die vielfältigen Funktionen von Verlagsarchiven als Wissensspeicher sowie die damit verbundene Macht und Verantwortung bei der Auswahl und Selektion von Archivmaterialien analysiert.
4 Das Verlagsarchiv Gebauer und Schwetschke: Anhand dieses konkreten Fallbeispiels wird untersucht, wie das Archiv zur Rekonstruktion kollektiver Erinnerungen beiträgt und wie sich durch Digitalisierung die Verortung des Verlagsgedächtnisses verändert.
5 Zur Bedeutung von Verlagsarchiven für das kulturelle Gedächtnis: Das Fazit fasst zusammen, dass Verlagsarchive durch die Konservierung und Bereitstellung von Wissen die Konstruktion von Identität und die Vergangenheitsbewältigung in der Gesellschaft maßgeblich beeinflussen.
Verlagsarchiv, kulturelles Gedächtnis, kollektives Gedächtnis, Gebauer und Schwetschke, Archivgut, Buchgeschichte, Erinnerungsorte, Speichergedächtnis, Funktionsgedächtnis, Digitalisierung, Archivmacht, Überlieferungsbildung, Kulturwissenschaft, Wissensspeicher, Verlagsgeschichte.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Verlagsarchiven als bedeutende Quellen für die kulturwissenschaftliche Forschung und ihrer Funktion bei der Bildung des kollektiven und kulturellen Gedächtnisses.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen des kulturellen Gedächtnisses, die konkreten Leistungen von Verlagsarchiven und die kritische Auseinandersetzung mit Archivierungsprozessen.
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Verlagsarchive als "Speichergedächtnis" fungieren und durch die Aufarbeitung ihrer Bestände die Rekonstruktion von Vergangenheit und damit die Identitätsstiftung innerhalb einer Gesellschaft ermöglichen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche und buchhistorische Perspektive eingenommen, die theoretische Ansätze der Gedächtnisforschung auf die empirische Analyse von Verlagsarchivalien anwendet.
Neben der theoretischen Herleitung wird das Verlagsarchiv "Gebauer und Schwetschke" als Fallbeispiel detailliert analysiert, um die praktischen Auswirkungen der Archivierung auf die Erinnerungskultur aufzuzeigen.
Die zentralen Schlagworte sind Verlagsarchiv, kollektives Gedächtnis, Archivmacht und die historische Bedeutung des Verlags Gebauer und Schwetschke.
Digitalisierung ermöglicht nicht nur eine physische Sicherung, sondern entkoppelt das Gedächtnis vom geografischen Ort und erhöht durch globale Verfügbarkeit das Potenzial für neue Forschungsansätze.
Es bietet aufgrund seiner geschlossenen Überlieferung und des abgeschlossenen Erschließungsprojektes ideale Voraussetzungen, um umfassende buchhistorische und kulturwissenschaftliche Analysen durchzuführen.
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