Bachelorarbeit, 2015
45 Seiten, Note: 1,0
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
A. EINLEITUNG
1. Problemstellung und Zielsetzung
2. Aufbau der Arbeit
B. GRUNDKONZEPTION DER CG
1. Definition und Zielsetzung der CG
2. Zwingendes Aktienrecht, Satzung und Kodex
3. Begriff der Nachhaltigkeit
a) Ursprung
b) Auslegung anhand juristischer Methodik
C. DIE UNTERNEHMENSLEITUNG UND IHRE ZIELORIENTIERUNG
1. Die Leitmaxime des Unternehmensinteresses
a) Die Entwicklung von Leitlinien für das Vorstandshandeln
b) Die Diskussion um den Inhalt des Unternehmensinteresses
2. Rechtsökonomische Konzepte als Maxime der Unternehmensführung
aa) Argumente gegen den Shareholder Value
bb) Argumente für den Shareholder Value
3. Verpflichtung zum Shareholder Value?
4. Unionsrechtlicher Blick und Abgrenzung zur Corporate Social Responsibility
D. STEUERUNG DER CORPORATE GOVERNANCE DURCH VORSTANDSVERGÜTUNG
1. Zielkonflikte des deutschen dualistischen Systems
2. Vergütungsstruktur
3. Anforderungen an ein nachhaltiges Vergütungssystem
a) Nachhaltige Unternehmensentwicklung
b) Übliche Vergütung
c) Bemessungsgrundlage der variablen Vergütungsbestandteile
aa) Zulässigkeit kurzfristiger Vergütungsbestandteile
bb) Mischung aus kurz- und langfristigen Vergütungsbestanteilen
cc) Gestaltung langfristiger Vergütungsbestandteile
d) Transparenz der Vorstandsvergütung
e) Beschluss der Hauptversammlung über das System der Vorstandsvergütung
4. Folgen nicht nachhaltiger Vergütung
E. FAZIT UND AUSBLICK
1. Gesetzliche Verankerung der Unternehmensleitlinie
2. Unionsrechtliche Änderungen auf dem Vormarsch
3. Übertragung der GmbH Grundsätze?
4. Einsatz von unabhängigen Stimmrechtsberatern
5. Bewertung der Gehaltsbezüge
6. Share Ownership Guidelines
7. Shareholder Activism
Die Arbeit untersucht das zentrale aktienrechtliche und ökonomische Problem der Zielausrichtung von Vorständen in Aktiengesellschaften, insbesondere im Kontext von Nachhaltigkeit und Vorstandsvergütung. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob und wie der Shareholder-Value-Ansatz mit den Leitlinien des deutschen Aktienrechts vereinbar ist und ob eine stärkere Kopplung der Vorstandsvergütung an nachhaltige Unternehmensentwicklung als Lösungsansatz dienen kann.
A. Einleitung
Zu den aktienrechtlichen und ökonomischen Grundproblemen zählt die Frage, an welchen Zielen der Vorstand der AG seine Leitungstätigkeit auszurichten hat. Das Unternehmensinteresse ist dabei die Schnittstelle in der Diskussion, dessen genauer Inhalt gesetzlich nicht geregelt ist. Mängel in der Corporate Governance und ihrer Ausrichtung an den Interessen der Anteilseigner (Shareholder) werden für die 2007 beginnende Finanzmarktkrise verantwortlich gemacht. Traditioneller Corporate Governance Ansatz sei nicht auf die Kapitaleigentümer und deren „Unternehmensinteresse“ beschränkt. In der Regel würden auch die Interessen anderer Gruppen (Stakeholder) explizit berücksichtigt. Hinzu kommt eine wachsende Verantwortung der Unternehmen gegenüber der Gesellschaft im Allgemeinen.
Die aktuelle Diskussion über Corporate Governance, Aktionärsinteressen und Nachhaltigkeit bietet vor diesem Hintergrund Anlass grundsätzlich über das Unternehmensinteresse nachzudenken. Die Begrifflichkeit ist in der folgenden Arbeit inhaltlich auszugestalten, da eine interessenpluralistische Unternehmensführung ohne klare Leitlinien erhebliche Gefahren für die Unternehmensführung birgt und die Verantwortung des Vorstands aufzulösen droht. Inwieweit lässt sich außerdem der Shareholder Value Ansatz mit den Leitlinien des deutschen Aktienrechts vereinbaren? Darf oder muss er in die Unternehmenssatzung eingefügt werden?
Besteht eine Möglichkeit einer Annäherung zwischen Shareholder Value Maximierung und dem Unternehmensinteresse durch die Vorstandsvergütung? Wie müssten die gesetzten Anreize dazu aussehen?
A. EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik, Definition der Problemstellung zur Zielausrichtung des Vorstands und Vorstellung des Aufbaus der Arbeit.
B. GRUNDKONZEPTION DER CG: Erläuterung des Corporate Governance Begriffs, des rechtlichen Rahmens und der historischen sowie methodischen Herleitung des Nachhaltigkeitsbegriffs.
C. DIE UNTERNEHMENSLEITUNG UND IHRE ZIELORIENTIERUNG: Analyse der Leitmaxime des Unternehmensinteresses, Gegenüberstellung von Shareholder und Stakeholder Value sowie Abgrenzung zur Corporate Social Responsibility.
D. STEUERUNG DER CORPORATE GOVERNANCE DURCH VORSTANDSVERGÜTUNG: Untersuchung der Zielkonflikte im dualistischen System, Anforderungen an Vergütungsstrukturen und deren Transparenz sowie die Rolle der Hauptversammlung.
E. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung der rechtlichen Verankerung der Unternehmensleitlinien, unionsrechtlicher Entwicklungen sowie zukünftiger Herausforderungen durch Stimmrechtsberater und Shareholder Activism.
Corporate Governance, Unternehmensinteresse, Vorstandsvergütung, Shareholder Value, Stakeholder Value, Nachhaltigkeit, Aktienrecht, Vergütungsstruktur, Transparenz, Hauptversammlung, Nachhaltige Unternehmensentwicklung, Corporate Social Responsibility, Principal-Agent-Modell, Share Ownership Guidelines, Shareholder Activism
Die Arbeit behandelt das Spannungsfeld zwischen aktienrechtlichen Vorgaben, ökonomischen Anreizstrukturen und dem Konzept der Nachhaltigkeit bei der Vergütung von Vorständen in Aktiengesellschaften.
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Unternehmensinteresses, die Debatte zwischen Shareholder- und Stakeholder-Value-Modellen sowie die Ausgestaltung nachhaltiger Vergütungssysteme.
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie durch Vorstandsvergütung Anreize für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung gesetzt werden können und inwieweit dies mit dem deutschen Aktienrecht vereinbar ist.
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche und rechtsökonomische Analyse, gestützt auf die Auslegung des Aktienrechts, die Berücksichtigung von Kodexbestimmungen und die Auswertung empirischer Studien zur Corporate Governance.
Im Hauptteil werden das dualistische System, Vergütungsstrukturen, Anforderungen an Nachhaltigkeit, Transparenzmechanismen sowie Einflüsse durch Stimmrechtsberater und aktivistische Aktionäre detailliert analysiert.
Wichtige Begriffe sind Corporate Governance, Unternehmensinteresse, Vorstandsvergütung, Shareholder Value, Nachhaltigkeit, Transparenz und das Principal-Agent-Modell.
Kritiker führen an, dass das kurzfristige Streben nach Performancekennzahlen die intrinsische Motivation der Manager untergraben und zu investitionsfeindlichem Verhalten führen kann.
Sie verpflichten Vorstandsmitglieder, einen Teil ihres Privatvermögens in Aktien der eigenen Gesellschaft zu investieren, um ihre Interessen stärker mit denen der langfristigen Aktionäre zu harmonisieren.
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