Bachelorarbeit, 2014
48 Seiten, Note: 13,0
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Drogen: Geschichte und Definitionen
2.1 Die Kulturgeschichte der Drogen
2.2 Halluzinationen und Halluzinogene
3. Darstellungsweisen der Bewusstseinsänderung in literarischen Werken
3.1 Unterbewusste Parallelwelten in Hermann Hesses Der Steppenwolf 1920er
3.2 Trips als Reise zu der Selbstfindung in Bernward Vespers Die Reise 1960er
3.3 Negative Rauscherfahrung in Martin Suters Die dunkle Seite des Mondes 1990er
4. Vergleich: Beziehung zwischen Halluzinogen und Protagonist
4.1 Leitmotiviken: Selbstverwirklichung und Gesellschaftsflucht
4.2 Wirkungsweisen der dargestellten Drogen
4.3 Heilung oder Ruin?
5. Wirkungsästhetik des Rausches
6. Fazit
7. Bibliographie
8. Anhang: Eigenständigkeitserklärung
Die Arbeit untersucht die Merkmale literarischer Darstellungsweisen von Rauscherfahrungen durch Halluzinogene in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts und analysiert deren direkte Verbindung zur psychischen Verfassung sowie zur persönlichen Entwicklung der jeweiligen Hauptfiguren in ausgewählten Romanen.
3.1 Unterbewusste Parallelwelten in Hermann Hesses Der Steppenwolf 1920er
In der Schaffenszeit von Der Steppenwolf, zwischen 1923-27, begleiteten Hermann Hesse neben körperliche Schmerzen vor allem auch psychisch belastende Umstände. Briefe, Gedichte und Tagebucheinträge dieser Zeit lassen einen autobiografischen Bezug zu dem Roman ausmachen. Daher hat die Verarbeitung der Beschwerden, neben anderen Schriften von ihm, auch in diesem Werk einen Platz gefunden. Der Roman ist erstmals 1927 erschienen und hat anfangs für viel Furore gesorgt. Denn die etablierte Gesellschaft der Kriegszeit wusste mit der Offenlegung einer entstehenden Krankheit durch die gesellschaftlichen Umstände nicht umzugehen.
Als ‚Steppenwolf‘ wird, in eben diesem Roman, die fast 50-jährige Hauptfigur Harry Haller bezeichnet. Haller wird als Intellektueller dargestellt, der mit sich selbst und mit seinem Umfeld im Zwiespalt steht. In Begleitung von seinem Alter Ego Hermine und dem Musiker Pablo begibt dieser sich auf eine Reise in sein inneres Selbst. Auf der Suche nach Selbstfindung wird er auf verschiedenste Weise mit seiner Vergangenheit konfrontiert.
Die Erzählsituation wandelt in dem Roman zwischen mehreren Ebenen. Die Aufteilung setzt sich aus dem ‚Vorwort des Herausgebers‘, den ‚Aufzeichnungen von Harry Haller‘ und dem ‚Traktat vom Steppenwolf‘ zusammen. Hermann Hesse schildert die Erzählung aus drei verschiedenen Erzählperspektiven. Anfangs wird als „objektivierender Bürger“ erzählt. Der Erzähler beschreibt die Lebensgeschichte von Haller aus Sicht des Neffen der Zimmerwirtin und nimmt damit eine außenstehende Position ein.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Darstellung von Rauscherfahrungen in der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts ein und umreißt die Auswahl der drei untersuchten Werke.
2. Drogen: Geschichte und Definitionen: Das Kapitel bietet einen kulturgeschichtlichen Überblick über Drogen und definiert halluzinogene Substanzen im Kontext ihrer Wirkung auf das Bewusstsein.
3. Darstellungsweisen der Bewusstseinsänderung in literarischen Werken: Hier werden anhand der ausgewählten Romane von Hesse, Vesper und Suter spezifische literarische Darstellungsweisen von Rauscherfahrungen und deren Verbindung zum Protagonisten analysiert.
4. Vergleich: Beziehung zwischen Halluzinogen und Protagonist: In diesem vergleichenden Abschnitt werden die Motive für den Drogenkonsum sowie die unterschiedlichen Auswirkungen und Wirkungsweisen der Substanzen auf die Hauptfiguren gegenübergestellt.
5. Wirkungsästhetik des Rausches: Dieses Kapitel untersucht die narratologischen Mittel, wie beispielsweise die Zeitdehnung, mit denen die Autoren den Leser in den Rauschzustand der Figuren involvieren.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie die Autoren die ausgewählten Mittel nutzen, um den Rausch authentisch zu gestalten und eine kritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Umständen ihrer Zeit zu forcieren.
7. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärliteratur auf.
8. Anhang: Eigenständigkeitserklärung: Der Anhang enthält die formale Erklärung zur eigenständigen Anfertigung der Arbeit.
Halluzinogene, Drogenliteratur, 20. Jahrhundert, Bewusstseinsänderung, Hermann Hesse, Der Steppenwolf, Bernward Vesper, Die Reise, Martin Suter, Die dunkle Seite des Mondes, Selbstfindung, Rausch, Literaturwissenschaft, Wirkungsästhetik, Gesellschaftskritik.
Die Arbeit untersucht, wie deutschsprachige Autoren des 20. Jahrhunderts in ihren Romanen die durch Halluzinogene hervorgerufenen Bewusstseinsänderungen ihrer Protagonisten literarisch darstellen und für den Leser erfahrbar machen.
Die zentralen Felder umfassen die Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts in Bezug auf Drogenthemen, die Analyse von Rauschdarstellungen in Romanen sowie die Frage nach dem Zusammenhang zwischen individuellem Drogenkonsum und gesellschaftskritischen oder psychologischen Konflikten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen inhaltlichen und formalen Mitteln die ausgewählten Autoren den Zustand des Rausches authentisch inszenieren und inwiefern dieser zur Bewältigung innerer Konflikte der Hauptfiguren beiträgt.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf dem Vergleich von drei Werken basiert (Hesse, Vesper, Suter) und dabei Aspekte wie Narratologie, Wirkungsästhetik und Motivforschung einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der drei ausgewählten Romane, einen komparativen Teil über die Beziehung zwischen Droge und Protagonist sowie eine Untersuchung der eingesetzten erzählerischen Mittel zur Darstellung der Rauschwirkung.
Wichtige Begriffe sind Halluzinogene, literarische Rauschdarstellung, Selbstfindung, Zeitdehnung, Identitätskrise und der Vergleich spezifischer Autoren wie Hesse, Vesper und Suter.
Bei Hesse dient der Rausch eher als Bilderkabinett des Unterbewussten zur Lösung innerer Konflikte, während er bei Suter drastischere, fast physische Übelkeitserscheinungen und einen radikalen Persönlichkeitswandel bis hin zum kriminellen Handeln zur Folge hat.
Nebenfiguren fungieren in allen drei Werken als wichtige Katalysatoren oder Reiseführer (wie Pablo, Burton oder Lucille), die den Protagonisten erst in den Rauschzustand einführen und die psychologische Transformation begleiten.
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