Diplomarbeit, 2004
174 Seiten, Note: 1,3
I EINLEITUNG
1 Ausgangslage
2 Methode und Aufbau der Arbeit
3 Hypothesen
4 Sozialpädagogische Intention
II DIE ROLLE DER BILDUNG UND ERZIEHUNG IN DEUTSCHLAND
1 Arbeitsgesellschaft und Pädagogik
2 Die Umbruchsituation der Schule in Deutschland
III DER SOZIOLOGISCHE KONTEXT ALS BEDEUTENDER ASPEKT DER ENTWICKLUNG
1 Die kindliche Sozialisation in der Individualgesellschaft
1.1 Begriffsklärung
1.2 Sozialisationsinstanzen
2 Die Problematik der sozialen Schicht
3 Die neue Armut
4 Die Kindheit im Wandel
4.1 Wandel der Familie
4.2 Das Spiel und Freizeitverhalten
4.3 Die multimediale Gesellschaft
4.4 Normen und Werte
4.5 Die multikulturelle Gesellschaft
5 Zusammenfassung
IV PSYCHOLOGISCHE GRUNDLAGEN FÜR DIE ENTWICKLUNG DES LERN- UND SOZIALVERHALTENS VON KINDERN
1 Die Entwicklung des Kindes bis zum 12. Lebensjahr
1.1 Allgemeine Erklärungen für Entwicklung
1.2 Entwicklungstheorien
1.2.1 Aspekte der psychoanalytischen Theorie
1.2.2 Aspekte der kognitiven Entwicklungstheorie
1.3 Entwicklungsstörungen
2 Das Lernen
2.1 Die Theorie des Lernens
2.1.1 Definitionen
2.1.2 Modelle
2.2 Das soziale Lernen
2.3 Störungen im Lern- und Sozialverhalten bei Kindern
2.4 Bewältigung
3 Die Wahrnehmungsprozesse
3.1 Theoretische Grundlagen der Sinneswahrnehmung
3.2 Die Funktion der Sinneswahrnehmung
4 Zusammenfassende Erkenntnisse
V DIE SCHULE ALS ORT PÄDAGOGISCHEN HANDELNS
1 Lern- und Lebensraum Schule
1.1 Kurzer historischer Überblick der Schulentwicklung
2 Die Grundschule
2.1 Stellung der Grundschule in der Gesellschaft
2.2 Aufgaben und Ziele der Grundschulkonzeption
2.3 Die Rolle der Lehrer
2.4 Freie Grundschulen
3 Das Schulklima als Qualitätsmerkmal des pädagogischen Prozesses
4 Zusammenfassende Ergebnisse
VI RÄUME
1 Dimensionen des Raumbegriffs
1.1 Definitionen
1.2 Der Lebensraum des Menschen
1.3 Die Gestalt des kindlichen Lebensraumes
1.3.1 Der öffentliche Raum als kindlicher Lebensraum
1.3.2 Der Lebensraum als physikalisch materieller Raum
2 Der pädagogische Raum als physikalisch materieller Raum
2.1 Zusammenspiel von Architektur und Bildung am Beispiel des Architekten Hans Scharoun
2.2 Die Bedeutung der organischen Architektur im Schulbau
3 Die Wahrnehmung der Schulräume bei Grundschülern
3.1 Kriterien der Beurteilung
3.2 Zusammenhang von Raumgestaltung und Sinnesentwicklung
3.3 Die Wirkung der Formen und Farben
3.3.1 Die Sprache der Formen
3.3.2 Bedeutung der Farbe
4 Die Bedeutung des Klassenraumes
5 Zusammenfassung
VII DIE HERAUSFORDERUNG DER RAUMGESTALTUNG AN SCHULEN ALS IMPLIKATOR FÜR DIE PÄDAGOGISCHE PRAXIS IN GRUNDSCHULEN
1 Konzepte und Modelle
1.1 Das Waldorfschulmodell
1.1.1 Der Impuls
1.1.2 Grundzüge der Pädagogik
1.1.3 Die Bedeutung der Sinne in der Waldorfpädagogik
1.1.4 Die Bedeutung des Bauens in der Waldorfpädagogik
1.2 Das Würzburger Modell
2 Veränderte Schulräume – erhöhte Qualität des Lehrens und Lernens
2.1 Die Modernisierung der Erika-Mann-Grundschule als exemplarische Darstellung der Qualitätssteigerung
2.1.1 Vorstellung des Projektes
2.1.2 Die Zeitschiene
2.1.3 Umfeld
2.1.4 Ziele
2.1.5 Konzeptioneller Hintergrund
2.1.6 Prozess
2.1.7 Fazit
VIII ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISSE
1 Belegung bzw. Widerlegung der Ausgangshypothesen
2 Diskussion und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung konzeptioneller Raumgestaltung an Grundschulen im Hinblick auf die Förderung des Lern- und Sozialverhaltens von Kindern. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit die räumliche Umgebung einen maßgeblichen Beitrag zur pädagogischen Praxis und zur Bewältigung heutiger gesellschaftlicher Bildungsanforderungen leisten kann.
3 Die Wahrnehmung der Schulräume bei Grundschülern
„Gute Schulen sind gestaltete Schulen, im sozialen wie im räumlichen Bereich; sie sind keine Wartesäle dritter Klasse, keine Notunterkünfte und Kasernen.“ (Fend 1989, S. 18)
Räume bilden. Sie wirken in jedem Falle, egal wie sie gestaltet sind und was in ihnen geschieht.
Der Wirkung der Schulbauarchitektur ist Christian Rittelmeyer (1994), Erziehungswissenschaftler und Psychologe, in einem mehrjährigen Forschungsprojekt nachgegangen. Er untersuchte, wie Kinder verschiedene Schulen erleben, welche Merkmale bei ihnen zur Beurteilung eines „sympathischen“ oder „unsympathischen“ Schulgebäudes führen. Dazu wurden neben umfangreichen Interviews experimentelle Untersuchungen der Auswirkung von Gebäuden und Räumen auf das körperliche Befinden der Kinder durchgeführt. Anlass und Motivation zu dieser Untersuchung waren der ständig wachsende Schulvandalismus und das schlechte Klassenklima, über welches Lehrern in bestimmten Räumen klagen. Warum zerstören Schüler mutwillig die Umgebung, in der sie sich viele Stunden am Tag aufhalten? Rittelmeyer (1994) versucht den Gründen auf die Spur zu kommen. Er stellt Antipathien in der Wahrnehmung der Bauten bei Schülern in den Kontext eines „nicht menschengemäßen“ Bauens. Dies sei der Ausdruck einer generell mangelhaft ausgebildeten Sensibilität in der Architektur wie in anderen Lebensbereichen auch. (vgl. ebenda, S. 9-11; siehe Anlage 10)
I EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Krise des Bildungssystems, die Relevanz der Schulraumgestaltung und definiert die methodische Herangehensweise.
II DIE ROLLE DER BILDUNG UND ERZIEHUNG IN DEUTSCHLAND: Dieses Kapitel analysiert das Dilemma zwischen arbeitsgesellschaftlichen Anforderungen und pädagogischem Bildungsauftrag sowie die Umbruchsituation nach PISA.
III DER SOZIOLOGISCHE KONTEXT ALS BEDEUTENDER ASPEKT DER ENTWICKLUNG: Hier werden die Auswirkungen des gesellschaftlichen Wandels, der Individualisierung und der Armut auf die kindliche Sozialisation reflektiert.
IV PSYCHOLOGISCHE GRUNDLAGEN FÜR DIE ENTWICKLUNG DES LERN- UND SOZIALVERHALTENS VON KINDERN: Das Kapitel behandelt theoretische Grundlagen der kindlichen Entwicklung, Lernmodelle, Sinneswahrnehmung und Strategien zur Bewältigung von Stress.
V DIE SCHULE ALS ORT PÄDAGOGISCHEN HANDELNS: Die Rolle der Grundschule und das Schulklima als wesentliche Faktoren für gelingendes pädagogisches Handeln werden hier erörtert.
VI RÄUME: Dieses Kapitel widmet sich der Definition des Raumbegriffs, der Bedeutung organischer Architektur und der konkreten Wahrnehmung von Schulräumen durch Grundschüler.
VII DIE HERAUSFORDERUNG DER RAUMGESTALTUNG AN SCHULEN ALS IMPLIKATOR FÜR DIE PÄDAGOGISCHE PRAXIS IN GRUNDSCHULEN: Vorgestellt werden Modelle wie das Waldorfschulmodell und das Würzburger Modell sowie ein praktisches Modernisierungsprojekt.
VIII ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISSE: Den Abschluss bildet die Belegung der Ausgangshypothesen durch die Analyse der Literatur und der Praxisbeispiele.
Raumgestaltung, Grundschule, Sozialverhalten, Lernfreude, pädagogischer Raum, Schulklima, Sinneswahrnehmung, Schulentwicklung, Partizipation, Schulbau, Architektur, Sozialisation, ganzheitliche Bildung, Ganztagsschule, Prävention
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der räumlichen Gestaltung von Grundschulen als entscheidende Grundlage für das Lern- und Sozialverhalten von Kindern.
Die Arbeit verknüpft soziologische, psychologische und pädagogische Aspekte mit architektonischen Ansätzen, um die Gestaltung von Lernräumen ganzheitlich zu beleuchten.
Die Autorin geht der Frage nach, inwieweit eine bewusste konzeptionelle Raumgestaltung positive Auswirkungen auf das Verhalten, das Selbstwertgefühl und die Lernfreude von Grundschülern haben kann.
Die Arbeit basiert primär auf einer interdisziplinären Analyse von Sekundärliteratur, ergänzt durch Fallbeispiele und die Auswertung empirischer Studien zur Wahrnehmungspsychologie von Schulräumen.
Der Hauptteil spannt den Bogen von theoretischen Grundlagen der kindlichen Entwicklung und Wahrnehmung über die historische Schulentwicklung bis hin zu konkreten architektonischen Konzepten für Grundschulen.
Schlüsselbegriffe sind hierbei insbesondere Raumgestaltung, Schulklima, ganzheitliche Bildung, pädagogischer Raum und der "dritte Erzieher" (Raum).
Anhand der Erika-Mann-Grundschule belegt die Autorin, dass durch partizipative Gestaltungsprozesse und das Engagement der Schulgemeinschaft selbst in sozialen Brennpunkten eine identitätsstiftende Umgebung geschaffen werden kann, die Aggressionen abbaut.
Die Arbeit argumentiert, dass Räume, die Schutz, Wärme und eine menschliche Formensprache bieten, die psychische Stabilität fördern und dadurch die Bereitschaft zur Kooperation und zum sozialen Miteinander bei Schülern erhöhen.
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