Masterarbeit, 2017
103 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung, Zielsetzung und Forschungsfrage
1.2 Vorgehensweise
2 Geldwäsche
2.1 Ablaufmodelle
2.2 Organisierte Kriminalität
2.3 Ausmaße und Auswirkungen
2.4 Entwicklung der Geldwäsche-Bekämpfung
3 Rechtliche Grundlagen
3.1 Aktuelle Gesetzeslage
3.2 Ausblick
4 Know Your Customer
4.1 Sorgfaltspflichten
4.2 Risiken
4.3 Prozess
4.4 Zukünftige KYC-Regulatorik
4.5 BearingPoint-Studie
5 Fazit und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die regulatorischen Rahmenbedingungen für deutsche Kreditinstitute bei der Geldwäschebekämpfung zu erarbeiten und die prozessuale sowie gesetzeskonforme Umsetzung des "Know Your Customer"-Prinzips in Banken aufzuzeigen.
2.1 Ablaufmodelle
Bei der Analyse von aufgedeckten Geldwäsche-Fällen hat sich gezeigt, dass Prozessabläufe und Handlungsmuster wiederholt werden, diese somit verallgemeinert werden können und auf Modelle abstrahiert werden können, die typische Abläufe und Techniken systematisch beschreiben. Phasenmodelle stellen die Geldwäsche-Handlungen als lineare zeitliche Abfolge dar.
In der Literatur findet sich das zweiphasige Modell des Kriminologen Paolo Bernasconi. Er unterscheidet zwischen technischen (Geldwäsche ersten und zweiten Grades), geographischen und zeitlichen Aspekten. In der Geldwäsche ersten Grades werden die illegal erworbenen Vermögenswerte, zumeist Bargeld, zum ersten Mal gewaschen. Danach erfolgt die Geldwäsche zweiten Grades, in der die Vermögenswerte, die noch einen sachlogischen Zusammenhang zur Vortat besitzen, durch weitere Transaktionen die Nachverfolgbarkeit zur illegalen Herkunft verlieren und in den legalen Wirtschaftskreislauf reintegriert werden. In geographischer Hinsicht unterscheidet das Modell zwischen dem Land des Handels, in dem Produktion, Veredelung und Vertrieb des illegalen Guts durchgeführt werden, und dem Land der Geldwäsche, zumeist in internationalen Finanz- und Offshore-Zentren.
Als verbreitetes Modell wird das dreiphasige Modell des U. S. Customs Service in der Literatur beschrieben und in internationalen Organisationen, die sich mit der Geldwäsche befassen, wie z. B. der United Nations Organisation, dem International Monetary Fund und der Financial Action Task Force on Money Laundering etabliert. Das Modell hat seinen Ursprung im illegalen Drogenhandel, in dem viele Banknoten angefallen sind. In der „Placement“-Phase werden die Bargeldmengen in leichter händelbare Aktive transformiert und in den legalen Finanzkreislauf eingeschleust. Die vorgewaschenen Vermögensgegenstände werden in der „Layering“-Phase erneut gewaschen, damit die Papierspur unterbrochen und eine Verknüpfung mit der illegalen Handlung aufgehoben wird. In der letzten Phase, „Integration“, erfolgt die Rückführung der gewaschenen Vermögenswerte in die formelle Ökonomie.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Geldwäsche anhand der „Panama Papers“ ein, definiert das Forschungsziel und erläutert die deduktive Vorgehensweise der Arbeit.
2 Geldwäsche: Dieses Kapitel stellt verschiedene theoretische Ablaufmodelle der Geldwäsche vor, beleuchtet das Ausmaß und die Auswirkungen der organisierten Kriminalität und beschreibt die historische Entwicklung der Geldwäschebekämpfung.
3 Rechtliche Grundlagen: Der Fokus liegt auf der deutschen Gesetzgebung, insbesondere dem Strafgesetzbuch (§ 261 StGB) und dem Geldwäschegesetz, sowie den Pflichten für Kreditinstitute im Bereich Compliance.
4 Know Your Customer: Dieses Kapitel detailliert die Sorgfaltspflichten (Customer Due Diligence), die Risikoklassifizierung von Kunden, Produkten und Ländern sowie den praktischen Prozess der Kundenannahme inklusive einer empirischen Auswertung.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentrale Rolle der Kreditinstitute bei der Prävention zusammen und ordnet die regulatorischen Entwicklungen sowie die Ergebnisse der empirischen Studie ein.
Geldwäsche, Geldwäschegesetz, Know Your Customer, KYC, Kreditinstitute, Compliance, Terrorismusfinanzierung, Sorgfaltspflichten, Risikomanagement, BaFin, Geldwäschebeauftragter, Verdachtsmeldung, Panama Papers, Organisierte Kriminalität, Finanzmarktintegrität.
Die Arbeit behandelt die Rolle von Kreditinstituten bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem "Know Your Customer"-Prinzip.
Zu den zentralen Themen gehören rechtliche Grundlagen (GwG, StGB), Ablaufmodelle der Geldwäsche, die Identifizierung von wirtschaftlich Berechtigten sowie risikobasierte Ansätze in der Kundenprüfung.
Das Ziel ist es, die regulatorischen Rahmenbedingungen für deutsche Kreditinstitute zu erarbeiten und aufzuzeigen, wie das "Know Your Customer"-Prinzip prozessual umgesetzt wird.
Es wird die deduktive Methode genutzt, ergänzt durch einen empirischen Teil, der auf einer BearingPoint-Studie basiert.
Der Hauptteil analysiert theoretische Geldwäschemodelle, das organisierte Kriminalitätsumfeld, die aktuelle Gesetzeslage für Banken und die praktische Anwendung der Sorgfaltspflichten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geldwäsche, KYC, Compliance, Risikomanagement und Geldwäschegesetz charakterisiert.
Sie verdeutlichen die systemische Schwachstelle durch Briefkastenfirmen und führen zu einem gesteigerten regulatorischen Druck auf Banken, die Identität der wirtschaftlich Berechtigten hinter komplexen Unternehmenskonstrukten offenzulegen.
Sie sind essenziell für ein kontinuierliches Monitoring von Transaktionen, um Verhaltensabweichungen und versteckte Risikoindikatoren zu identifizieren, die bei der Kundenannahme noch nicht erkennbar waren.
Vereinfachte Sorgfaltspflichten gelten für risikoarme Sachverhalte (z. B. Behörden), während verstärkte Sorgfaltspflichten bei erhöhtem Risiko (z. B. politisch exponierte Personen) Anwendung finden.
Er überwacht die Einhaltung geldwäscherechtlicher Vorschriften, erstellt die institutsinterne Gefährdungsanalyse, schult Mitarbeiter und fungiert als Ansprechpartner für Strafverfolgungsbehörden.
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