Masterarbeit, 2013
83 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Allgemeines über Leben und Welt zur Zeit Rilkes
2.1 Positive und negative Veränderungen
2.1.1 Der Umgang der Menschen mit den Problemen
2.2 Der 1. Weltkrieg
2.2.1 Vor dem 1. Weltkrieg
2.2.2 Die Menschen und der 1. Weltkrieg
2.3 Über Sigmund Freud
2.3.1 Freuds Arbeit
2.3.2 Freud und der Todestrieb
2.4 Über den Expressionismus
2.4.1 Expressionismus und Expressionisten
2.4.2 Expressionistische Literatur
3. Freitod und Todessehnsucht
3.1 Über den Freitod
3.1.1 Ursachen des Freitods
3.1.2 Der Freitod in der Literatur
3.2 Über die Todessehnsucht
3.2.1 Ursachen der Todessehnsucht
3.2.2 Todessehnsucht in der Literatur
4. Freitod und Todessehnsucht in der Lyrik Rainer Maria Rilkes
4.1 Das Stunden-Buch
4.2 Das Buch der Bilder
4.3 Neue Gedichte
4.4 Requiem
4.5 Duineser Elegien
4.6 Weitere Gedichte
4.7 Freitod und Todessehnsucht in der Lyrik Rainer Maria Rilkes?
5. Freitod und Todessehnsucht in Stefan Zweigs Die Welt von Gestern
5.1 Die Welt der Sicherheit
5.2 Die Schule im vorigen Jahrhundert
5.3 Eros Matutinus
5.4 Heimkehr nach Österreich und Wieder in der Welt
5.5 Freitod und Todessehnsucht in Stefan Zweigs Die Welt von Gestern?
6. Freitod und Todessehnsucht in der Lyrik Georg Trakls
6.1 Sebastian im Traum
6.2 Sonstige Veröffentlichungen zu Lebzeiten und Nachlass
6.3 Freitod und Todessehnsucht in der Lyrik Georg Trakls?
7. Freitod und Todessehnsucht als Lebens- und Zeitgefühl im Umkreis Rilkes?
Die Arbeit untersucht, ob Freitod und Todessehnsucht im zeitlichen Umkreis von Rainer Maria Rilke als prägende Lebens- und Zeitgefühle interpretiert werden können. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern literarische Motive in dieser Epoche die realen gesellschaftlichen Verhältnisse und psychologischen Belastungen widerspiegeln oder ob sie lediglich als ästhetische Ausdrucksformen existieren.
1. Einleitung
Freitod und Todessehnsucht als Lebens- und Zeitgefühl im Umkreis Rilkes, ein Titel, der am Anfang eine kleine Erklärung nötig macht. Mit Umkreis ist nicht der nähere Kreis um Rilke gemeint, sondern der zeitliche Umkreis in dem Rilke gelebt hat, also die Zeit zwischen seiner Geburt und seinem Tod. Rilkes Lebenszeit wurde als Zeitrahmen gewählt, da sein Leben sich mit dem vieler anderer berühmter Menschen überschneidet und er ist so bekannt, dass jeder in etwa weiß, wann er gelebt hat und wann er gestorben ist, während das bei literarischen Strömungen oftmals nicht der Fall ist. Rilkes Leben als zeitlicher Rahmen bietet auch eine gewisse Flexibilität, durch die man nicht so fest an bestimmte Zeitpunkte gebunden ist, wie bei der Verwendung selbst gewählter Zeitabschnitte, aber der Zeitrahmen ist trotzdem noch fest genug, um ein zeitliches Ausufern des Themas zu verhindern.
Die Frage dieser Arbeit ist nun, ob im genannten zeitlichen Rahmen Freitod und Todessehnsucht so prägnant vorkommen, dass sich hierbei schon von einem Lebens- und Zeitgefühl sprechen lässt, welches viele Menschen und die Zeit entscheidend mitgeprägt hat. Es kann natürlich auch sein, dass es sich hierbei bloß um literarische Motive handelt und die Menschen weder Todessehnsucht noch das Verlangen gespürt haben, sich umzubringen. Es stellt sich also die Frage, ob Literatur und Gesellschaft der Zeit bei diesen beiden Themen Hand in Hand gehen oder ob sie völlig auseinanderklaffen und man genannte Phänomene vorrangig als bloße literarische Motive vorfindet, während sie in der Gesellschaft bloß ein irrelevantes Nischendasein führen.
1. Einleitung: Definiert den zeitlichen Rahmen der Untersuchung (Rilkes Lebenszeit) und formuliert die Forschungsfrage, ob Freitod und Todessehnsucht als zeittypische Phänomene zu verstehen sind.
2. Allgemeines über Leben und Welt zur Zeit Rilkes: Skizziert die Epoche als Zeit der Extreme, geprägt von technischem Fortschritt, sozialer Umwälzung, dem Ersten Weltkrieg und dem Einfluss psychoanalytischer Theorien.
3. Freitod und Todessehnsucht: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Begriffe sowie deren psychologische, soziale und literarische Dimensionen als menschliche Existenzphänomene.
4. Freitod und Todessehnsucht in der Lyrik Rainer Maria Rilkes: Untersucht Rilkes lyrisches Werk auf suizidale Motive und die Darstellung von Todessehnsucht, wobei Rilke eine klare Distanz zum Freitod als Fluchtweg einnimmt.
5. Freitod und Todessehnsucht in Stefan Zweigs Die Welt von Gestern: Analysiert Zweigs Autobiographie als Dokument einer krisenhaften Gesellschaft, in der starrer Konventionalismus und soziale Instabilität das Lebensgefühl maßgeblich beeinflussten.
6. Freitod und Todessehnsucht in der Lyrik Georg Trakls: Beschreibt die düstere Weltsicht Trakls, in der Krankheit, Isolation und ein Gefühl der Gottverlassenheit das Dasein als hoffnungslos erscheinen lassen.
7. Freitod und Todessehnsucht als Lebens- und Zeitgefühl im Umkreis Rilkes?: Zieht ein Fazit und bestätigt die These, dass die soziopolitischen und kulturellen Rahmenbedingungen der Zeit eine Atmosphäre schufen, in der Freitod und Todessehnsucht präsente Themen waren.
Freitod, Todessehnsucht, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Georg Trakl, Expressionismus, Sigmund Freud, Todestrieb, Suizid, Melancholie, Erste Weltkrieg, Zeitgeist, Lebensgefühl, Isolation, Moderne.
Die Arbeit untersucht, ob Freitod und Todessehnsucht im zeitlichen Umkreis von Rainer Maria Rilke als Ausdruck eines allgemeinen Lebens- und Zeitgefühls gedeutet werden können.
Die Untersuchung deckt den historischen Kontext der Zeit, die wissenschaftlichen Theorien Sigmund Freuds, die literarische Epoche des Expressionismus sowie die Analyse spezifischer literarischer Werke ab.
Es soll geklärt werden, ob Literatur und gesellschaftliche Realität hinsichtlich suizidaler Phänomene korrespondieren oder ob diese nur isolierte literarische Motive darstellen.
Die Autorin oder der Autor verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten, ergänzt durch historische und psychoanalytische Fachliteratur, um einen kulturgeschichtlichen Zusammenhang herzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine zeitgeschichtliche Einführung, die psychologischen Theorien von Freud, eine tiefgehende Untersuchung der Lyrik von Rilke und Trakl sowie eine Analyse von Stefan Zweigs Autobiographie.
Zentrale Begriffe sind neben Freitod und Todessehnsucht vor allem Begriffe wie Entfremdung, Isolation, gesellschaftliche Krise, Moderne und der Einfluss des Ersten Weltkriegs auf die Psyche des Einzelnen.
Rilke thematisiert den Freitod zwar häufig als Motiv, lehnt ihn jedoch als Lösung oder "Sieg" ab und plädiert in seinen Nachrufen und Gedichten für ein "Überstehen" der schwierigen Lebensbedingungen.
Das Werk dient als wichtiges Zeitzeugnis, das die starren, konventionellen Strukturen und die darauf folgende psychische Belastung der Generation vor und nach dem Ersten Weltkrieg verdeutlicht.
Die Einsamkeit und das Gefühl der Ausgestoßenheit in einer lebensfeindlichen, gottlosen Welt bilden bei Trakl die Grundlage für die suizidale Todessehnsucht seiner lyrischen Figuren.
Freuds Theorien zum Todestrieb und zur Melancholie bieten das wissenschaftliche Gerüst, um zu verstehen, warum Individuen dieser Epoche vermehrt suizidale Tendenzen entwickelten.
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