Bachelorarbeit, 2017
49 Seiten, Note: 1,3
1. BEGRIFFSERKLÄRUNG
1.1 Migration
1.2 Migrationshintergrund
1.3 Mehrsprachigkeit
1.4 Bildung
1.5 Bildungsungleichheit
1.6 Diskriminierung
2. MEHRSPRACHIGKEIT
2.1 Spracherwerb
2.1.1 Erstspracherwerb (L1-Erwerb)
2.1.2 Der bilinguale Erstspracherwerb (simultan und sukzessiv)
2.1.3 Zweitspracherwerb (L2-Erwerb)
2.2 Erstsprache vs. Zweitsprache bei Kindern mit Migrationshintergrund
2.3 Code-Switching (CS)
3. DIE BILDUNGSBENACHTEILIGUNG VON KINDERN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND IM DEUTSCHEN SCHULSYSTEM
3.1 Aufbau des deutschen Bildungssystems
3.1.1 Vorschulische Bildung
3.1.2 Die Vielgliedrigkeit im allgemeinbildenden Schulsystem
3.1.2.1 Die Hauptschule
3.1.2.2 Die Realschule
3.1.2.3 Das Gymnasium
3.1.2.4 Die integrierte Gesamtschule
3.1.2.5 Die Sekundarschule
3.2 Programme for International Student Assessment (PISA)
3.2.1 Bildungssegregation allochthoner Kinder
3.2.2 Monolingualer Habitus
3.3 Erklärungen für die Bildungsbenachteiligung
3.3.1 Mehrsprachigkeit
3.3.2 Bildungsbenachteiligung durch institutionelle Diskriminierung
4. FAZIT
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Mehrsprachigkeit auf den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem, wobei sie insbesondere die Rolle institutioneller Diskriminierung und die strukturelle Benachteiligung analysiert.
3.2.1 Bildungssegregation allochthoner Kinder
Die Weichen für die zukünftigen Bildungs- und Lebenswege von Schülerinnen und Schülern in Deutschland werden sehr früh gestellt. Für die spätere Schul- und Berufskarriere ist der Übergang von der Primar in die Sekundarstufe I von entscheidender Bedeutung, da sie die weitere Schullaufbahn des Kindes bestimmt (vgl. Ceri 2008, S. 24).
Diese Entscheidung bzw. Selektion erfolgt für die meisten Schülerinnen und Schüler schon nach vier Schuljahren. Jedes Kind bekommt eine Übergangsempfehlung vom jeweiligen Grundschullehrer ausgestellt, die auf verschiedene Schulformen zuführt. Die Empfehlung ist in vielen Bundesländern nicht bindend, wobei dennoch 95 % der Eltern diesen Empfehlungen folgen (vgl. Fereidooni 2011, S. 68). „Deshalb stellt die Übergangsempfehlung einen äußerst wichtigen institutionellen Selektionsmechanismus der Bildungspolitik dar und kommt einer Vorentscheidung über den zu erzielenden Schulabschluss gleich“ (ebd.). Der Übergang in die Sekundarstufe I stellt nach den Ergebnissen der PISA-Studie 2000 eine zentrale Hürde für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund dar (vgl. ebd.). „Ursachen hierfür liegen darin, dass das selektive Schulsystem die Homogenisierung von Schülern der gleichen Schulform befördert, indem es Abweichungen von der Norm systematisch benachteiligt und auf eine maßgeschneiderte Kompetenzförderung ausgerichtet ist“ (ebd. S. 69).
Obwohl das deutsche Bildungssystem vorgibt, eine Selektion von Schülern ausschließlich aufgrund ihrer schulischen Leistung zu betreiben, hat die PISA-Studie 2000 belegt, dass die Schulleistungen besonders in Deutschland mit der Sozialschichtzugehörigkeit einhergehen. Das bedeutet, dass im deutschen Bildungssystem ein wesentlicher Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Kompetenzerwerb besteht, da Lehrer sich bei der Notenvergabe hauptsächlich am sozialen Referenzrahmen der Schülerinnen und Schüler orientieren. Das gemeinsame Variieren der sozialen Zusammensetzung der Schülerschaft und eines mittleren Leistungsniveaus deuten eindeutig darauf hin, dass mit der Selektion die Aufrechterhaltung der sozialen Stratifizierung beabsichtigt wird (vgl. ebd.). „Aus diesem Grund bewirkt die frühzeitige Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf verschiedene Bildungsgänge sowohl die schulische als auch die soziale Segregation“ (ebd.).
1. BEGRIFFSERKLÄRUNG: Definiert die zentralen Begriffe Migration, Migrationshintergrund, Mehrsprachigkeit, Bildung, Bildungsungleichheit und Diskriminierung als theoretisches Fundament.
2. MEHRSPRACHIGKEIT: Analysiert Spracherwerbsprozesse, die Unterschiede zwischen Erst- und Zweitsprache sowie die Funktion von Code-Switching bei mehrsprachigen Kindern.
3. DIE BILDUNGSBENACHTEILIGUNG VON KINDERN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND IM DEUTSCHEN SCHULSYSTEM: Untersucht den Aufbau des Schulsystems, die Ergebnisse der PISA-Studien und die systembedingten Hürden, die zu Bildungssegregation und Diskriminierung führen.
4. FAZIT: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass nicht die Mehrsprachigkeit an sich, sondern strukturelle Rahmenbedingungen die Ursache für Bildungsbenachteiligungen darstellen.
Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Mehrsprachigkeit, Institutionelle Diskriminierung, PISA-Studie, Schulsystem, Selektion, Zweitspracherwerb, Monolingualer Habitus, Bildungserfolg, Sprachförderung, Bildungsungleichheit, Integration, soziale Herkunft
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Mehrsprachigkeit von Kindern mit Migrationshintergrund und ihrem Erfolg im deutschen Bildungssystem.
Zentrale Themen sind die linguistischen Voraussetzungen von Migrantenkindern, die Struktur des gegliederten deutschen Schulwesens sowie Mechanismen der Diskriminierung.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit Mehrsprachigkeit tatsächlich einen negativen Einfluss auf den Bildungserfolg hat und welche strukturellen Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender wissenschaftlicher Studien, PISA-Ergebnisse und bildungstheoretischer Fachliteratur.
Der Hauptteil befasst sich mit Spracherwerbstheorien, der Struktur des Schulwesens, den Auswirkungen der PISA-Studien und der institutionellen Diskriminierung bei Schulübergängen.
Begriffe wie Bildungsbenachteiligung, institutionelle Diskriminierung, Mehrsprachigkeit und monolingualer Habitus prägen die Argumentation.
Die Arbeit zeigt auf, dass diese Übergangsempfehlung ein zentraler Selektionsmechanismus ist, der Migrantenkinder trotz ähnlicher Leistungen systematisch benachteiligt.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Mehrsprachigkeit an sich kein Defizit ist, sondern durch die unzureichenden strukturellen Rahmenbedingungen und eine defizitorientierte Schulpolitik als solches behandelt wird.
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