Examensarbeit, 2004
97 Seiten, Note: Sehr gut (1,3)
1 Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Forschungsstand und Literaturauswahl
2 Anfänge des Volleyballspiels
2.1 William G. Morgan
2.2 Mintonette
2.3 Zusammenfassung
3 Wurzeln des Volleyballspiels
3.1 Hochballspiel vs. Hin- und Rückschlagspiel/ Zuschlagspiel
3.2 Trigon
3.3 Von den indianischen Hochballspielformen zum Indiaca
3.4 Vom italienischen Pallone zu den deutschen Turnspielen
3.4.1 Pallone
3.4.2 Deutsches Faustballspiel
3.4.3 Exkurs: Vergleich der Weiterentwicklung von Faustball und Volleyball
3.4.4 Tamburinball/Trommelball
3.4.5 Ball über die Schnur
3.4.6 Prellball
3.5 Vom Federballspiel zum Badminton
3.5.1 Federballspiel
3.5.2 Badminton
3.6 Vom „jeu de paume“ zum Tennis
3.6.1 „jeu de paume“
3.6.2 Tennis
3.7 Pelota, “handball“/fives, Squash
3.7.1 Pelota
3.7.2 „handball“/fives
3.7.3 Squash
3.8 Zusammenfassung
4 Auswertung
5 Anhang A: Das Volleyballspiel – Eine Genealogie
6 Anhang B: Interview mit Manfred Kindermann
7 Literatur
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die kritische Untersuchung der Entstehung und der Entwicklungsgeschichte des Volleyballspiels, mit besonderem Fokus auf die Klärung der Urheberschaft von William G. Morgan sowie der systematischen Analyse historischer Vorläuferspiele.
3.1 Hochballspiel vs. Hin- und Rückschlagspiel/ Zuschlagspiel
Die frühesten Ausprägungen dieser beiden Formen des Ballspiels stellen in der „fast fünf Jahrtausende alten“ (MEHL o. J., 10) Geschichte des Ballspiels eine relativ junge Erscheinung dar, da für sie ein möglichst gleichmäßig geformter, elastischer Ball mit ausreichenden Flugeigenschaften erforderlich war. Die ersten Bälle, mit denen gespielt wurde, entsprachen allerdings nicht ansatzweise diesen Voraussetzungen. Sie wurden „aus Lehm geformt“ (MATHYS 1955, 312), was eine Verwendung für Spiele, bei denen diese Bälle fliegen sollen, nur recht schwer vorstellbar macht. Die ältesten bisher bekannten bildlichen Dokumente von Ballspielformen stammen aus dem alten Ägypten und werden auf etwa 1900 v. Chr. geschätzt (vgl. SCHEIDEREIT 1969, 25; MENDNER 1956, 45). Es handelt sich hierbei um Wandbilder der Felsengräber von Beni Hassan, auf denen Frauen dargestellt sind, die gemeinsam mit mehreren kleinen Bällen jonglieren. Vermutlich handelt es sich hierbei um Sklavinnen, deren Ballspiel gleichzeitig ein tänzerischer Akt war (vgl. MENDNER 1956, 45).
Diese Spielform kann somit nicht als Vorläufer des Volleyballspiels angesehen werden, weil es sich beim Jonglieren um ein Fangen und Werfen, aber nicht um ein Schlagen des Balles mit den Händen oder Armen handelt (s. Kapitel 2.3). Allerdings gehört das Jonglieren – wie das Federballspiel und Hockey – zur Gruppe der so genannten ‚Weltspiele’, das heißt, es war und ist über einen großen Teil der Erde verbreitet (vgl. MEHL o. J., 2). Im Gegensatz dazu stehen die so genannten ‚Gebietsspiele’, deren Verbreitung auf bestimmte Regionen beschränkt bleibt (vgl. MEHL o. J., 2).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Genese des Volleyballspiels ein, erläutert die Motivation des Autors und stellt den aktuellen Forschungsstand sowie die für die Arbeit wesentliche Literatur vor.
2 Anfänge des Volleyballspiels: Dieses Kapitel widmet sich der Entstehung des Volleyballs Ende des 19. Jahrhunderts, beleuchtet das Wirken von William G. Morgan und analysiert die ursprünglichen, noch sehr variablen Spielregeln.
3 Wurzeln des Volleyballspiels: In diesem umfassenden Kapitel werden historische Spielformen wie das Faustballspiel, Tennis, Badminton und weitere Rückschlagspiele untersucht, um deren Einfluss auf die Grundelemente des Volleyballs zu prüfen.
4 Auswertung: Das Kapitel reflektiert die Untersuchungsergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass Volleyball aus kulturgeschichtlicher Sicht eher eine moderne Synthese bereits existierender Spielelemente ist, anstatt eine exklusive Erfindung Morgans.
5 Anhang A: Das Volleyballspiel – Eine Genealogie: Eine graphische Übersicht, die die historischen Verbindungen und Stammbäume der verschiedenen Ballspielformen visualisiert.
6 Anhang B: Interview mit Manfred Kindermann: Ein Experteninterview, das wichtige Einblicke in die sportpraktische Entwicklung, taktische Regelanpassungen und die Attraktivität des Volleyballspiels bietet.
7 Literatur: Eine Zusammenstellung aller verwendeten Quellen, Lehrbücher, Diplomarbeiten und Internetressourcen, die der wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit dienen.
Volleyball, William G. Morgan, Mintonette, Sportgeschichte, Spielgenese, Faustball, Rückschlagspiele, Versportlichung, Flugball, Wettkampfgedanke, Ballspiel, Sportspiel, Regelentwicklung, Sportwissenschaft, Ball.
Die Arbeit untersucht die historische Genese des Volleyballspiels und die Frage nach seiner tatsächlichen Urheberschaft, indem sie das Spiel in die Tradition älterer Ballspielformen einordnet.
Im Zentrum stehen die Entwicklung des modernen Volleyballs, die Analyse von historischen Vorläuferspielen wie Faustball, Tennis und Badminton sowie der Prozess der „Versportlichung“ von Spielformen.
Die zentrale Frage ist, ob das Volleyballspiel als eine echte Erfindung von William G. Morgan betrachtet werden kann oder ob es lediglich eine Modernisierung bereits existierender Spielideen darstellt.
Der Autor nutzt eine sporthistorische Analyse, bei der er die vier Grundelemente des Volleyballs (Netz, Schlagen mit Händen/Armen, Wettkampf, Flugball) definiert und an verschiedenen historischen Beispielen überprüft.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Ursprünge und Regelwerke verschiedener Ballspiele, um zu ermitteln, ob diese bereits die vier Grundelemente des heutigen Volleyballs enthielten.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die „Versportlichung“ von Spielideen, die Abgrenzung von Freizeit- zu Wettkampfsport und die Genealogie von Rückschlagspielen.
Das Interview liefert praxisnahe Einblicke eines Experten, insbesondere zu taktischen Aspekten der Regeländerungen, wie etwa der Einführung von Spezialistenrollen, um die Attraktivität des Spiels zu steigern.
Der Autor stellt fest, dass alle vier Grundelemente des Spiels bereits vor Morgans Wirken in verschiedenen antiken oder späteren Sportformen existierten, was eine rein exklusive Erfindung des Amerikaners unwahrscheinlich macht.
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